- einzelne Beratung (persönlich od. telefonisch)
- Gruppenberatung mit päd. Ansatz
- Weitervermittlung an externe Beratungsstellen
- das duale Berufsbildungssystem
- optimale Bewerbungsunterlagen
- Berufe und Perspektiven
- Berufsberatungsstellen (Arbeitsämter)
- Termine und Formalitäten
- Bewerbungstraining / Coaching
- Steigerung der Medienkompetenz
- bessere Internetkenntnisse
- richtig Telefonieren
Im Folgenden wird eine Übersicht, der IBB-Teilnehmer gegeben. Dabei werden die alten (2001 – 2002) und die neuen TeilnehmerInnen (2003 – 2004) getrennt voneinander dargestellt. Dies hat den Vorteil die beiden Gruppen in bestimmten Punkten genauer analysieren zu können. Es wird dabei aber auch berücksichtigt werden, inwieweit sich die Erweiterung des IBB-Projektes durch die Ausweitung der Zielgruppe auf Jugendliche aller Nationalitäten (und nicht mehr nur Jugendliche türkischer Nationalität) in bestimmten Merkmalen von der Gruppe der alten TeilnehmerInnen unterscheidet. Bei beiden Gruppen wurden die Bildungsvoraussetzungen und der aktuelle Stand zum Ende des Projektes berücksichtigt. Bei dem überwiegenden Teil der TeilnehmerInnen spiegelt dies den Stand bei Eintritt in das Projekt, so dass dabei auch ersichtlich wird, inwieweit die TeilnehmerInnen durch das Projekt motiviert werden konnten.

In der Sparte „Deutsch" sind auch Einbürgerungen berücksichtigt.







Der überwiegende Teil der TeilnehmerInnen hatte die türkische Nationalität. Der Anteil der deutschen Nationalität erfasst auch eingebürgerte Jugendliche türkischer Abstammung. Daraus wird deutlich, das das Projekt auch nach der Erweiterung seit Februar 2003 zum überwiegenden Teil von Jugendlichen türkischer Herkunft genutzt wurde.

Bei den „Jobs" sind auch jene Jugendliche enthalten, die nicht sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse ausfüllen, also bspw. einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen. Von den 3 Hauptschulabsolventen hat einer den Abschluss in der Türkei erworben.

Die TeilnehmerInnen dieser Gruppe besuchen seit dem Projektkontakt bis heute die o. g. Schulen. Hier ging es vor allem um Bewerbungstraining sowie Informationen und Beratung über Ausbildungsmöglichkeiten. 2 Schüler aus einer DAZ-Klasse haben sich zusätzlich über Sprachkurse informiert.

* Das türkische Abitur wurde über das Bildungsministerium als Realschulabschluss anerkannt.

Von den 3 Jugendlichen ohne Abschluss erhalten 2 Sozialhilfe.

Unter „Sonstige" finden sich Jugendliche, die z. T. sehr unterschiedliche Voraussetzungen bei der Aufnahme ins Projekt mitgebracht haben und die auch zum Ende des Projektes statistisch schlecht „darstellbar" sind. Aus diesem Grunde wird im Folgenden auf diese Kategorie näher eingegangen.
- Mit Hauptschulabschluss, aber ohne derzeitige Beschäftigung oder Maßnahme sind 2 Jugendliche (1. Block links)
- Mit Hauptschulabschluss befinden sich 2 Jugendliche in einer Maßnahme der Arbeitsagentur (2. Block links)
- Mit Hauptschulabschluss und zur Zeit mit der Kindererziehung beschäftigt ist eine Jugendliche (3. Block links)
- Ohne Schulabschluss und zur Zeit mit der Kindererziehung beschäftigt sind 2 Jugendliche (4. Block links)
Von den Jugendlichen ohne Abschluss ist einer Arbeitslos, einer bewirbt sich um einen Ausbildungsplatz, 2 Jugendliche machen nichts und der letzte dieser Gruppe hat über 8 Jahre eine Schule in Belgrad besucht (besitzt die jugoslawische Staatsangehörigkeit), Aussagen über seinen derzeitigen Stand waren nicht mehr herauszufinden, da wir keine Rückmeldung bekommen haben. Der Status muss also offen bleiben.
Viele TeilnehmerInnen verfügten über nur ungenügendes Wissen bezüglich der Ausbildungsvoraussetzungen und Berufsmöglichkeiten. In der Regel schloss sich dann eine intensive Beratung über Möglichkeiten gerade auch im Hinblick auf die eigene Qualifikation und Ressourcen an. Nicht selten ging es um Fragen der Anerkennung von in der Türkei erworbenen schulischen und beruflichen Abschlüssen. In einigen Fällen galt es auch besondere Hindernisse, die einer schulischen oder beruflichen Ausbildung hinderlich im Weg standen, zu beseitigen. Diese waren mangelndes Wissen über Herangehensweisen der beruflichen oder schulischen Ausbildung, familiäre Konflikte und Spannungen, Unstrukturiertheit und mangelnde Motivation. Die Projekt-Mitarbeiter verstanden sich dabei als Anleiter, die den TeilnehmerInnen Hilfe zur Selbsthilfe angeboten haben. Einigen Jugendlichen reichte dies nicht, vielmehr erwarteten diese, dass ihnen Verantwortung und Initiative abgenommen werden. Diese Jugendliche entglitten während der Projektarbeit nach und nach.
Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit war die Vermittlung von Wissen in Bezug auf die Bewerbungsmappe, das Bewerbungsgespräch und das Berwerbungsverfahren. Dafür wurden im Rahmen des Projektes Bewerbungstrainingskurse durchgeführt, die die TeilnehmerInnen anschließend in die Lage versetzen sollten, das erworbene Wissen eigenständig umzusetzen.
Die Motivierung war insgesamt der schwierigste Teil der Arbeit und verlief individuell z. T. sehr unterschiedlich. Viele TeilnehmerInnen mussten zunächst überzeugt werden, dass wir ihnen helfen können. Dabei bestand das Problem oftmals darin, dass viele TeilnehmerInnen für sich keinen Hilfebedarf sahen. So ging es darum, ihnen deutlich zu machen, dass es auf Dauer keine gute Alternative ist, nichts zu machen. Unter Miteinbeziehung der Eltern wurde versucht nach Lösungen zu suchen, wobei sich in vielen Fällen herausstellte, dass auch die Eltern verzweifelt waren und nicht selten resigniert hatten. In vielen Fällen sind diese TeilnehmerInnen bereits durch andere Hilfesysteme gefallen und waren noch schwerer zu irgendetwas zu bewegen. Durch ständiges „auf die Füße treten" gelang es einige Jugendliche zur Zusammenarbeit zu motivieren, andere ließen sich auch davon nicht beeindrucken und besuchten innerhalb kürzester Zeit für sie akquierierte Praktikumsplätze nicht mehr. In der Regel wurden diese vom ASD betreut, mit dem dann z. T. auch Gespräche geführt wurden. Es stellte sich schnell heraus, dass dort ganz andere Probleme vorherrschten, die eine berufliche Qualifizierung in den Hintergrund stellten.
Für einige Jugendliche ist das Projekt nicht niedrigschwellig genug. Es setzt nicht dort an, wo diese Jugendliche intensive Hilfe und Unterstützung, besonders aber Motivation und Struktur benötigen. Diese sind überfordert unsere Dienstleistung in Anspruch zu nehmen, da es das Erkennen eines Hilfebedarfes voraussetzt. Von der Grundhaltung sind diese Jugendlichen mit ihrer gesamten Lebensplanung überfordert und nicht im Stande die Wichtigkeit der schulischen und beruflichen Fragen zu erkennen und (mit Hilfe) umzusetzen. Vielmehr benötigen diese Jugendliche Unterstützung, die sie dort abholt, wo sie stehen. Für diesen Hilfebedarf ist es notwendig sich durch Einzelbetreuung intensiv mit den Ressourcen und Problemlagen auf diese Jugendliche einzustellen.
Die andere Gruppe von Jugendlichen ist in der Lage, Hilfeangebote zu nutzen und anzunehmen. Diese Jugendlichen kommen selbstverantwortlich zur Beratung und haben erkannt, dass sie selbst am Prozess ihrer schulischen und beruflichen Entwicklung aktiv mitwirken können und müssen und für diesen auch Verantwortung tragen.
Um beiden Gruppen gerecht werden zu können, haben wir uns bemüht, besonders erstere Jugendliche motivierend zu stärken und ihnen immer wieder Hilfeangebote unterbreitet. Manche Jugendliche konnten auf diesem Wege zur Beratung motiviert werden und gemeinsam wurden Bewerbungsunterlagen erstellt, sie nahmen an Bewerbungstrainings teil und/oder wurden in Praktika vermittelt. Die Motivation kippte jedoch immer dann schnell um, wenn positive Rückmeldungen für sie ausblieben wie bspw. die Einladung zu einem Bewerbungsgespräch. Diese Jugendlichen kontinuierlich bei der Stange zu halten, hätte den Rahmen des Projektes gesprengt und die andere Gruppe von Jugendlichen wäre zu kurz gekommen. Hier war es mitunter schwierig diese Gradwanderung hinzubekommen.
Projektdetails
| Verantwortlich | Dr. Cebel Kücükkaraca |
|---|---|
| Projektleiter | - |
| Projektbeginn | 2001-10-01 |
| Projektende | 2004-01-31 |
| Standorte | Kiel |
| Träger | Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein e.V. |
| Zielgruppe | Jugendliche Migranten |