Fachtagung “Kinder! Schutz?”

Fachtagung “Kinder! Schutz?”

“Kinder und Jugendliche sind Träger von Rechten. Sie haben
ein Recht auf gewaltfreie Erziehung . . . ”
Auszug aus Art. 6a der Landesverfassung Schleswig-
Holsteins

Das Recht auf Schutz vor Gewalt haben natürlich alle
Kinder – auch jene mit Migrationshintergrund, den hat
aktuell jedes fünfte Kind in Schleswig-Holstein.
Der Arbeitskreis „Sexueller Missbrauch und Gewalt an
Kindern und Jugendlichen“ hat das Thema „Migrationssensibler Kinderschutz“ aber nicht nur wegen der
demografischen Zahlen aufgegriffen. Es waren vor
allem die eigenen Praxiserfahrungen, die im Arbeitskreis
vorgetragen wurden, und eine Publikation der
Internationalen Gesellschaft für erzieherische Hilfen
und des Institutes für Sozialpädagogische Forschung,
die den Anstoß zu diesem Fachtag gaben.

Mit Impulsen aus Theorie und Praxis sowie konstruktiven
Diskussionen möchten wir klären:

• Welche Konsequenzen ergeben sich für einen qualifizierten
Kinderschutz aus der Migrationstatsache?
• Brauchen Kinder mit Migrationshintergrund einen
anderen Kinder- und Jugendschutz?
• Wie können Zugangsbarrieren zu Beratungs- und
Unterstützungssystemen abgebaut werden?
• Was bedeutet in diesem Bereich Netzwerkarbeit?

Die Fachtagung richtet sich an: Fachkräfte in Kinderund
Jugendhilfe, Schulen, Frauenberatungsstellen,
Migrant_innenorganisationen und Migrationsfachdienste.

Teilnahmebeitrag:
58,00 Euro
inkl. Unterlagen, Getränke und Imbiss

Datum:
23.09.2014, 9:00-15:45 Uhr

Ort:
PARITÄTISCHER WOHLFAHRTSVERBAND
SCHLESWIG-HOLSTEIN e.V.
Zum Brook 4 | 24143 Kiel

Anmeldung:
Corinna Wendt-Gill
Tel. 0431/56 02 – 73
Fax 0431/56 02 – 88 73
wendt-Gill@paritaet-sh.org

Kooperation zwischen der Türkischen Gemeinde in Schleswig-Holstein und der Jüdischen Gemeinde Kiel und Region

Am Sonntag, dem 07.09.2014, trafen sich Frauen der Jüdischen Gemeinde Kiel und Region (JGKuR) und der Türkischen Gemeinde in Schleswig-Holstein (TGS-H) in den Räumlichkeiten der Jüdischen Gemeinde, um sich von den Möglichkeiten des Engagements in ihrem jeweiligen Verein zu berichten, Gemeinsamkeiten zu finden und darauf basierend Ideen für gemeinsame Aktivitäten zu entwickeln.

Durchgeführt wurde die Veranstaltung im Rahmen des Projekts „Aktive Teilhabe in Schleswig-Holstein (ATS-H)“, das u.a. die Stärkung und Aktivierung von Frauen und die Interkulturelle Öffnung sowohl von Einrichtungen der Mehrheitsgesellschaft, als auch Migrant_innenorganisationen zum Ziel hat. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium des Innern und dem Innenministerium des Landes Schleswig-Holstein.

Darüber hinaus bildet die Veranstaltung auch den Auftakt einer engeren Kooperation zwischen der TGS-H und der JGKuR. Dr. Cebel Küçükkaraca, der Landesvorsitzende der Türkischen Gemeinde in S-H beschreibt es wie folgt: „Es ist schön festzustellen, wie viele Gemeinsamkeiten es zwischen unseren Vereinen gibt, sowohl in den Zielen, als auch in dem Engagement, das Menschen in die Vereine einbringen. Wenn wir uns austauschen und zusammenarbeiten, können wir uns besser unterstützen und gemeinsam mehr erreichen.“

Die Kooperation setzt auch ein Zeichen für sozialen Frieden und gegen Hass und Menschenfeindlichkeit. „Gerade in der heutigen Zeit, in der wir immer noch häufig Antisemitismus und Rassismus begegnen, ist es uns wichtig, ein Zeichen für ein friedliches Miteinander zu setzen, Freundschaften zu knüpfen und zu pflegen. Nur wenn wir uns kennen lernen, können Vorurteile überwunden werden“, betonte Frau Ladyshenski, die Geschäftsführerin der Jüdischen Gemeinde Kiel und Region.

Besonders erfreulich ist, dass aus diesem ersten Treffen bereits Planungen für weitere gemeinsame Veranstaltungen entstanden, auf die sich alle Beteiligten freuen. „Sehr häufig beschäftigen wir uns mit der Interkulturellen Öffnung von Fach- und Regeldiensten der Mehrheitsgesellschaft. Schön, dass wir dieses Mal auch zur Interkulturellen Sensibilisierung von Migrant_innenorganisationen beitragen konnten“, so Küçükkaraca abschließend.

Die Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein e.V. (TGS-H) ist Träger der Freiwilligen Sozialen Dienste

Am 15.09.2014 übergab die Ministerin für Soziales und Gesundheit des Landes Schleswig-Holstein, Kristin Alheit, der Türkischen Gemeinde in S-H symbolisch die Trägerschaft für die Freiwilligen Sozialen Dienste.

Damit ist die TGS-H die erste Migrantenorganisationen in Schleswig-Holstein, die die Trägerschaft zuerkannt bekommen hat. „Dies ist ein weiterer, wichtiger Schritt in Richtung gleichberechtigte Partizipation“, sagte Dr. Cebel Küçükkaraca, Landesvorsitzender der TGS-H. „Migrantinnen und Migranten sind ein Teil dieser Gesellschaft. Dennoch sind sie in vielen Teilen noch unterrepräsentiert. Wir haben noch keine Chancengleichheit schaffen können. Daran wollen wir gemeinsam arbeiten“, so Küçükkaraca weiter.

Mit der Trägerschaft möchte die TGS-H ihren Beitrag dazu leisten, dass das ehrenamtliche Engagement gestärkt wird. Mehr Jugendliche mit Migrationshintergrund sollen für sich das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) als Option auf dem Weg der Berufsfindung entdecken. Die TGS-H hat sich u.a. zum Ziel gesetzt, dazu beizutragen, dass mehr Migrantenorganisationen als FSJ-Dienststelle gewonnen werden.

Küçükkaraca betont: „Die Trägerschaft ist für die Gesamtgesellschaft ein Gewinn. Wir können zum Beispiel in den Dienststellen das Thema Interkulturelle Öffnung intensivieren. Außerdem kann das Potenzial der Jugendlichen mit Migrationshintergrund im sozialen Sektor so besser genutzt und die Jugendlichen besser gefördert werden. Das Freiwillige Soziale Jahr kann insbesondere auch positiv auf den Fachkräftebedarf wirken.“

Immer mehr soziale Berufe, allen voran Pflegeberufe haben einen erhöhten Fachkräftebedarf und wenig Bewerberinnen und Bewerber. Das FSJ kann dabei helfen, die Attraktivität einiger Berufsgruppen über die praktische Tätigkeit zu steigern.
Dr. Küçükkaraca beendete mit den Worten seine Rede: „Deutschland ist unser Land. Unsere Kinder sind die Kinder Deutschlands. Wir wollen gemeinsam unser Land voranbringen.“

Die Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein (TGS-H) fordert Aufklärung und Solidarität

Am 16.08.2014 wurde die Moschee in Mölln von bislang unbekannten Täter_innen verunstaltet. Dabei wurde ein Beutel mit stinkendem Inhalt, bestehend aus Fleisch und Flüssigkeiten an die Tür der Moschee geworfen. Eine Berichterstattung erfolgte verspätet, um eine Nachahmung zu verhindern. Nachdem die Möllner Stadtvertretung eine Resolution veröffentlichte, wurde am 30.08.2014 wieder von Unbekannten in den Flur der Moschee uriniert.
Die Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein verurteilt diese Taten aufs Schärfste.

Herr Dr. Küçükkaraca, Landesvorsitzender der TGS-H, fordert eine lückenlose Aufklärung und die Verurteilung der Täter_innen. „Diese Taten sind ungeheuerlich. Menschen, die friedlich ihren Glauben verrichten wollen, werden durch diese Respektlosigkeit verunsichert und eingeschüchtert. Die Täterinnen oder Täter müssen gefunden und bestraft werden“, sagte Dr. Küçükkaraca vergangenen Samstag.

Die TGS-H begrüßt die Aktionen der Stadtvertretung und fordert alle Einwohner_innen Schleswig-Holsteins, die sich solidarisch zeigen wollen, auf, an der Solidaritätsveranstaltung am

Sonnabend, den 06.09.2014, um 11.00 Uhr auf dem Möllner Marktplatz teilzunehmen.

Treffpunkt ist um 10.30 Uhr auf dem Möllner Bauhof mit anschließendem Marsch durch die Hauptstraße zum Marktplatz.

Türkisch als Wahlpflichtfach am Hans-Geiger-Gymnasium Kiel – eine Bereicherung für alle

Seit diesem Schuljahr gibt es am Hans-Geiger-Gymnasium in Kiel die Möglichkeit, Türkisch als Wahlpflichtfach zu wählen. Damit geht für viele, hier lebende türkeistämmige Menschen ein Traum in Erfüllung. Die Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein e.V. (TGS-H) hatte die muttersprachliche Förderung bereits zu Zeiten ihrer Gründung 1995 zum Thema gemacht und lange und intensiv Aufklärungsarbeit geleistet.

„Endlich werden die bereits seit Jahren bestehenden wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Förderung der Muttersprache in der Schulpraxis wahrgenommen“, betont Dr. Cebel Küçükkaraca, der Landesvorsitzende der TGS-H. Die türkeistämmigen Schülerinnen und Schüler erhalten die Möglichkeit, ihre Familiensprache im Fach “Türkisch als Muttersprache” zu verbessern. Gut möglich, dass diese Schülerinnen und Schüler durch die Bewusstmachung vieler sprachlicher Phänomene im Türkischunterricht auch im Deutschunterricht bessere Leistungen erbringen können. Genauso wichtig ist die Aufwertung der türkischen Sprache als ein versetzungsrelevantes Schulfach, zumal sie seit Jahren in manchen Schulen, selbst in den Pausen auf dem Schulhof, als “unerwünscht” galt bzw. immer noch gilt.

Auch begrüßt die TGS-H die Entscheidung des Hans-Geiger-Gymnasiums, neben „Türkisch für Fortgeschrittene” einen Kurs für „Türkisch für Anfänger”, d.h. als Fremdsprache, anzubieten. Dass dafür ebenfalls Interesse bei Schülerinnen und Schülern vorhanden ist, die keine Türkischkenntnisse von zu Hause mitbringen, ist aus unserer Sicht besonders erfreulich. Die TGS-H betrachtet dies als einen Beitrag zu mehr Verständnis, nicht nur sprachlicher Art – denn, so Küçükkaraca: „Eine Sprache zu lernen bedeutet nie, einfach nur Grammatik und neue Wörter zu lernen, sondern auch sich mit einer anderen Kultur auseinanderzusetzen.“