Das Projekt “Ausbildung und Integration von Migranten” (AIM) wird weitergeführt!

Die Türkische Gemeinde Schleswig-Holstein e.V., Träger des Projekts „Ausbildung und Integration für Migranten (AIM)“, freut sich die Übergabe des Zuwendungsbescheids am 28.06.07 durch Staatssekretärin Karin Wiedemann vom Wirtschaftsministerium des Landes Schleswig-Holstein anlässlich der AIM-Projektverlängerung um ein weiteres Jahr bekannt zu geben.

Das Land Schleswig-Holstein fördert das Projekt der TGS-H seit 1998, welches zusätzliche Lehrstellen in Betrieben schafft, deren Inhaber Migrationshintergrund aufweisen und Jugendliche beim Übergang von der Schule in die Ausbildung unterstützt. Dabei handelt es sich um Migrantenbetriebe, die bisher nicht ausbilden. Auch aufgrund von Sprachdefiziten und mangelnden Kenntnissen des dualen Ausbildungssystems werden diese Betriebe, in enger Kooperation mit den zuständigen Kammern, bei der Schaffung neuer Lehrstellen begleitet, beraten und unterstützt.
Als zweiter Schwerpunkt werden Jugendlichen und ihre Eltern umfangreiche Hilfeleistungen geboten, damit der Übergang von der Schule in die Ausbildung erfolgreich stattfindet und die Auszubildenden befähigt werden, die Ausbildungszeit erfolgreich abzuschließen. „Das Potential der Migrantenbetriebe und der Jugendlichen zusammen zu führen und zu einem positiven Ergebnis zu begleiten ist das Ziel des AIM-Projekts. Jeder Schritt zur Eigenständigkeit und Eigenverantwortlichkeit der Betriebe und den Jugendlichen in Bezug auf Ausbildung ist ein großer Gewinn für die Gesellschaft“, betonte Dr. Cebel Kücükkaraca, Landesvorsitzender der TGS-H. Seit 2001 wurden bereits 963 Jugendliche in den AIM-Projektbüros betreut und davon mehr als 51% positiv vermittelt. Seit 1998 hat das AIM-Projekt 719 Migrantenbetriebe akquiriert, die zur Bereitstellung von 331 Ausbildungsplätzen motiviert werden konnten. (Stand Juni 2007). Diese positive Bilanz kann nun durch die Unterstützung des Wirtschaftsministeriums und die Possehl-Stiftung noch weitergeführt und optimiert werden.
Die Übergabe fand im „Sultan Markt“ Elisabethstr. 33-35, 24143 Kiel statt; Der Familienbetrieb wurde bereits im Jahre 2004 durch die TGS-H akquiriert und bildet derzeit einen Auszubildenden aus. Herr Kiremit wird zum Sommer 2007 einen weiteren jungen Menschen zum Kaufmann im Einzelhandel ausbilden.
Mit großer Überzeugung und Motivation unterstützt Herr Kiremit stets die Arbeit der TGS-H und setzt sich besonders für Schüler und Schülerinnen mit Migrationshintergrund ein.

An der Übergabe des Zuwendungsbescheides nahmen folgende Personen teil:

– Karin, Wiedemann – Staatssekretärin,
– Bianca, Schlahn – MWV
– Dr. Kücükkaraca – Landesvorsitzender der TGS-H
– Angelika, Birk – Abgeordnete der Grünen
– Herr Mohammed Kiremit – Betriebsinhaber
– Frau Kohrs-Heimann – Fridtjof- Nansen- Schule- Schulleiterin
– Frau Hartwig – Max Tau Schule – zuständig für Berufsorientierung
– Nejla, Yilmaz – Elternbund Kiel
– Emine Bitek – Vorstand der TGS-H
– Schüler und Schülerinnen verschiedener Kieler Schulen sowie weitere Betriebsinhaber und Interessierte

Anschlag auf die Mitarbeiter des Zirve Verlags in Malatya

Mit Trauer um die Opfer und Hinterbliebenen verurteilt die TGS-H den menschenverachtenden Anschlag auf die Mitarbeiter des „Zirve“ Verlags und hofft, dass die Täter schnellstmöglich zur Rechenschaft gezogen werden.

Diese Tat ist weder mit weltlichem noch mit religiösem Recht vereinbar und kann von niemandem in keiner Weise gerechtfertigt werden. Die fadenscheinigen Begründungen, die die für die Tat verantwortlichen Jugendlichen vorbringen, zeigen nur, dass diese von fundamentalistischen, in Sekten organisierten Predigern instrumentalisiert worden sind und man, wenn man in Zukunft solche traurigen Ereignisse verhindern will, gegen diese vorgehen muss.

Es ist klar, dass sich im Bezug auf die Rechte religiöser Minderheiten in der Praxis mehr ändern muss, wobei dieser Entwicklung zugleich die Beitritts-perspektive der Türkei zu Gute kommt. Dennoch darf man aber gegenwärtig es nicht außer Acht lassen, dass eine unbedachte weitere Liberalisierung des Umgangs mit religiösen Minderheiten zur Zeit gerade den Kräften zuspielen dürfte, die für diesen heimtückischen und grausamen Anschlag verantwortlich sind. Sie bekämen eine rechtliche Anerkennung, könnten sich öffentlich organisieren und dieser Machtzuwachs bekäme gerade den christlichen Minderheiten und Andersdenkenden nicht gut. Deshalb muss bei einer weitgehenden Liberalisierung insbesondere dies berücksichtigt und vermieden werden. Man darf nicht vergessen, dass auch Freiheit ihren Preis hat.

Es bleibt zu hoffen, dass dieser traurige Anlass den Verantwortlichen zu denken gibt, damit sich so etwas nicht wiederholt und die Konsequenzen so gezogen werden, dass ein langfristiger gesellschaftlicher Frieden gewahrt werden kann, da es auf der Welt nirgendwo noch Platz für Intoleranz und Ignoranz gibt.

Dr. Cebel Kücükkaraca
Landesvorsitzender