Zur Äußerung des Innenministers Horst Seehofer “Der Islam gehört nicht zu Deutschland”

Innen- und Heimatminister Seehofer hat gleich zu Beginn seiner Amtszeit mit einer unglücklichen Aussage eine alte Debatte wieder aufleben lassen.

Mit der Äußerung “Der Islam gehört nicht zu Deutschland” verkennt er zum einen die große Freiheit, die das Grundgesetz allen hier lebenden Menschen verspricht, und grenzt zum anderen bewusst Menschen muslimischen Glaubens aus.

So ist es als Heimatminister aller in Deutschland lebender Menschen seine Pflicht und Aufgabe, dafür zu kämpfen, dass alle, die hier eine Heimat gefunden haben, auch ein Heimatgefühl genießen können. Als Innenminister muss er dagegen in einer Zeit, in der fast täglich Moscheen brennen, für die Wiederherstellung eines friedlichen Miteinander und die Sicherheit in unserem Land sorgen, anstatt neues Öl ins Feuer zu gießen.

Dr. Cebel Küçükkaraca führt dazu aus:„Herr Seehofer sollte sich stärker mit der Lebenssituation der Muslime im Land auseinandersetzen. Ohne ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl erhöhen Diskriminierung und Ausgrenzung bei Menschen, die sich ohnehin im Stich gelassen fühlen, langfristig das Risiko, sich Gruppen anzuschließen, die nichts als extremistische Antworten kennen.

So bleibt ein fader Beigeschmack, dass sich der neu gewählte Innenminister gerade zu Beginn der Amtszeit sich mit solchen Aussagen profilieren und dadurch das Profil der CDU/CSU am rechten Rand stärken möchte. Erfreulich ist dagegen, dass sich die Bundeskanzlerin Merkel so deutlich gegen ihren Minister ausgesprochen und festgestellt hat, dass der Islam mittlerweile zu Deutschland gehöre.

Wirtschaftsministerium des Landes S-H übergibt der Türkischen Gemeinde in S-H einen Förderbescheid für das AIM-Projekt

Mit dem neuesten Förderbescheid hat sich das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus des Landes Schleswig-Holstein im 20. Jubiläumsjahr zur Zukunft des überaus erfolgreichen Modellprojektes bekannt und fördert es um weitere zwei Jahre. Mit ihrem AIM-Projekt „Ausbildung und Integration für Migranten“ schafft die Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein e.V. für junge Menschen mit Zuwanderungshintergrund nachhaltige Ausbildungs- und Berufsperspektiven und engagiert sich mit vier Beratungsstellen in Lübeck, Elmshorn, Kiel und Neumünster für ihre berufliche und soziale Integration. In den Anlaufstellen finden junge Menschen Rat und Unterstützung in allen Fragen rund um die Ausbildung, während mit einer umfassenden Beratung auch Betriebe in die Lage versetzt werden, das Potenzial dieser jungen Menschen für eine Ausbildung effektiver nutzbar zu machen.

„Seit 2 Jahrzehnten besteht das AIM-Projekt fort und es ist damit zweifellos eines der außergewöhnlichsten und erfolgreichsten Projekte mit Vorbildfunktion in Schleswig-Holstein“, hebt der Landesvorsitzende Dr. Cebel Küçükkaraca, stolz hervor. „Das Wirtschaftsministerium hat das AIM-Projekt von Beginn an gefördert und damit ermöglicht, dass viele junge Menschen eine echte Chance bekommen, am Ausbildungs- und Arbeitsmarkt integriert zu werden“, fügte Dr. Küçükkaraca hinzu. Die Erweiterung dieses Projektes setze dabei gerade jetzt das richtige Signal. In den Beratungsstellen haben sich seit Projektbeginn 3351 Jugendliche einer Berufsberatung bzw. einem Bewerbungscoaching unterzogen und es wurden 2898 „Migrantenbetriebe“ kontaktiert. Die durchschnittliche Vermittlungsquote in Ausbildung bzw. ausbildungsvorbereitende Maßnahmen liegt über die Jahre hinweg bei nunmehr über 58 Prozent.

Der entsprechende Zuwendungsbescheid für dieses besondere Migranten-Ausbildungsprojekt wurde am 9. Februar von Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs an den Landesvorsitzenden der TGS-H Dr. Cebel Küçükkaraca überreicht. Gastgeber der Bescheidübergabe war die Rechtsanwaltskanzlei Aykaç & Yilmaz & Tunçel in Kiel – Gaarden, die in Kooperation mit der AIM-Beratungsstelle Kiel in diesem Ausbildungsjahr zusätzliche Ausbildungs- und Praktikumsplätze anbieten wird.

Foto:Martin Geist

Berufsorientierungscamp

Die Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein wird ein Berufsorientierungscamp vom 29.11. bis 02.12.17 in Plön (Koppelsberg) durchführen. Das Konzept wurde gemeinsam mit dem Land Schleswig-Holstein, das mit nahezu allen Ausbil-dungsbereichen vertreten ist, der Agentur für Arbeit Kiel und der Landeshaupt-stadt Kiel entwickelt. Diese drei Partner finanzieren die erste Durchführung des Berufsorientierungscamps für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshinter-grund. Hintergrund dieser Maßnahme ist, dass Menschen mit Migrationshinter-grund bis heute nicht hinreichend im öffentlichen Dienst vertreten sind und Deutschland somit viele Talente verloren gehen.

In diesem in Schleswig-Holstein bisher einmaligen Pilotvorhaben werden bis zu 20 Jugendliche und junge Erwachsene mit Migrationserfahrung/-hintergrund verschiedener Schularten und Klassenstufen eingeladen, die gemeinsam mit den Kooperationspartnern eine innovative Form der Berufsorientierung erproben.

„Das Ziel des Projekts ist es, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern vor Ort die vielfältigen Möglichkeiten einer Karriere im öffentlichen Dienst, ob im Bund, Land oder in den Kommunen zu vermitteln, individuelle Potentiale der Teilneh-merinnen und Teilnehmer zu ermitteln und ihnen anschließend das nötige Know-how zu einer erfolgreichen Bewerbung an die Hand zu geben“ teilte Dr. Cebel Küçükkaraca, Landesvorsitzender der Türkischen Gemeinde in S-H mit. Die Lan-desregierung unterstützt das Projekt der Türkischen Gemeinde. So wird seit ei-niger Zeit mit einer Ausbildungskampagne auch verstärkt darum geworben, dass sich Menschen mit Migrationshintergrund beim Land bewerben und eine Ausbildung oder ein Studium aufnehmen. Ziel ist es, dass die Verwaltung die kulturelle Vielfalt der Bevölkerung widerspiegelt und Menschen aus allen Kultur-kreisen beim Land arbeiten.

Langfristig soll so eine Steigerung der durchschnittlichen Anzahl von Bewer-ber_innen erreicht und den Behörden die Möglichkeit gegeben werden, mit viel-versprechenden Talenten bereits vor dem individuellen Schul- oder Berufsabschluss in Kontakt zu kommen (z. B. durch ein Angebot von Praktikumsplätzen).

Um die Nachhaltigkeit dieses Pilotprojektes zu sichern, liegt ein weiterer Schwerpunkt in der Nachbegleitung der Jugendlichen über mindestens 12 Monate und in der anschließenden Evaluation der Maßnahmen. Dazu zählen u.a. ein Abschlussbericht, eine Abschlussveranstaltung und Abschlussgespräche mit den Teilnehmer_innen und den Familien (Feedback). Die Beratung über zukünftige Berufsoptionen erfolgt zusammen mit der Agentur für Arbeit und es besteht die Möglichkeit der Teilnahme an Maßnahmen aus dem Regel- und Projektangebot der TGS-H, um das vermittelte Wissen zu verstetigen.

Aufruf zu den Bundestagswahlen in Deutschland: Mit unseren Stimmen die Demokratie stärken

Mit den am Sonntag den 24. September 2017 stattfindenden Bundestagswahlen wird der deutsche Bundestag neu gewählt.
Wir wünschen uns dabei insbesondere, dass auch wahlberechtigte Menschen mit Migrationshintergrund, von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen.
Nicht zu wählen bedeutet gleichzeitig, rechtsorientierten Parteien und antidemokratischen Tendenzen mehr Macht zu verleihen.
Für die Funktionsfähigkeit unserer Demokratie ist es ganz besonders wichtig, dass auch Migrantinnen und Migranten wählen gehen und aktiv an der Politik teilnehmen. So können Sie der Gesellschaft, in der Sie leben, mitteilen, dass Sie Teil dieser Gesellschaft sind und sein wollen.
Falls Ihnen teilhabeorientierte Politik wichtig ist, hoffen wir, dass Sie eine Partei wählen, die in ihrem Parteiprogramm folgende Ziele verfolgt und stärkt:
· Chancengleichheit für alle in der Bildung,
· Demokratische Teilhabe und ein Leben mit gleichen Rechten,
· eine entschiedene Haltung gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit,
· Armutsbekämpfung sowie soziale Gerechtigkeit,
· Erleichterung des Erwerbs der deutschen Staatsbürgerschaft sowie
· Teilnahmeberechtigung für Menschen ohne deutsche Staatsbürgerschaft an den Kommunalwahlen.
Wir appellieren daher erneut an alle wahlberechtigte Menschen:
Gehen Sie am Sonntag zur Wahlurne, zeigen Sie Zivilcourage gegenüber populistischen Tendenzen und stärken Sie mit Ihrer Stimme unsere Demokratie!
Mit Ihrer Stimme stellen Sie die Weichen für die nächsten vier Jahre in Deutschland und entscheiden über die Zukunft unseres Landes.
Wir wünschen uns allen eine friedliche und rege Teilnahme an den Bundestagswahlen 2017.

Bundeskongress der Türkischen Gemeinde in Deutschland

Auf dem 11. Bundeskongress der Türkischen Gemeinde Deutschland (TGD), der vom 10.- 11.06.2017 in Berlin stattfand, wurden folgende Personen aus unserem schleswig-holsteinischen Verband in den Bundesvorstand gewählt:

1. Dr. Cebel Küçükkaraca (stellv. Bundesvorsitzender)
2. Fatma Demircan (Vorstandsmitglied)
3. Yücel Yıldız (Vorstandsmitglied)
4. Tufan Kıroğlu (Kassenprüfer)

Wir gratulieren den Gewählten sehr herzlich und wünschen Ihnen eine erfolgreiche Arbeit in den kommenden Jahren! Das Motto der zweitägigen Veranstaltung, die alle zwei Jahre stattfindet, lautete dieses Mal “Vielfalt leben – Deutschland gemeinsam gestalten”. Der klaren Absage des Bundeskongress an eine nationale Leitkultur folgte ein ebenso klares Bekenntnis zu einer offenen und vielfältigen Gesellschaft.

So wie das Fundament jeder Debatte die freiheitlich-demokratische Grundordnung und das Grundgesetz bilde, sei das Gelingen einer erfolgreichen und friedlichen Gesellschaft in Freiheit nur durch mehr Partnerschaft auf Augenhöhe, Unvoreingenommenheit und Offenheit möglich.

Neben den Wortbeiträgen namhafter Politiker_innen und zivilgesellschaftlich Engagierten ehrte die TGD auf der Veranstaltung den Bürgerrechtsaktivisten Romani Rose, Dr. Mehmet Daimagüler (Opferanwalt im NSU-Prozess) und Tuğçe Albayrak.

Der TGS-H Vorstand

Wahlaufruf zur Landtagswahl am 07.05.2017

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

wir haben am 7. Mai in Schleswig-Holstein eine Wahl und das ist etwas Besonderes. Denn in der Welt können viele Millionen Menschen nur
davon träumen, die Gesellschaft, in der sie leben auf diese Weise mitgestalten zu können.
Gerade eine lebendige, vielfältige Demokratie, die dem bunten Bild Schleswig-Holsteins gerecht wird, lebt davon, dass am kommenden Sonntag jeder zur Wahl geht und sich entscheidet. Ein jeder von uns hat natürlich auch die Wahl und Freiheit, dies nicht zu tun – doch dadurch wird unser Land nicht besser.

Der Landesvorsitzende der Türkischen Gemeinde in Schleswig-Holstein, Dr. Cebel Küçükkaraca, sagte dazu: „Jeder hat daher nicht nur das Recht, sondern auch die Bürgerpflicht, sich einzubringen und unser Land nach seinen Wünschen zu gestalten“. Eine Wahl gehört dabei zu den elementarsten Formen der demokratischen Beteiligung.

Wir hoffen, dass jeder die Chance ergreift und seiner Stimme am Sonntag Gewicht und Gehör verleiht.