10.09.2025
Am Mittwoch, 17.01.07 um 15.30 Uhr lud die Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein e.V., im Rahmen ihres Projektes „AusbildungsNetzwerke für Migrant/innen in Schleswig-Holstein“ – ANMSH, zu einer Diskussion zwischen Schüler/innen und Arbeitgebern aus Neumünster. Die Veranstaltung mit dem Titel „Praktikum und Ausbildung heute: Was erwarten Jugendliche und Arbeitgeber voneinander?“ wurde von dem Schulleiter Herr Surm in der Hansböckler Schule eröffnet und sollte diejenigen miteinander ins Gespräch bringen, die diese Thematik betrifft.
Durch diese Diskussion hatte die Türkische Gemeinde Schleswig- Holstein den Ziel Schüler/innen die Chance zu geben von den Betrieben zu erfahren wie man sich am besten für die Ausbildungsvorstellung vorbereiten kann und wie man am besten die Bewerbung überreicht.
Über 100 Gäste, darunter zahlreiche Schüler/innen ab der 8. Klassen verschiedener Schulen waren erschienen.
Dr. Cebel Küçükkaraca, Landesvorsitzender der Türkischen Gemeinde in Schleswig-Holstein gab ein Kurzbericht über die Aktivitäten Türkischen Gemeinde in Schleswig-Holstein. Nach dem Projektmitarbeiterin Dipl.Inf.Nilgün Kıroglu für das ANMSH-Projekt mit Jugendlichen mit Migrationshintergrund zu beruflichen Orientierung arbeitet, das Projekt kurz vorgestellt hatte, hatten die Betriebe sich vorgestellt.
Für die Arbeitgeber, alle mit Migrationshintergrund, saßen Aydin Bicakci Inhaber mehrere Betriebe, Herr Celal Adalya Inhaber eines Autowerkstatt, Herr Hüseyin Akaltun aus Versicherungsgeschäft und Herr Ethem Kücük als Ingenieur mit eigenem Ingenieurbüro auf dem Podium. Sie selbst sind mit Eigeninitiative, Mut und Lernwillen den schweren Weg vom Hauptschulabschluss bis hin zur eigenen Firma gegangen.
Alle vier machten den Jugendlichen sehr eindringlich klar, dass ein Hauptschulabschluss kein negativer Stempel sein muss, sondern dass Persönlichkeit, Einsatz und Lernwillen mindestens genauso viel wie ein guter Schulabschluss zählen. „Gastarbeiterkinder, gebt Gas“ sagte Celal Adalya und sprach damit den anderen Firmenvertretern aus dem Herzen.
Die Schüler der 8. und 9. Klassen hörten den Ausführungen interessiert zu, und so manche Frage der jungen Leute konnte beim anschließenden kalten Büffet mit türkischem Tee und Kaffee im direkten Gespräch mit den Arbeitgebern beantwortet werden.
Aktuell und anschaulich konnten sie aus ihrem „Alltag als Chef“ berichten und auch ihre Anforderungen an die Auszubildenden in ihren Betrieben formulieren. Dabei nahmen sie die Gedanken der Schüler/innen ernst, wiesen sie aber auch darauf hin, dass man als Auszubildender „unten“ anfängt und noch nicht zu allen Aufgaben herangezogen werden kann.
Tipps von Betrieben:
– Hauptschüler können ebensoviel wie alle anderen.
– Erstkontakt mit Arbeitgeber ist sehr wichtig.
– Man soll nicht nur nach Rechten denken sondern auch nach Pflichten.
– Flexibilität, Pünktlichkeit, Kreativität, Mathe, Englisch und gute Deutschkenntnisse müssen vorhanden sein.
– Man soll nicht nur mit Aussehen gut erscheinen sondern sein Wissen verkaufen.
– Wenn möglich, dann Bewerbung immer persönlich abgeben.
– Viele Betriebe sortieren die Bewerbungen nach Geruch.
– Bei jeder Bewerbung Praktikum anbieten.
– nicht jede Absage als Diskriminierung zu empfinden
Die TGS-H dankt allen Besucher/innen ganz herzlich für ihr Kommen.
Unter unseren Gästen durften wir begrüßen:
Ausbildunsverbund
Herr Reinhard Arens, Herr Thomas Börner
IHK Neumünster
Herr Reinecke
Agentur für die Arbeit NMS
Herr Böckenhauer
Quartiermanagment Vicelinviertel
Fr. Marion Tempel
AWO
Herr Sami Inci
Hans-Böckler-Schule Lehrer/in und Schülern
Grund- und Hauptschule im Schulzentrum Einfeld Lehrer/in und Schülern
Grund- und Hauptschule Wittorf Lehrer/in und Schülern
Wippendorfschule Lehrer/in und Schülern
Elly-Heuss-Knapp-Schule Lehrer/in und Schülern
Walther-Lehmkuhl-Schule Lehrer/in und Schülern
Theodor-Litt-Schule Lehrer/in und Schülern
Betriebe:
Herrn Aydın Biçakçı Elektronik, Prüftechnik Software
Herrn Celal Adalya Autohaus Baris
Herr Etem Kücük, Dipl. Ingenieur Ingenieurbüro
Hüseyin Akaltun Versicherung
Und
Interessierte Eltern
Neumünster, 17.01.07
17.12.2019
„Teil haben, Teil sein – Für eine Demokratie in Vielfalt.“
Am Sonntag, den 15.12.2019 fand die 11. Ordentliche Vollversammlung mit Vereinsmitgliedern und Gästen in den Räumlichkeiten der Türkischen Gemeinde in Schleswig-Holstein statt. Die Vollversammlung wurde unter der Leitung von Kenan Kolat durchgeführt. Dr. Cebel Küçükkaraca wurde in seinem Amt bestätigt und erneut zum Landesvorsitzenden einstimmig gewählt.
Im Vortrag über die Arbeit des letzten Vorstandes stellte der alte wie neue Landesvorsitzende fest, dass der Verein seit 25 Jahren ungebrochen für Integration, Teilhabe, Gerechtigkeit und Chancengleichheit kämpfe. Das Wachstum des Vereins unterstreiche, wie dringend diese Anliegen sind. Dass sich so viele Menschen in diesem Bereich ehrenamtlich engagieren und einen guten Teil ihrer Freizeit für ihre Mitmenschen einbrächten, sei ferner ein toller Beweis für das Funktionieren der Zivilgesellschaft.
Gefolgt von den Berichten der Kassenwartin, des Kontrollrats und der Entlastung des Vorstands wurden die Wahlen für den neuen Vorstand vollzogen. Folgende 15 Mitglieder (8 Frauen und 7 Männer) wurden für die nächsten zwei Jahre gewählt:
Landesvorsitzender:
Dr. Cebel Küçükkaraca
Stellvertretende Vorsitzende:
Dr. Reyhan Kuyumcu
Çetin Yıldırım von Pickardt
Wolfgang Schulz
Saliha Kasımoğlu
Kassenwartin:
Fatma Çiftçiler
Schriftführerin:
Sultan Erdoğan
Landesvorstand:
Emine Bitek
Sadık Dumlu
Yücel Yıldız
Berrin Yıldız
Mustafa Erdoğan
Harun Kahveci
Hediye Aytekin
Leyla Solih (Jugendwartin)
Ersatzmitglieder:
Taner Zafer Yılmaztürk
Ali Ergin
Ayhan Şimşek
Biritan Bozan (stellvertrende Jugendwartin)
Kontrollrat:
Cengiz Ulus
Enver Şahin
Fatma Demircan
10.03.2018
Die Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein wünscht allen Frauen einen schönen Weltfrauentag. Auch im 107. Jahr des Weltfrauentags sind wir weit davon entfernt, uns zurückzulehnen und zufrieden zu sein.
Nach Frau Dr. Reyhan Kuyumcu, stellvertretende Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Schleswig-Holstein sei eher das Gegenteil der Fall. Sie sagt: „Das #MeToo-Hashtag, das im Oktober 2017 nach der ersten Absetzung innerhalb von 24 Stunden millionenfach verwendet wurde, zeige sehr deutlich, dass selbst in Ländern, die sich für modern und aufgeklärt halten, Frauen von sexuellen Belästigungen und Übergriffen stark betroffen sind.“
Weltweit sind Frauen und Mädchen täglich Gewalt, Missbrauch, Ausbeutung, Vertreibung und Erniedrigung ausgesetzt. Sie verdienen weniger Geld bei gleicher Leistung, erfahren Diskriminierung und Benachteiligung wegen ihres Geschlechts und müssen mehr als Männer leisten, um an führende oder einflussreiche Positionen zu gelangen. Hierzulande wollen Rechtspopulisten mit ihrem rückständigen Frauenbildern und Familienvorstellungen sogar Frauen wieder in enge Schranken weisen.
Daher fordern Frauen zurecht in sozialen Netzwerken, auf den Straßen, in Filmstudios und Fabriken einen dauerhaften Wandel und keine Toleranz für sexuelle Gewalt, Belästigung und Diskriminierung aller Art. Frauen und Mädchen zu stärken und Geschlechtergleichheit zu erreichen, sind die unerledigten Aufgaben unserer Zeit und eine der wichtigsten Menschenrechtsfragen unserer Welt.
Frau Serap Nicklas, ebenfalls stellvertretende Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Schleswig-Holstein, führt aus: „Diejenigen, die mutig und hartnäckig für Gleichberechtigung kämpften und heute noch kämpfen, verdienen besonderen Respekt. Diesen Respekt sollten wir ihnen – nicht nur heute – erweisen, indem wir die Rechte nicht als Selbstverständlichkeit annehmen, sondern sie weiterhin täglich verteidigen.“
22.11.2017
Am kommenden 23. November ist es 25 Jahre her, dass in Mölln Neonazis durch einen Brandanschlag die zehnjährige Yeliz Arslan, die 14-jährige Ayşe Yılmaz und die 51 Jahre alte Bahide Arslan töteten. Neun weitere Menschen wurden, teils schwer, verletzt.
Wir beobachten daher mit großer Sorge die Zunahme von rassistischen, fremden- und islamfeindlichen Debatten in der Öffentlichkeit. Vor dem Hintergrund der NSU-Morde, brennender Flüchtlingsunterkünfte und dem Einzug einer rechtspopulistischen Partei in verschiedene Landtage und den Bundestag, ist das Gedenken an die Opfer und ihrer Angehörigen deshalb wichtiger denn je. Der Brandanschlag in Mölln steht dabei für einen gefährlichen Zusammenhang zwischen politischen Diskursen und mörderischen Taten.
Gleichwohl blicken wir auch mit Zuversicht und Optimismus auf einige Entwicklungen. Tausende ehrenamtlich Engagierte haben in den letzten Jahren durch ihre Arbeit für und mit Geflüchteten ein neues Bild von deutscher Willkommenskultur entstehen lassen. Und überall werden Stimmen laut, die Menschenfeindlichkeit und Rassismus anprangern.
Dr. Cebel Küçükkaraca, Landesvorsitzender der Türkischen Gemeinde in Schleswig-Holstein, erklärt: „Diese gesamtgesellschaftliche Antwort auf rechtes Gedankengut und Gewalt ist sehr ermutigend. Daher wollen wir den heutigen Tag nutzen, um gemeinsam den Opfern von damals und heute zu gedenken, unsere Stimme gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Gewalt zu erheben, und denen zu danken, die weiterhin täglich im Sinne der Menschlichkeit handeln und wirken
21.03.2017
“Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren“. Dass
diese Feststellung aus Artikel 1 der Allgemeinen Erklärung der
Menschenrechte in der gelebten Realität nicht überall angekommen ist,
zeigten auch in diesem Jahr rassistische und menschenfeindliche Gewalt,
stereotype Darstellungsweisen in den Medien sowie stets gegenwärtige
Alltagsdiskriminierung.
„Es lassen sich Verschärfungen auf verschiedenen Ebenen beobachten. Zum einen hat sich die Zahl der tatsächlichen Angriffe auf Menschen mit einem anderen Aussehen, einer anderen Herkunft oder einer anderen Religionszugehörigkeit deutlich erhöht. Zum anderen beobachten wir auch, dass ein generelles Gefühl eines ‚Gegeneinanders‘ zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen wächst.“, beschreibt Dr. Cebel Küçükkaraca, Landesvorsitzender der Türkischen Gemeinde in Schleswig-Holstein (TGS-H). Immer mehr Debatten fänden nicht auf der Grundlage von Fakten, sondern von Angst und Hass statt.
„Rassismus ist ein strukturelles Problem, das negative Auswirkungen auf unsere gesamte Gesellschaft hat. Um dieses Problem zu überwinden brauchen wir noch viele Dinge. Wir wünschen uns dazu eine klare Haltung der Politik, die das Konstruieren und Ausgrenzen von Gruppen vermeidet. Wir wünschen uns, dass weniger Vorurteile in medialer Berichterstattung reproduziert werden. Und wir wünschen uns, dass weiterhin Menschen den Mut und das Engagement aufbringen, um sich gegen Ungerechtigkeiten stark zu machen.“, so Dr. Küçükkaraca weiter.
Es ist besonders erfreulich, dass im Jahr 2017 anlässlich der Internationalen Wochen gegen Rassismus deutschlandweit mehr als 1200 Veranstaltungen stattfinden und viele Menschen sich aktiv daran beteiligen.
28.09.2016
Wir verurteilen die feigen Sprengstoffanschläge auf eine Moschee und ein Begegnungszentrum in Dresden aufs Schärfste! Diese Anschläge, verübt einen Tag vor der Feier zum zehnjährigen Bestehen der Islamkonferenz und kurz vor der Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit, sind einen Angriff auf unsere Demokratie und unsere offene, tolerante und vielfältige Gesellschaft. Die Gefährdung und Verletzung von Menschenleben wurde durch den Täter bewusst in Kauf genommen.
Auf der einen Seite verlangt diese Tat eine umfassende, lückenlose Aufklärung und eine zügige rechtsstaatliche Strafverfolgung. Auf der anderen Seite soll unsere freiheitlich-demokratische Gesellschaft noch enger zusammenrücken und sich geschlossen auf die Werte besinnen, die uns ausmachen.
Wir dürfen keinesfalls der Angst erliegen, die unter uns gesät wird. Diese gefährdet nämlich nicht nur unsere Freiheit und unsere Lebensweise, sondern wird auch unsere Dialogfähigkeit stören, die für unser friedvolles Miteinander essenziell ist.
Dr. Cebel Küçükkaraca
-Eyalet Başkanı-