23.08.2008
Einwanderer, die sich ab dem 1. September einbürgern lassen wollen, müssen einen Multiple-Choice Test ablegen und sich zu ihrer „Gesinnung“ äußern. Es werden Wissensfragen aus den Ge-bieten “Politik in der Demokratie”, “Geschichte und Verantwortung” und “Mensch und Gesell-schaft” gestellt. Aus einem Katalog von 310 Fragen bekommt man 33 ausgewählte Fragen zu be-antworten. Davon müssen mindestens die Hälfte richtig getippt werden, um zu bestehen. Der Test kann man mehrfach, bis man es bestanden hat, wiederholen.
Was sehr simpel, ja grundsätzlich machbar auf dem ersten Blick erscheint, wird zu einem unüber-windbarer Hindernis für Migranten, die nach vielen unbescholtenen Jahren in Deutschland sich die Einbürgerung wünschen, weil sich ihr Lebensmittelpunkt nach Deutschland für immer verlagert hat, erklärt Dr. Cebel Kücükkaraca, Landesvorsitzender der Türkischen Gemeinde in Schleswig-Holstein.
Aber es ist wohlbekannt, dass viele MigrantenInnen bisher die Chance nicht hatten, Deutsch ver-nünftig zu lernen. Es gibt viele MigrantInnen mit Familien, die es schwer haben, sich auf die zu-sätzliche Zeitinvestition für die Prüfungsvorbereitung einzustellen, wenn sie ohnehin in Schichtar-beit und mit anstrengenden Aufgaben es nur mit großer Mühe schaffen, sich und ihre Familien über die Runden zu bringen. Gerade für eine große Gruppe der „alteingesessenen“ Migranten, wird der Einbürgerungstest zusätzlich noch zu einem Ausschlusskriterium, obwohl doch gerade diese Menschen sehr viel für das wirtschaftliche Wachstum des Landes in über 40 Jahren Migration ge-leistet haben.
Der Einbürgerungstest ist in einer Wissensgesellschaft wie Deutschland, wie in anderen hoch ent-wickelten Ländern, sachlich betrachtet, eine Selbstverständlichkeit. Schließlich ist Grundwissen das Fundament jeder Bildungs- und Dienstleistungsgesellschaft. Aber es gibt sehr viele Migranten, und wohlgemerkt viele Einheimischen, die nicht in dem Genuss einer höheren Bildung kommen, geschweige denn die vermeintlich Ausgebildeten, die die Fragen dieses Tests auch nicht richtig beantworten können.
Es leben aber in Deutschland viele Einwanderer nach Recht und Gesetz. Sie arbeiten für ihr Aus-kommen, zahlen Steuern, erziehen ihre Kinder zu vernünftigen Menschen und bringen sich sozial auf positive Weise in die Gesellschaft ein, können aber nur mit Mühe und Not, wenn überhaupt so einen Test bestehen. Wo soll die Bemessungsgrundlage für das Dazugehören eigentlich angesetzt werden? Über diese Frage ist zu wenig nachgedacht worden.
Anstatt Multiple-Choice Tests á la „Wer wird (Millionär)Deutscher“ zu veranstalten, soll mehr Mühe und Geld für die Bildung, Ausbildung und Integration von Einwanderern investiert werden, damit solche Ausschlusstests sich erübrigen, betont Dr. Kücükkaraca.
Dr. Cebel Kücükkaraca
Landesvorsitzender
06.07.2008
Kiel, 06.07.2008
Zum zweiten Mal fand am 06. Juli 2008 in den Räumlichkeiten der Türkischen Gemeinde Schleswig-Holstein die Ausstellung des Schmuckkurses unter Leitung von Emine Bitek statt.
Neben Schmuck und anderen Handarbeiten, wie gestrickten Pullovern, bestickten Hosen und bemalten Tischdecken, konnte man ein Stück der türkischen Kultur erleben. Die Dekoration mit Holzornamenten, Kupfergeschirr, wertvollen Teppichen, Tüchern und einer hölzernen Truhe “wie aus Ali Baba und den 40 Räubern” ließ die Besucher eine Brise aus dem Orient spüren.
Der Landesvorsitzende der Türkischen Gemeinde in Schleswig Holstein, Dr. Cebel Kücükkaraca, eröffnete die Austellung des Schmuckkurses der Türkischen Gemeinde Schleswig-Holstein und betonte in seiner Eröffnungsrede die Wichtigkeit des kulturellen Austausches zwischen den Nationen.
„Wir unterstützen gerne Musik, Kunst und Kultur, da wir davon überzeugt sind, durch Austausch und Dialog ein Gefühl der Zugehörigkeit zu vermitteln sowie auf eine Vielfalt in unserer neuen Heimat hinzuweisenâ€, betonte Dr. Kücükkaraca.
Für begeisterte Schmuckträger war dies die Möglichkeit, sich mit den neuesten Variationen auszurüsten. Natürlich nahmen die ideenreichen Kursteilnehmer auch Bestellungen nach Wunsch der Träger entgegen.
Ziel des Kurses sei es vor allem gewesen, verschiedene Nationalitäten zusammenzubringen, so Emine Bitek. Dabei wurde die Kreativität der Teilnehmer gefördert und aufgezeigt, wie mit Fingerspitzengefühl Materialien verarbeitet werden können.
Das Programm des Schmuckkurses bot aber mehr als nur die mühevoll hergestellten Schmuckattraktionen.
Zu sehen war die junge Tanzgruppe des Sportvereins Intertürk Spor, die mit
türkischen Volkstänzen verschiedene Regionen der Türkei präsentierte und
Besucher dazu trieb, leidenschaftlich zu applaudieren. Für die musikalische Untermalung sorgten Gizem Yesilyurt, Gizem Simsek und Fatma Bitek aus der Sazgruppe der Türkischen Gemeinde Schleswig Holstein, die mit Liedern aus der türkischen Volks- und Kunstmusik die Besucher unterhielten.
Für das leibliche Wohl wurde ebenfalls gesorgt, durch türkischen Spezialitäten sowie den typischen Schwarztee.
04.07.2008
Die Volleyballspieler der TGS-H haben am Ende der Spielsaison 2007/2008 einen Grillabend veranstaltet. Mit von der Partie waren diesmal auch die Schmuckkursteilnehmer und deren Familien. Die Gruppen haben die Möglichkeit gehabt, sich näher kennenzulernen. Die Herren kümmerten sich draußen unter 25° Wärme um das Fleisch und die Damen bereiteten in der Küche den Reis und den Salat zu, während die Jugendlichen die Tische dekorierten. Nach dem Essen wurden abschließend noch verschiedene Spiele gespielt. Die Teilnehmer bedankten sich für die Organisation und äußerten den Wunsch, in Zukunft öfter solche Abende zu veranstalten.
Ort: TGS-H
Diedrichstr. 2,
24143 Kiel
03.07.2008
Türkisches Ausbildungsprojekt verlängert
10-jähriger Einsatz für Integration zahlt sich aus
Kiel. Die Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein e. V. (TGS-H) engagiert sich seit zehn Jahren erfolgreich für die Ausbildung junger Menschen mit Migrationshintergrund und wird hierbei vom Land auch in Zukunft weiter unterstützt. Die Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium Karin Wiedemann überreichte heute (3. Juli) im türkischen ATA-Reisbüro in Kiel einen Förderbescheid über 81.000 Euro für das zweite Halbjahr 2008 an den Vorsitzenden der Türkischen Gemeinde, Dr. Cebel Küçükkaraça. Die Mittel stehen für das Projekt „Ausbildung und Integration für Migranten – AIM“ zur Verfügung. Karin Wiedemann sagte bei der Bescheidübergabe: „Rund 40 Prozent der Jugendlichen mit einem Zuwanderungshintergrund erreichen keinen Berufsabschluss. Dieser Entwicklung müssen wir entgegen treten, denn eine abgeschlossene Ausbildung ist entscheidend für einen erfolgreichen Lebensweg.“
Der unermüdliche Einsatz der türkischen Gemeinde auf dem Gebiet der Ausbildung sei von unschätzbarem Wert, so die Staatssekretärin. Über zehn Jahre setzt sich die Gemeinde für die Belange der jungen Migrantinnen und Migranten ein. Während der gesamten Laufzeit hat das Wirtschaftsministerium das Projekt „Ausbildung und Integration für Migranten – AIM“ mit mittlerweile 1,6 Millionen Euro unterstützt. Über die gesamte Laufzeit konnten insgesamt 356 neue Ausbildungsplätze akquiriert und besetzt werden. Im vergangenen Jahr suchten 131 Betriebe ausländischer Inhaber und 167 Jugendliche Rat und Unterstützung in den Beratungsbüros in Lübeck und Elmshorn.
Oftmals vermag das Elternhaus die Vorteile und das dringende Erfordernis einer Berufsausbildung in Deutschland nicht zu erkennen, da es z.B. in der Türkei lediglich ein System des Anlernens gibt. Vor diesem Hintergrund ist eine Beratung durch Menschen aus dem gleichen Kulturkreis der beste Weg zum Verstehen und damit zur Ausbildung und Integration. Dies gilt insbesondere für Mädchen und junge Frauen, für die durch die Eltern oftmals keine Ausbildung angestrebt wird. Doch der Anteil der jungen Migrantinnen, die in den Beratungsbüros Unterstützung und Hilfe finden, steigt seit Jahren kontinuierlich an und liegt bei mittlerweile 48 Prozent.
Beim Gastgeber der Bescheidübergabe, Avni Mehmet Tunc von ATA-Reisen in Kiel wurde im Rahmen des Projektes AIM ein Ausbildungsplatz akquiriert. Seit dem vergan-genen Jahr wird dort eine Hauptschulabsolventin ausgebildet. In diesem Jahr soll in dem Unternehmen ein weiterer Ausbildungsplatz hinzukommen.
Verantwortlich für diesen Pressetext: Karin Fehlau | Ministerium für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr | Düsternbrooker Weg 94, 24105 Kiel |
Telefon 0431 988-4421 | Telefax 0431 988-4705 | E-Mail: pressestelle@wimi.landsh.de |
Medien-Informationen der Landesregierung finden Sie aktuell und archiviert im Internet unter http://www.landesregierung.schleswig-holstein.de
17.06.2008
In dieser Veranstaltung wird der Prozess des Lernens durch Lerntheorien und Lernmodelle allgemein verständlich erläutert. Anhand von praxisnahen Beispielen wird aufgezeigt, wie der Lernprozess effektiver gestaltet und die gesamte Entwicklung der Kinder gefördert und vorangebracht werden kann.
Der Vortrag wird ins Türkische und ins Kurdische übersetzt.
Referentin: Derya de Lor
Dipl. Pädagogin
Datum: 17.06.2008
Zeit: 19:00 – 20:30 Uhr
Ort: Kindertagesstätte
Kaiserstr. 92-100
24143 Kiel