Zur Verabschiedung eines Gesetzes zur Beschneidungen minderjähriger Jungen

Im Mai 2012 wertete ein Urteil des Kölner Landgerichts die rituelle Beschneidung eines Jungen als rechtswidrige Körperverletzung. Die Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein e.V. hat nun den Beschluss des Bundestages zum Thema Beschneidung von minderjährigen Jungen begrüßt. Mit der Verabschiedung dieses Gesetzes wird in Deutschland wieder Rechtssicherheit herrschen, unter welchen Auflagen muslimische und jüdische BürgerInnen ihre Söhne beschneiden lassen dürfen.

Hierzu erklärt der Landesvorsitzende der TGS H, Dr. Cebel Küçükkaraca:
„Wir freuen uns, dass der Bundestag das Gesetz zur Regelung von Beschneidungen minderjähriger Jungen mit großer Mehrheit – fraktionsübergreifend – beschlossen hat und hoffen, dass nun damit die hitzige Debatte beendet wird. Das Urteil des Kölner Landgerichts löste bei den muslimischen und jüdischen BürgerInnen große Empörungen aus, da bei beiden Religionsgemeinschaften die Beschneidung als wichtiger Bestandteil der religiösen und kulturellen Identität gilt. Endlich kehrt mit dem Beschneidungsgesetz die Normalität zurück, die bis zum Mai 2012 selbstverständlich war. Außerdem wurde mit der Verabschiedung dieses Gesetzes zur Beschneidungen minderjähriger Jungen ein wichtiges politisches Signal gesetzt, nämlich dass jüdische und muslimische Religions-gemeinschaften zu Deutschland gehören und als ein Teil der Gesellschaft willkommen sind. In
diesem Zusammenhang möchten wir uns ganz herzlich für die gute und vertrauensvolle Zu-sammenarbeit bei den jüdischen und muslimischen/türkischen Organisationen bedanken.“

Zum 20. Jahrestag des Brandanschlags in Mölln

Vor zwanzig Jahren starben am 23. November in Mölln drei Türkinnen – die zehnjährige Yeliz Arslan, die 14-jährige Ayşe Yılmaz und die 51 Jahre alte Bahide Arslan – durch einen Brandanschlag von zwei Neonazis. Neun weitere Menschen wurden teils schwer verletzt. Mit diesem Anschlag
mit Todesfolge erreichte die Serie ausländerfeindlicher Vorfälle in den Jahren nach der Deutschen Einheit seinen Höhepunkt.

Hierzu erklärt der Landesvorsitzende der TGS-H, Dr. Cebel Küçükkaraca: „20 Jahre später ist das Haus in der Mühlenstraße 9 saniert, wieder bewohnt und nach Bahide Arslan benannt. Irgendwo in Deutschland leben die zwei Neonazis, die zu zehn Jahren bzw. lebenslanger Haft verurteilt wurden, wieder unter neuen Identitäten unter uns. Kaum sind die inneren Wunden der Menschen verheilt,
wurde der NSU-Terror vor einem Jahr aufgedeckt. Der Glaube sowie das Vertrauen der Menschen mit Migrationshintergrund an den Staat und in die deutschen Sicherheitsbehörden wurden erneut zu tiefst erschüttert. Ein Nein gegen das Vergessen ist für uns immer wieder Pflicht. In vielen Städten ist es gelungen, einige Straßen nach den Opfern des rassistischen Brandanschlages von 1992 zu benennen. Es ist bedauerlich, dass die Stadt Mölln selbst bisher auf solche Forderungen der Bevölkerung nicht eingegangen ist.“

Daher verlangt die Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein e.V. (TGS-H) die Errichtung
einer würdigen Gedenktafel sowie die Benennung einiger Straßen nach den Opfern des rassistischen
Brandanschlages von 1992 in Mölln.

Die Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein e.V. (TGS-H) hat jeweils ein Bus in Kiel und Lübeck
(die Türkische Gemeinde in Neumünster ein Bus in Neumünster) organisiert und die Menschen aus
diesen Orten dazu aufgerufen, sich am Programm (Gedenkveranstaltung mit Kranzniederlegung
ab 18:00 Uhr vor dem Brandhaus in der Möllner Mühlenstr. 9) der Stadt Mölln am Freitag, den
23. November zu beteiligen.

Neben VertreterInnen der Familien der Brandopfer wollen auch der Möllner Bürgermeister Jan
Wiegels, der Botschafter der Republik Türkei, H. Avni Karslıoğlu, der Vorsitzende der Türkischen
Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat, der Landtagspräsident Klaus Schlie sowie Schleswig-
Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig an der Gedenkveranstaltung teilnehmen.

Aufklärung der Neonazi Parolen im Kreis Herzogtum Lauenburg/ Mölln

Die Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein e.V. (TGS-H) verlangt die vollständige Aufklärung der Neonazi Parolen vom 01. November 2012 im Kreis Herzogtum Lauenburg anschließend in Mölln, in der von Unbekannten an mehr als 20 Stellen mit vorgefertigten Schablonen der Schriftzug „Nationaler Sozialismus jetzt“ hinterlassen wurde. Darüber hinaus wird die Aufklärung aller Hintergründe der NSU-Mordserie sowie Konsequenzen für alle Verantwortlichen verlangt.
Hierzu erklärt der Landesvorsitzende der TGS H, Dr. Cebel Küçükkaraca:„ Ein Jahr nach dem 4. November 2011, an dem der NSU-Terror offenbart wurde, und kurz vor dem 20. Jahrestag der Brandanschläge von Mölln, bei der am 23. November 1992 drei Menschen getötet und neun zum Teil schwer verletzt wurden, werden die Anlässe, sich in Deutschland verunsichert zu fühlen, nicht weniger. Das Vertrauen der Menschen mit Migrationshintergrund in die deutsche Sicherheitsbehörde schwindet immer mehr. Die Gefahr des Rechtsextremismus wurde und wird systematisch unterschätzt. Ohne eine klare Strategie der Bundesregierung gegen den gesellschaftlichen Rassismus wird es kein Ende von rechtsextremen Übergriffen geben“.

Türkische Gemeinde in Schleswig Holstein und Grüne rufen zur Anti Nazi Demonstration in Neumünster auf

Die Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein und Bündnis 90/Die Grünen rufen zur Beteiligung an der morgigen Anti-Nazi-Demonstration in Neumünster auf. Dazu sagt der Landesvorsitzende der türkischen Gemeinde in Schleswig-Holstein, Dr. Cebel Küçükkaraca:
„Wir beobachten den breiten Aufruf der NPD und anderer Gruppen zum Nazi-Aufmarsch am 1. Mai in Neumünster mit großer Sorge. Wir wollen eine vielfältige Gesellschaft, in der jeder Mensch frei und ohne Angst leben kann. Wir setzen auf eine bunte Gemeinschaft in Neumünster, die zeigt: Neumünster ist kein Ort für Neonazis.“

Luise Amtsberg, Sprecherin für Strategien gegen Rechtsextremismus der Grünen Landtagsfraktion und der innenpolitische Sprecher der Grünen Bundestagsfraktion, Konstantin von Notz, erklären:

„Auch in diesem Jahr wollen Rechtsextreme im ganzen Bundesgebiet den 1. Mai für ihre menschenverachtende Propaganda missbrauchen. In Neumünster hat die NPD ihre zentrale Wahlkampfveranstaltung geplant. Mit diesen Aktionen versuchen Nazis bereits seit einigen Jahren, den internationalen Tag der Arbeiterinnen und Arbeiter für ihre Ideologie zu instrumentalisieren und den 1. Mai in den „Tag der nationalen Arbeit“ im Geiste des Nationalsozialismus völkisch umzudeuten.

Dieser Geschichtsklitterung treten wir entschieden entgegen. Neumünster ist eine bunte und tolerante Stadt. Wir machen mit unserem Protest deutlich, dass dieser Tag uns DemokratInnen gehört und wir rechte Ideologien nicht dulden. Wir rufen die Bürgerinnen und Bürger in Schleswig-Holstein dazu auf, morgen nach Neumünster zu kommen und Flagge gegen Nazis zu zeigen.“

Gemeinsam stark gegen Rassismus

Gemeinsam stark gegen Rassismus

Die Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein (TGS-H) e.V. hat am 21.03.2012, dem internationalen Tag gegen Rassismus, gemeinsam mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) Region Kern ein Zeichen gegen Rassismus gesetzt.

Vor dem Gebäude der TGS-H versammelten sich MitarbeiterInnen und BesucherInnen des Vereins, um gegen den Rassismus zu demonstrieren. An das Gebäude wurde ein Banner mit der Schrift “Gemeinsam gegen Rassismus” angebracht.

Regionsvorsitzender des DGB Herr Ralph Müller-Beck sagte: “Heute ist ein wichtiger Tag, um ein deutliches Zeichen gegen Rassismus zu setzen. Wir dürfen nicht nachlassen immer wieder aus der Mitte der Gesellschaft heraus uns für eine tolerante und vielfältige Gesellschaft einzusetzen. Nie wieder darf in unserem Land der verbrecherische Ungeist des Nationalsozialismus Fuß fassen.”

Herr Dr. Cebel Küçükkaraca, Landesvorsitzende der TGS-H, sagte: „Deutschland braucht die Vielfalt. Die Menschen sind das Kapital Deutschlands. Wir dürfen niemanden ausschließen oder diskriminieren. Die Zukunft Deutschlands kann nur in der interkulturellen Vielfalt liegen.“

Mahnwache für die Opfer der Mordserie

Insgesamt zehn Menschen sind einer Mordserie zum Opfer gefallen. Wie sich nun 11 Jahre nach der ersten Tat herausstellt, waren die Täter dieser Gewaltverbrechen im rechtsradikalen Lager zu suchen.
Leider wird gegen Rechtsradikalismus und Rassismus immer noch unzureichend vorgegangen. Deutschland ist ein Einwanderungsland. Deutschland ist vielfältig. Die Menschen in Deutschland können mit Solidarität ein Zeichen setzen: Die Vielfalt gehört nach Deutschland und Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit finden keinen Platz.
Mit einer Mahnwache für die Opfer der Mordserie wollen wir zur Solidarität aufrufen.

Die Mahnwache findet auf dem Berliner Platz in Kiel (zwischen Woolworth und Starbucks) am 24.11.2011 zwischen 17 und 18 Uhr statt.

Veranstalter der Mahnwache:
Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein e.V. (TGS-H), Deutscher Gewerkschaftsbund Region KERN (DGB), Türkischer Elternbund e.V., Inter Türkspor e.V., Türkische Gemeinschaft Kiel und Umgebung e.V., DITIB Ulu Moschee, DITIB Yeni Moschee, Türkischer Arbeitgeberbund (TAB), Jüdische Gemeinde Kiel und Region e.V, Alevitischer Kulturverein Kiel und Umgebung e.V., Deutsch-Griechische-Gesellschaft