28.03.2014
Die Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein (TGS-H) kritisiert den Gesetzesentwurf der Bundesregierung zum Optionsmodell.
Kinder ausländischer Eltern, die in Deutschland geboren sind, bekommen bei Geburt sowohl die Deutsche als auch die ausländische Staatsbürgerschaft. Mit der Volljährigkeit müssen sich die jungen Menschen für eine Staatsbürgerschaft entscheiden. Um die deutsche weiterhin zu behalten, muss die ausländische bis zum 23. Lebensjahr abgegeben werden. Dabei werden aber Ausnahmen gemacht. Z.B. für EU-Bürger_innen oder für Ausländer_innen, deren zweites Heimatland sie nicht ausbürgert. Dies führte dazu, dass bereits 52% der Betroffenen die doppelte Staatsbürgerschaft besitzen. Somit werden durch das Optionsmodell bestimmte Volksgruppen, meist aus Drittländern, diskriminiert.
Die TGS-H fordert deswegen seit der Einführung des unsinnigen Optionsmodells die Abschaffung dieser Regelung. Das neue Gesetz führt das Optionsmodell aber weiter und bringt weitere bürokratische Hürden.
Zwar soll die Optionspflicht für einige Gruppen wegfallen, dafür müssen die jungen Menschen bis zum 21. Lebensjahr selbst einen Antrag stellen. Erst nach dem 21. Lebensjahr werden die Behörden aktiv. Zudem sind nicht nachvollziehbare Bedingungen an die Beibehaltung beider Staatsangehörigkeiten verknüpft.
Es wird ein Aufenthalt von 8 Jahren oder der Schulbesuch von 6 Jahren als Bedingung angeführt. Allerdings ist dieses die Bedingung für die Beibehaltung der ausländischen Staatsbürgerschaft. Der junge Mensch kann sich, auch wenn die Bedingungen nicht erfüllt werden, dennoch für die deutsche Staatsbürgerschaft entscheiden.
„Das ist Unsinn“, sagt der Landesvorsitzende der Türkischen Gemeinde in Schleswig-Holstein, Herr Dr. Cebel Küçükkaraca. „Dieser Gesetzesentwurf bringt keine Verbesserung. Viele Bedingungen, die der Gesetzesentwurf beinhaltet, verlangen die Überprüfung der Echtheit der einzureichenden Dokumente. Dies ist ein unnötiger Verwaltungsaufwand und schafft neue Unsicherheiten. Nach wie vor halten wir die Abschaffung der Optionspflicht und die Einführung der doppelten Staatsbürgerschaft für den besten Weg.“
Mit seiner Kritik bleibt Dr. Küçükkaraca nicht alleine. Bislang haben sich drei Länder gegen den neuen Gesetzesentwurf ausgesprochen. „Wir sind froh, dass auch unsere schleswig-holsteinische Landesregierung sich gegen den Gesetzesentwurf geäußert hat“, sagt Dr. Küçükkaraca weiter. „Wir werden uns weiterhin für die Verbesserung der Situation der Betroffenen einsetzen und unsere Landes- und Bundesregierung dabei nach Kräften unterstützen.“
21.03.2014
21. März 2014 – Internationaler Tag gegen Rassismus
Rassismus in der Mitte der Gesellschaft
Am 21. März 2014 findet der internationale Tag gegen Rassismus statt.
Der 21. März wurde im Jahr 1966 durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen zum „Internationalen Tag zur Beseitigung der Rassendiskriminierung“ ausgerufen. Die UNO wollte damit ein Zeichen gegen Rassismus setzen und den unschuldigen Menschen gedenken, die am 21. März 1960 bei einer friedlichen Demonstration gegen das Apartheidregime in Sharpeville von der südafrikanischen Polizei getötet wurden.
Auch in diesem Jahr möchte die Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein e.V. daran erinnern, dass eine Diskriminierung aufgrund der Herkunft, Hautfarbe oder Religion noch immer zum Alltag vieler Menschen gehört und der Kampf gegen den Rassismus eine alltägliche Herausforderung für unsere plurale und vielfältige Gesellschaft bleibt. Nur durch die Schaffung einer Kultur des Miteinander und der Offenheit gegenüber Menschen mit ihren unterschiedlichen Hintergründen, kann der Keim für mehr Zusammenhalt in der Gesellschaft gelegt und der Abbau des Alltagsrassismus ermöglicht werden.
Der Landesvorsitzende der Türkischen Gemeinde in Schleswig-Holstein e.V. Dr. Cebel Küçükkaraca verlangt daher eine Mobilisierung des öffentlichen Bewusstseins gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Rechtsextremismus. „Gerade in unserer heutigen Zeit benötigen wir eine starke, attraktive Demokratie und öffentliche Sensibilisierung gegen Rassismus und Diskriminierung. Die Gesellschaft soll verstehen lernen, was Rassismus ist – denn Erkennen ist der erste Schritt des Handelns! Öffentliche Debatten um Migration und Integration machen immer wieder deutlich, dass in Teilen der Bevölkerung nach wie vor Furcht oder pauschale Vorbehalte gegen Minderheiten vorhanden sind und diskriminierendes und rassistisches Gedankengut verbreitet werden.“ so Küçükkaraca.
Gleichzeitig weist der Landesvorsitzende der Türkischen Gemeinde in Schleswig-Holstein e.V. darauf hin, dass in Schleswig-Holstein bereits vorbildliche Arbeit geleistet wird und lädt am bundesweiten Tag gegen Rassismus zu der Aktion „5 vor 12 – Gegen Rassismus und Rechtspopulismus“ im Stadtteil Kiel-Gaarden und zum anschließenden Informationsabend des Beratungsnetzwerks gegen Rechtsextremismus, dem die Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein selbst angehört, „Rassismus in der Mitte der Gesellschaft – Erkenntnisse zum Alltagsrassismus“ im Landeshaus Kiel ein.
22.11.2013
Bei den Brandanschlägen von Mölln wurden vor 21 Jahren 3 Menschen mit türkischem Migrationshintergrund von rechtsextremistischen Terroristen getötet. Auch wenn seitdem viele Jahre vergangen sind, ist dieses beklagenswerte Ereignis noch immer aktuell.
Der Landesvorsitzende der Türkischen Gemeinde in Schleswig-Holstein (TGS-H), Dr. Küçükkaraca beklagt: „Viele Menschen reagierten auf diese abscheulichen Morde geschockt, doch zuletzt wurden rechtsextreme Terrorakte wieder als so genannte „Döner-Morde“ verharmlost. Durch derartige erniedrigende Bezeichnungen wird nicht nur die Würde der Opfer und Angehörigen verletzt, sondern es wird auch deutlich, dass bei einigen Beteiligten noch immer die notwendige Ernsthaftigkeit in der Auseinandersetzung mit der Problematik fehlt. Dies ist mehr als bedenklich und bedarf nach wie vor einer breiten öffentlichen Debatte. Rassismus ist keine politische Meinung, die man in einem demokratischen Staat tolerieren muss, sondern Ausdruck einer nicht zu tolerierenden menschenverachtenden Philosophie. Vielen positiven Beispielen in jüngster Vergangenheit stehen leider noch immer zu viele negative Ereignisse gegenüber. Dennoch sind wir glücklich, dass sich viele Menschen einem demokratischen und freiheitlichen Deutschland verpflichtet fühlen, doch würden wir uns wünschen, dass sich noch mehr Menschen trauen, auch im Alltag jeglicher Form von Diskriminierung entgegen zu treten.“
22.11.2013
Entwicklung, Fortschritt und das Übertreffen des Niveaus der modernen Zivilisation wird durch Bildung erreicht. Die größte Mühe auf diesem Weg erbringen Lehrerinnen und Lehrer, die die eigentlichen Architekten dieser Gesellschaft sind.
Gut ausgebildete Menschen sind stets erforderlich. In der modernen Welt stehen neben dem materiellen Vermögen, qualifizierte Menschen im Vordergrund. Die Zukunft eines Landes verläuft proportional zu der Anzahl seiner kompetenten und kultivierten Bürger. Daher gewinnen die Pflichten der Lehrer/innen immer mehr an Bedeutung. Durch gute Menschen und Bürger sowie kompetente Berufstätige, die von den Lehrer/innen geprägt werden, wird sich die Zukunft eines Landes erhellen.
Die Lehrer/innen, die in weit entfernten Ecken der Welt trotz allen Schwierigkeiten und Armut aufopfernd dienen, bemühen sich, Kinder zu erziehen, die für uns die Zukunft darstellen.
Wir möchten allen Lehrer/innen gratulieren, die unsere Zukunft erhellen, indem Sie sich im Sinne der Bildung aufopfern und sich dem Kampf gegen die Unwissenheit widmen. Mit Dankbarkeit gedenken wir allen Lehrer/innen, die auf diesem Wege ihr Leben verloren haben.
Dr. Cebel Küçükkaraca
– Landesvorsitzender –
20.09.2013
Die Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein e.V. (TGS-H) ruft unter anderem türkeistämmige deutsche Staatsangehörige auf, am Sonntag, den 22. September 2013, an die Wahlurnen zu gehen und von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen.
In den vergangenen Wochen hat die TGS-H insbesondere für Menschen mit Migrationsgeschichte im Rahmen des Projektes „Aktive Teilhabe in Schleswig-Holstein“ (ATS-H) diverse Informationsveranstaltungen zur Bundestagswahl angeboten. Ziel war es, den TeilnehmerInnen die Chance zu geben, sich zu informieren und aktiv an den Diskussionen mit den Kandidatinnen und Kandidaten aus Schleswig-Holstein zu beteiligen.
Der Landesvorsitzende der Türkischen Gemeinde in Schleswig-Holstein e.V., Dr. Cebel Küçükkaraca, sagte dazu: „Die Demokratie eines Landes ist lebendig, wenn sich möglichst viele Bürgerinnen und Bürger für diese einsetzen und an ihr teilnehmen. Auch als Migrantenorganisation ist es unsere Aufgabe, die Demokratie in Deutschland zu stärken und zu gestalten. Daher war es uns sehr wichtig, allen Mitbürgerinnen und Mitbürger durch bestimmte Veranstaltungen einen offenen Raum zu verschaffen, in dem ein Austausch mit Fragen sowie Forderungen an die Kandidatinnen und Kandidaten stattfinden konnte. Ich möchte mich an dieser Stelle auch ganz herzlich für die Teilnahme und Offenheit der an den Diskussionen beteiligten Kandidatinnen und Kandidaten bedanken. Ich wünsche mir, dass alle wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger nun auch tatsächlich ihr Stimmrecht nutzen.“
Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein e.V., Diedrichstraße 2, 24143 Kiel,
Tel.: 0431/ 76 114/115 oder Tel.: 0431/ 364 17 22/23
E-Mail: info@tgsh.de
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
10.09.2013
Die Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein e.V. (TGS-H) bietet insbesondere für Menschen mit Migrationsgeschichte im Rahmen des Projektes „Aktive Teilhabe in Schleswig-Holstein“ (ATS-H) eine vielfältige Informationsreihe zur Bundestagswahl am 22. September 2013 an.
In Lübeck und in Kiel haben bereits zwei Informationsveranstaltungen zu den Themengebieten: „Wahlsystem“ und „Wahlprogramme im Vergleich“ stattgefunden. Am 12. September 2013 wird eine weitere Veranstaltung dieser Art in Neumünster stattfinden, bei der Fragen zum Wahlverfahren in Deutschland beantwortet werden, wie z.B.: Warum sollte man wählen gehen? Wie funktioniert das Wahlsystem in Deutschland?
Zudem hat die TGSH am 01. September 2013 in Pinneberg sowie am 08. September 2013 in Kiel eine Diskussion mit den Kandidatinnen und Kandidaten für die Bundestagswahl 2013 durchgeführt, die ihre eigene Person und ihre Wahlprogramme vorgestellt haben. Diese politische Programmreihe wird am 15. September 2013 an den Standorten Lübeck und Neumünster der TGSH fortgeführt.
Eine weitere Podiumsdiskussion fand in Zusammenarbeit mit dem Flüchtlingsrat, dem Antidiskriminierungsverband S-H, dem Landesbeauftragten für Flüchtlings-, Asyl- und Zuwanderungsfragen und der TGS-H am 09. September 2013 in Kiel statt. Thema der Diskussion war die Flüchtlings- und Integrationspolitik in Deutschland.
Die Projektmitarbeiter, Murat Baydaş, und die Projektmitarbeiterin, Sultan Erdoğan, sowie der Landesvorsitzender der Türkischen Gemeinde in Schleswig-Holstein e.V., Dr. Cebel Küçükkaraca, haben auf jeder Veranstaltung für die Teilnahme von Menschen mit Migrationshintergrund bei den bevorstehenden Wahlen appelliert. „Mit diesen vielfältigen Angeboten geben wir den Menschen die Gelegenheit, sich zu informieren und sich aktiv zu beteiligen. Somit wird die Meinungsbildung und Entscheidung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer erleichtert. In diesem Sinne freue ich mich über eine rege Wahlbeteiligung und wünsche unserem Land und allen Wählerinnen und Wählern eine erfolgreiche Bundestagswahl“ so Dr. Cebel Küçükkaraca.
Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein e.V., Diedrichstraße 2, 24143 Kiel,
Tel.: 0431/ 76 114/115 oder Tel.: 0431/ 364 17 22/23
E-Mail: info@tgsh.de
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit