10.04.2015
Am 07.04.2015 übergab der Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie des Landes Schleswig-Holstein Reinhard Meyer in der Türkischen Gemeinde in Schleswig-Holstein e.V. sechs Zuwendungsbescheide in Höhe von 2,7 Millionen Euro an verschiedene Projektträger aus
Schleswig-Holstein.
Im Rahmen der neuen ESF-Förderperiode „Landesprogramm Arbeit“ startete der Ideenwettbewerb unter dem Titel „Neue Wege in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung“. Mit dem Ideenwettbewerb werden Modellprojekte für die aktive Eingliederung von arbeitsmarktfernen Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt gefördert. Durch gezielte Angebote sollen individuelle Interessen und Potenziale der Projektteilnehmenden erkannt und passgenaue Hilfestellungen und Qualifizierungen durchgeführt werden.
Dr. Cebel Küçükkaraca, Landesvorsitzender der Türkischen Gemeinde in Schleswig-Holstein e.V. und Verantwortlicher des Projektes „ELMA – Eingliederung von langzeitarbeitslosen Menschen in den Arbeitsmarkt“ freut sich über die landesweite Resonanz, sieht die Arbeitsmarktsituation dennoch unter den Punkten der demografischen Entwicklung und der Fachkräfteproblematik in Schleswig-Holstein kritisch. Er weist darauf hin: „In der Tat ist Deutschland schon aufgrund der demografischen Entwicklung auf jeden Einzelnen angewiesen, unabhängig von der Herkunft, der Sprache, und der Dauer der Beschäftigungslosigkeit. Jedoch wird sich die berufliche Integration und die Eingliederung von Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt und in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung dennoch als äußerst schwierig erweisen, da Langzeitarbeitslose es aus eigener Kraft meistens nicht sachaffen, auf dem Arbeitsmarkt, der viele Fachkräfte verlangt, wieder Fuß zu fassen. Hier müssen die Landesprojekte greifen und diesen Menschen eine Perspektive und Unterstützung anbieten.“
Arbeitsminister Meyer sieht die Lage in Schleswig-Holstein ähnlich und führt aus:
“Die zentrale Herausforderung für den Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein ist der sich abzeichnende Fachkräftebedarf. Wir werden deshalb mit unserem Arbeitsmarktprogramm dazu beitragen, Beschäftigung zu sichern und neue Arbeitsplätze zu schaffen”.
23.01.2015
Die am 22.01.2015 veröffentlichte Unternehmensumfrage der Bertelsmann Stiftung bestätigt leider, was viele Jugendliche auf Ausbildungssuche seit Jahren beklagt haben. Insbesondere Jugendliche mit Migrationshintergrund haben trotz adäquater Qualifikationen kaum eine faire Chance, einen Ausbildungsplatz zu finden. Etwa 60 Prozent der Unternehmen in Deutschland haben noch nie einen Jugendlichen mit Migrationshintergrund für eine Ausbildung angenommen, obwohl diese Gruppe bereits ein Viertel aller Jugendlichen ausmacht. Aktuell bilden nur 15 Prozent aller Ausbildungsbetriebe in Deutschland Jugendliche mit ausländischen Wurzeln aus. Viele Betriebe fürchten sich vor vermuteten Sprachbarrieren und kulturellen Unterschieden. Andere beklagen fehlende Bewerbungen als wesentliches Hindernis dafür, Jugendliche mit Migrationshintergrund als Auszubildende einzustellen.
Der Landesvorsitzende der Türkischen Gemeinde in Schleswig-Holstein Herr Dr. Cebel Küçükkaraca stellt dazu fest: „Die flächendeckende Ungleichbehandlung der Jugendlichen mit Migrationshintergrund im Ausbildungs- und Berufsmarkt ist kein neues Problem. Aus unserer Arbeit und vielen Studien ist es bekannt, dass Jugendliche mit türkisch klingendem Namen trotz gleicher Qualifikation zum Teil doppelt so viele Bewerbungen schreiben müssen wie deutsche Bewerber. Die deutsche Wirtschaft beklagt zwar gerne den akuten Fachkräftemangel, ignoriert die Potenziale dieser Jugendlichen aber konsequent.“
Eines der wenigen Lichtblicke ist das vom Land Schleswig-Holstein geförderte AIM-Projekt. Dieses seit 16 Jahren andauernde Projekt hat unzähligen jungen Menschen und Unternehmen geholfen, bildungsbenachteiligte Jugendliche in Betriebe einzubinden, die händeringend nach Nachwuchs suchen. Besonders ist auch, dass sich das Projekt nicht nur an die Jugendlichen selbst richtet, sondern gleichermaßen Betriebe unterstützt. Insbesondere werden Firmenchefs, Personalverantwortliche und Ausbilder sensibilisiert, unerkannte Potentiale zu entdecken und gewinnbringend zu fördern.
07.01.2015
Mit Trauer um die Opfer und Hinterbliebenen verurteilt die TGS-H den tödlichen Anschlag in Paris auf die Redaktion des Pariser Satiremagazins „Charlie Hebdo“ auf das Schärfste. Ein derartiges Verbrechen kann durch keine Weltanschauung oder Religion gerechtfertigt werden und ist unvereinbar mit allen Werten, die eine freiheitliche und demokratische Gesellschaft ausmachen. Während Europa und die Welt nun nach Paris schauen, dürfen wir es jedoch nicht zulassen, dass andere radikale Gruppen diese schreckliche Tat instrumentalisieren, um damit ihre Hetze gegen friedliche BürgerInnen mit unterschiedlichen kulturellen und religiösen Identitäten in Deutschland zu begründen.
Das Gebot der Stunde ist Mitgefühl und Nächstenliebe, nicht Hass und Spaltung.
Dr. Cebel Kücükkaraca
Landesvorsitzender
22.12.2014
Mit großem Entsetzen und Bedauern hat die Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein (TGS-H) die Veröffentlichung des Interviews der Sächsischen Zeitung (sz-online.de) vom 18.12.2014 mit dem Lübecker Unternehmer Prof. Winfried Stöcker mit dem Titel „Sie haben kein Recht, sich hier festzusetzen“ zur Kenntnis genommen.
In dem Interview trifft Prof. Stöcker Aussagen, die die Menschenwürde nationaler, religiöser und durch ihre ethnische Herkunft bestimmter Gruppen angreift und sie böswillig verächtlich macht. Er beschreibt hilfsbedürftige Menschen als „reisefreudige Afrikaner“, die nach Deutschland kämen, um „bei uns betteln zu gehen“. Er verwendet in der Veröffentlichung Begriffe wie „Neger“ und setzt damit Menschen herab. Herr Stöcker behauptet, beobachten zu können, wie Moslems „einen Staat im Staate bilden“ und sagt, dass er befürchte, dass sich in 50 Jahren ein Halbmond auf der Görlitzer Frauenkirche befinden wird[1].
Prof. Stöcker nutzt seinen Status als Unternehmer und Wissenschaftler aus, um Angst in der Bevölkerung zu schüren und wählt Formulierungen, die eine zutiefst fremdenfeindliche Gesinnung offenlegen.
„Die TGS-H hat sich zum Ziel gesetzt, Diskriminierungen und Rassismus jedweder Art konsequent zu bekämpfen. Die Äußerungen von Herrn Stöcker gehen weit über eine Meinungsäußerung heraus. Sie sind rassistisch und menschenverachtend und könnten den Straftatbestand der Volksverhetzung erfüllen. Wir fordern, dass Herr Prof. Stöcker gegebenenfalls angemessen bestraft wird“, sagte Herr Dr. Küçükkaraca.
[1] Quelle: http://www.sz-online.de/nachrichten/sie-haben-kein-recht-sich-hier-festzusetzen-2997815.html
18.12.2014
Die Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein (TGS-H) hat rechtzeitig zum Inkrafttreten des neuen Gesetzes am 20.12.2014 zur Optionspflicht eine Broschüre veröffentlicht.
Ziel der Broschüre ist es, die Menschen über die Voraussetzungen und Möglichkeiten der Einbürgerung zu informieren und auf die neuen Regelungen in der Optionspflicht einzugehen.
„Wir sind zwar mit dem neuen Gesetz nicht zufrieden“, sagt Dr. Cebel Küçükkaraca, Landesvorsitzender der TGS-H, „werten es aber als Schritt in die richtige Richtung. Um den Unklarheiten vorzubeugen und weiterhin für die Einbürgerung zu werben, haben wir diese kostenlose Broschüre veröffentlicht, die in türkischer Sprache, insbesondere die Eltern über die Rechte, Pflichten und Voraussetzungen informieren soll.“
Eine Zusammenfassung der Broschüre ist in Flyerform in deutscher Sprache erhältlich. Die gedruckte Broschüre ist über die Zentrale zu beziehen, die digitale Form ist über die Homepage der TGS-H beziehbar.
Link: Türkischsprachige Broschüre
Link: Deutschsprachige Zusammenfassung
23.11.2014
Der Brandanschlag von Mölln jährt sich in diesem Jahr zum 22. Mal. Am 23. November 1992 starben die zehnjährige Yeliz Arslan, die 14-jährige Ayşe Yılmaz und die 51 Jahre alte Bahide Arslan durch einen Brandanschlag von zwei Neonazis. Neun weitere Menschen wurden teils schwer verletzt.
Wie in jedem Jahr findet auch dieses Mal wieder eine Gedenkveranstaltung
statt, in der zahlreiche Menschen zusammen kommen werden, um ein Zeichen
gegen das Vergessen und für ein friedliches Zusammenleben zu setzen.
Dr. Cebel Küçükkaraca, der Landesvorsitzende der Türkischen Gemeinde in Schleswig-Holstein e. V. (TGS-H) wird einer der Redner sein und betont: „Unser
Ziel muss es sein, diese Gräueltaten nie zu vergessen und auch nie in Vergessenheit geraten zu lassen.“
Nicht zuletzt die Verunstaltungen der Möllner Moschee in diesem Jahr haben gezeigt, dass Menschenfeindlichkeit und insbesondere Islamophobie weiterhin eine Rolle in unserer Gesellschaft spielen. An den Gründen dafür gilt es zu
arbeiten. Dr. Küçükkaraca: „Leider stören Vorurteile und Diskriminierung immer noch unser Zusammenleben in Deutschland. Zu oft denken wir noch in den
Kategorien ‚Wir‘ und ‚die Anderen‘. Ich wünsche mir, dass wir es schaffen, diese Denkweise zu überwinden und noch mehr zusammen zu wachsen. Denn nur so schaffen wir es, Rassismus den Nährboden zu entziehen, damit Gewalttaten, wie die vor 22 Jahren nie wieder passieren können.“
Die TGS-H ruft daher alle auf, am Sonntag, dem 23.11.14 ab 16 Uhr zur Gedenkfeier nach Mölln zu kommen.