Gedenkfeier in Mölln

Mölln. Mit einer Gedenkfeier erinnerten die Familien Arslan und Yilmaz gemeinsam mit der Stadt Mölln, Kirchen, Vereinen wie die Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein und vielen weiteren Weggefährten der Opfer der Brandanschläge vom 23.11.1992.

Vor 29 Jahren begingen Neonazis Brandanschläge auf zwei von türkischen Familien bewohnte Häuser in Mölln. Dabei kamen Bahide Arslan, Yeliz Arslan sowie die 14-jährige Ayşe Yilmaz ums Leben. Neun weitere Menschen wurden, teils schwer, verletzt.

Wegen der Corona-Beschränkungen fand die Veranstaltung dieses Jahr unter freiem Himmel statt. Die Gedenkfeier begann mit einer interreligiösen Andacht, beinhaltete anschließende Kranzniederlegungen an beiden Brandhäusern und schloss mit diversen Ansprachen und Reden.

Alle Redner waren sich einig, dass der Kampf gegen Hass, Gewalt und Menschenfeindlichkeit geschlossen weitergeführt und die Anschläge von Mölln und ihre Opfer auch als Mahnung für die Gegenwart und Zukunft in Erinnerung gehalten werden müssen.

20 Jahre Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein

Die Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein hat heute ihr 20-jähriges Bestehen mit einem Festakt im Kieler Landeshaus gefeiert. Als Vorreiter im Bereich der Integration setzt sie sich seit über zwei Dekaden für die rechtliche, soziale und politische Gleichstellung von Einwander_innen mit großem Erfolg ein. Ihr wichtigstes Augenmerk richtet sie dabei auf die Chancen, die sich durch Bildung, Ausbildung und Weiterbildung ergeben. Sie möchte nicht nur die Gleichheit der Menschen vor dem Gesetz erreichen, sondern auch die Chancengleichheit im Alltag herstellen.
Der Landesvorsitzende, Dr. Cebel Küçükkaraca, betonte dabei, dass er froh sei „als Schleswig-Holsteiner in einem Land zu leben, dass in Fragen der Integration und Hilfsbereitschaft schon immer ein bis zwei Schritte weiter war“. Vielfalt ist eine große Chance für alle, solange sowohl die aufnehmende als auch aufzunehmende Gesellschaft den Mut und die Bereitschaft wahren, zu fördern und zu fordern. Schleswig-Holstein hat in der Vergangenheit viel für Einwander_innen getan und diese wiederum viel zum Gedeihen ihrer neuen Heimat beigetragen.
Ministerpräsident Torsten Albig würdigte die Arbeit der TGS-H und sagte, dass das Land viel von der Hilfe und dem Erfahrungsschatz der Türkischen Gemeinde lernen könne und dies auch gerade bei der zu bewältigenden Integration der Flüchtlinge eine wertvolle Ressource darstelle.

Staatssekretär Ralph Müller-Beck zu Besuch bei der TGSH anlässlich des Projektes „BIMSH“

Im Rahmen des seit dem 01. Januar 2011 laufenden Projektes „BIMSH – Berufliche Integration von langzeitarbeitslosen Migrant/innen in Schleswig-Holstein“ lud die Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein e.V. zu einer Informationsveranstaltung ein und berichtete über die bisherige Umsetzung der Projektkonzeption.
Unter den Gästen befanden sich der Staatssekretär des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie des Landes Schleswig-Holstein Ralph Müller-Beck sowie ebenfalls vom Arbeitsministerium Frau Kerstin Ehlers und Herr Martin Ringat.
Das Projekt zielt darauf ab, geringqualifizierte und langzeitarbeitslose Menschen mit Migrationshintergrund im Alter von über 25 Jahren, über Förderung und Begleitung in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. Insgesamt wurden an den Standorten Kiel, Lübeck und Neumünster 215 langzeitarbeitslose Migrantinnen und Migranten in das Projekt aufgenommen. 37 Personen konnten in ein Beschäftigungsverhältnis gebracht werden.
In seiner rückblickenden Ansprache hob Dr. Cebel Küçükkaraca, Landesvorsitzender der Türkischen Gemeinde in Schleswig-Holstein e.V., die Besonderheit des Projektes für das Land Schleswig-Holstein hervor und führte aus: „Seit dem ihr mit dem 01. Januar 2011 diese verantwortungsvolle Arbeit anvertraut wurde, befasst sich die Türkische Gemeinde mit zwei der wichtigsten und schwierigsten Themen, die die Gesellschaft von heute als Ganze betreffen. Während die Integration der über 15,5 Millionen in Deutschland lebenden Menschen mit nichtdeutschem Hintergrund eines der größten sozialen und politischen Herausforderungen der deutschen Gegenwart darstellt, ist die Bekämpfung von Arbeitslosigkeit ein nicht weniger ernst zu nehmendes, bundesweites Dauerthema. Beide Gebiete in einem Projekt vereint, stellen eine entsprechend große Herausforderung dar und geben der TGS-H die Möglichkeit, sich zu beweisen. Umso erfreuter bin ich über das bisher Erreichte und die hohe Frequentierung des Projektes.“
Mit seinem persönlichen Dank an den Staatssekretär und das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie übergab Küçükkaraca das Wort an Ralph Müller-Beck.

Dieser belegte ein weiteres Mal die Unverzichtbarkeit der Funktion der Türkischen Gemeinde in Schleswig-Holstein und fügte lobend hinzu: „Trotz der schwierigen Ausgangslage, dass ein großer Anteil der Teilnehmer keinen abgeschlossenen Schulabschluss hat und über 70 Prozent der Teilnehmenden länger als vier Jahre arbeitslos waren, konnten mit dem Arbeitsmarktprojekt „BIMSH“ bisher 37 Vermittlungen in neue Arbeitsverhältnisse erreicht worden. Dieser Erfolg ist auf die gute Netzwerkarbeit der Türkischen Gemeinde, die aktive Mitarbeit mit den Migrantenbetrieben im Land sowie auf motivierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer zurückzuführen. Daher leistet die Türkische Gemeinde zur Arbeitsmarktintegration von Migrantinnen und Migranten vorbildliche Arbeit.“
Anschließend trug Projektleiter Orhan Ünsal anhand eines Kurzvortrages die nach der 22 monatigen Arbeit erreichten Ziele vor.
Die Veranstaltung fand seinen Abschluss in einem gegenseitigen Austausch der geladenen Gäste mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Projektes.

Zum Internationalen Frauentag

Die Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein e.V. (TGS-H) möchte auch im
Jahr 2021 daran erinnern, welche Leistungen Feminist*innen für unsere demokratische
Gesellschaft erbracht haben und jeden Tag weiterhin erbringen. „Wir
dürfen nicht vergessen, dass viele Rechte, die Frauen in unserer Gesellschaft
heutzutage haben, noch nicht lange selbstverständlich sind. Und auch wenn
z.B. das Wahlrecht für Frauen für uns natürlich nicht mehr wegzudenken ist,
dürfen wir nicht aus den Augen verlieren, dass Frauen auch in Deutschland
weiterhin strukturell benachteiligt werden.“, betont Dr. Cebel Küçükkaraca,
Landesvorsitzender der TGS-H.
Während der Corona-Pandemie zeigt sich, dass gesellschaftliche Gruppen, die
ohnehin marginalisiert bzw. benachteiligt werden, von vielen negativen Auswirkungen
in besonderem Maße betroffen sind. Das gilt auch für Frauen, die
insbesondere mit ökonomischer Ungleichheit oder auch sexualisierter Gewalt
konfrontiert sind. Kommen weitere Diskriminierungsfaktoren, wie beispielsweise
ein Migrationshintergrund dazu, können sich diese darüber hinaus verschränken
oder auch verstärken.
Die Pandemie macht einen weiteren Aspekt deutlich. In rechtsextremen Diskursen,
die weiter Zulauf erhalten, sind stereotype Rollenbilder weit verbreitet.
Narrative, die das Leben von Frauen auf den Haushalt und das Kinderkriegen
reduzieren wollen, sind ebenso Ausdruck von dem Zusammenspiel von Rechtsextremismus
und Sexismus, wie das Schüren von Angst vor Männern mit Migrationshintergrund.
Dr. Küçükkaraca ist überzeugt: „Stereotype Rollenbilder finden sich nicht nur
im extremistischen Milieu, sondern sind immer noch in der gesamten Gesellschaft
zu finden. Auch wenn die Auseinandersetzung mit struktureller Benachteiligung
gesamtgesellschaftlich nicht einfach ist, sind wir in einer Demokratie
in der Pflicht, genau hinzuschauen, Ungerechtigkeiten zu benennen, Betroffenen
Gehör zu geben und an Lösungen zu arbeiten. Nur auf der Grundlage sozialer
Gerechtigkeit kann unser Zusammenleben in Demokratie langfristig gelingen.
Der 8. März ist ein wichtiger Tag, um uns daran zu erinnern.“

Selbstmordanschlag auf Touristen in Istanbul

Presseerklärung 12.01.16

Die Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein trauert um die Opfer des heutigen Selbstmordanschlags auf eine mehrheitlich deutsche Touristengruppe im historischen Zentrum von Istanbul.

Der Selbstmordattentäter tötete sich inmitten unschuldiger Menschen in der Altstadt von Istanbul, wobei mindestens 10 Reiseteilnehmer ums Leben kamen und viele weitere verletzt wurden. „Diese menschenverachtende Tat auf nichtsahnende Touristen im Sultan Ahmet Park in Istanbul verurteilt die Türkische Gemeinde auf das Schärfste“, erklärt Dr. Cebel Küçükkaraca.

Durch die heimtückisch geplante Tat wurden nicht nur unschuldige Menschen viel zu früh aus dem Leben gerissen, sondern erneut bewiesen, dass jede Form des Terrors das in Freiheit selbstbestimmte Leben aller überall auf der Welt gefährdet. Unsere Anteilnahme gilt den Betroffenen und ihren Angehörigen.