IBB

Initiative zur Berufs- und Beschäftigungsmotivierung (IBB)
Kurze Übersicht – Was wir machen:
Beratung
  • einzelne Beratung (persönlich od. telefonisch)
  • Gruppenberatung mit päd. Ansatz
  • Weitervermittlung an externe Beratungsstellen
Informationen über
  • das duale Berufsbildungssystem
  • optimale Bewerbungsunterlagen
  • Berufe und Perspektiven
  • Berufsberatungsstellen (Arbeitsämter)
  • Termine und Formalitäten
Training
  • Bewerbungstraining / Coaching
  • Steigerung der Medienkompetenz
  • bessere Internetkenntnisse
  • richtig Telefonieren
Gesamtbericht
Im Rahmen der Laufzeit des IBB-Projektes von Oktober 2001 bis Ende Januar 2004 wurden insgesamt 168 Jugendliche betreut.
Im Folgenden wird eine Übersicht, der IBB-Teilnehmer gegeben. Dabei werden die alten (2001 – 2002) und die neuen TeilnehmerInnen (2003 – 2004) getrennt voneinander dargestellt. Dies hat den Vorteil die beiden Gruppen in bestimmten Punkten genauer analysieren zu können. Es wird dabei aber auch berücksichtigt werden, inwieweit sich die Erweiterung des IBB-Projektes durch die Ausweitung der Zielgruppe auf Jugendliche aller Nationalitäten (und nicht mehr nur Jugendliche türkischer Nationalität) in bestimmten Merkmalen von der Gruppe der alten TeilnehmerInnen unterscheidet. Bei beiden Gruppen wurden die Bildungsvoraussetzungen und der aktuelle Stand zum Ende des Projektes berücksichtigt. Bei dem überwiegenden Teil der TeilnehmerInnen spiegelt dies den Stand bei Eintritt in das Projekt, so dass dabei auch ersichtlich wird, inwieweit die TeilnehmerInnen durch das Projekt motiviert werden konnten.
Die alten TeilnehmerInnen unterteilen sich wie folgt:
Von Oktober 2001 bis Dezember 2002 wurden insgesamt 101 Jugendliche in das IBB-Projekt eingebunden. 40 dieser TeilnehmerInnen wurden lt. Stand Dezember 2002 abgemeldet, so dass 61 TeilnehmerInnen, die zwischen 2001 und 2002 aufgenommen wurden, bis heute (weiter-) betreut wurden.
Die Nationalität dieser Jugendlichen unterteilt sich folgendermaßen:

In der Sparte „Deutsch" sind auch Einbürgerungen berücksichtigt.

Geschlechterbezogen ergibt sich folgende Verteilung:
Die TeilnehmerInnen in Ausbildung haben folgende Bildungsvoraussetzungen:
Die TeilnehmerInnen in Arbeit haben folgende Bildungsvoraussetzungen:
An allgemein bildenden Schulen verteilen sich die TeilnehmerInnen wie folgt:
Bei den weiterbildenden Schulen ist die Verteilung folgendermaßen:
Unter Sonstige finden sich 15 TeilnehmerInnen:
Neuaufnahmen 2003 – 2004
Seit Februar 2003 bis einschließlich Januar 2004 konnten insgesamt 67 weitere TeilnehmerInnen in das Projekt eingebunden werden.
Die Nationalität der TeilnehmerInnen unterteilt sich wie folgt:

Der überwiegende Teil der TeilnehmerInnen hatte die türkische Nationalität. Der Anteil der deutschen Nationalität erfasst auch eingebürgerte Jugendliche türkischer Abstammung. Daraus wird deutlich, das das Projekt auch nach der Erweiterung seit Februar 2003 zum überwiegenden Teil von Jugendlichen türkischer Herkunft genutzt wurde.

Im Folgenden werden die Jugendlichen nach dem aktuellen Stand unterteilt:

Bei den „Jobs" sind auch jene Jugendliche enthalten, die nicht sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse ausfüllen, also bspw. einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen. Von den 3 Hauptschulabsolventen hat einer den Abschluss in der Türkei erworben.

Die TeilnehmerInnen dieser Gruppe besuchen seit dem Projektkontakt bis heute die o. g. Schulen. Hier ging es vor allem um Bewerbungstraining sowie Informationen und Beratung über Ausbildungsmöglichkeiten. 2 Schüler aus einer DAZ-Klasse haben sich zusätzlich über Sprachkurse informiert.

* Das türkische Abitur wurde über das Bildungsministerium als Realschulabschluss anerkannt.

Von den 3 Jugendlichen ohne Abschluss erhalten 2 Sozialhilfe.

Unter „Sonstige" finden sich Jugendliche, die z. T. sehr unterschiedliche Voraussetzungen bei der Aufnahme ins Projekt mitgebracht haben und die auch zum Ende des Projektes statistisch schlecht „darstellbar" sind. Aus diesem Grunde wird im Folgenden auf diese Kategorie näher eingegangen.

  • Mit Hauptschulabschluss, aber ohne derzeitige Beschäftigung oder Maßnahme sind 2 Jugendliche (1. Block links)
  • Mit Hauptschulabschluss befinden sich 2 Jugendliche in einer Maßnahme der Arbeitsagentur (2. Block links)
  • Mit Hauptschulabschluss und zur Zeit mit der Kindererziehung beschäftigt ist eine Jugendliche (3. Block links)
  • Ohne Schulabschluss und zur Zeit mit der Kindererziehung beschäftigt sind 2 Jugendliche (4. Block links)

Von den Jugendlichen ohne Abschluss ist einer Arbeitslos, einer bewirbt sich um einen Ausbildungsplatz, 2 Jugendliche machen nichts und der letzte dieser Gruppe hat über 8 Jahre eine Schule in Belgrad besucht (besitzt die jugoslawische Staatsangehörigkeit), Aussagen über seinen derzeitigen Stand waren nicht mehr herauszufinden, da wir keine Rückmeldung bekommen haben. Der Status muss also offen bleiben.

Arbeitsschwerpunkte während des Projektes
Im Wesentlichen beliefen sich die Tätigkeiten der Mitarbeiter auf die Beratung, das gemeinsame Erstellen der Bewerbungsunterlagen sowie die Motivierung.

Viele TeilnehmerInnen verfügten über nur ungenügendes Wissen bezüglich der Ausbildungsvoraussetzungen und Berufsmöglichkeiten. In der Regel schloss sich dann eine intensive Beratung über Möglichkeiten gerade auch im Hinblick auf die eigene Qualifikation und Ressourcen an. Nicht selten ging es um Fragen der Anerkennung von in der Türkei erworbenen schulischen und beruflichen Abschlüssen. In einigen Fällen galt es auch besondere Hindernisse, die einer schulischen oder beruflichen Ausbildung hinderlich im Weg standen, zu beseitigen. Diese waren mangelndes Wissen über Herangehensweisen der beruflichen oder schulischen Ausbildung, familiäre Konflikte und Spannungen, Unstrukturiertheit und mangelnde Motivation. Die Projekt-Mitarbeiter verstanden sich dabei als Anleiter, die den TeilnehmerInnen Hilfe zur Selbsthilfe angeboten haben. Einigen Jugendlichen reichte dies nicht, vielmehr erwarteten diese, dass ihnen Verantwortung und Initiative abgenommen werden. Diese Jugendliche entglitten während der Projektarbeit nach und nach.

Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit war die Vermittlung von Wissen in Bezug auf die Bewerbungsmappe, das Bewerbungsgespräch und das Berwerbungsverfahren. Dafür wurden im Rahmen des Projektes Bewerbungstrainingskurse durchgeführt, die die TeilnehmerInnen anschließend in die Lage versetzen sollten, das erworbene Wissen eigenständig umzusetzen.

Die Motivierung war insgesamt der schwierigste Teil der Arbeit und verlief individuell z. T. sehr unterschiedlich. Viele TeilnehmerInnen mussten zunächst überzeugt werden, dass wir ihnen helfen können. Dabei bestand das Problem oftmals darin, dass viele TeilnehmerInnen für sich keinen Hilfebedarf sahen. So ging es darum, ihnen deutlich zu machen, dass es auf Dauer keine gute Alternative ist, nichts zu machen. Unter Miteinbeziehung der Eltern wurde versucht nach Lösungen zu suchen, wobei sich in vielen Fällen herausstellte, dass auch die Eltern verzweifelt waren und nicht selten resigniert hatten. In vielen Fällen sind diese TeilnehmerInnen bereits durch andere Hilfesysteme gefallen und waren noch schwerer zu irgendetwas zu bewegen. Durch ständiges „auf die Füße treten" gelang es einige Jugendliche zur Zusammenarbeit zu motivieren, andere ließen sich auch davon nicht beeindrucken und besuchten innerhalb kürzester Zeit für sie akquierierte Praktikumsplätze nicht mehr. In der Regel wurden diese vom ASD betreut, mit dem dann z. T. auch Gespräche geführt wurden. Es stellte sich schnell heraus, dass dort ganz andere Probleme vorherrschten, die eine berufliche Qualifizierung in den Hintergrund stellten.

Tätigkeiten
Wie im Vorbericht angekündigt wurde in der Kieler Kuhle ein Projektinformationsabend auf Türkisch durchgeführt. Es nahmen 9 Eltern mit ihren Kindern teil. Die Resonanz war sehr positiv und 3 Jugendliche kamen innerhalb der nächsten Tage zur ausführlichen Beratung. Der IBB-Elternabend wurde nur sehr schlecht angenommen. Lediglich ein Vater nutzte diese Möglichkeit der Information und des Austausches. Viele Eltern beklagten, dass sie keine Zeit „für solche Dinge" hätten und sind z. T. selbst überfordert mit der Situation ihrer Kinder. Der Bewerbungstrainingskurs mit SchülerInnen der Toni-Jensen-Gesamtschule verlief sehr positiv. Neben der Bewerbungserstellung wurden die TeilnehmerInnen auch bezüglich der korrekten Vorgehensweise sowie Bewerbungsstrategien informiert und beraten. Weiterhin wurde das Projekt bei Intertürk-Spor vorgestellt.
Reflektion der Arbeit
Die Gesamtzahl der Jugendlichen lässt sich in zwei große Gruppen unterteilen. Folgende Merkmale und Eigenschaften zeichnen diese aus:

Für einige Jugendliche ist das Projekt nicht niedrigschwellig genug. Es setzt nicht dort an, wo diese Jugendliche intensive Hilfe und Unterstützung, besonders aber Motivation und Struktur benötigen. Diese sind überfordert unsere Dienstleistung in Anspruch zu nehmen, da es das Erkennen eines Hilfebedarfes voraussetzt. Von der Grundhaltung sind diese Jugendlichen mit ihrer gesamten Lebensplanung überfordert und nicht im Stande die Wichtigkeit der schulischen und beruflichen Fragen zu erkennen und (mit Hilfe) umzusetzen. Vielmehr benötigen diese Jugendliche Unterstützung, die sie dort abholt, wo sie stehen. Für diesen Hilfebedarf ist es notwendig sich durch Einzelbetreuung intensiv mit den Ressourcen und Problemlagen auf diese Jugendliche einzustellen.

Die andere Gruppe von Jugendlichen ist in der Lage, Hilfeangebote zu nutzen und anzunehmen. Diese Jugendlichen kommen selbstverantwortlich zur Beratung und haben erkannt, dass sie selbst am Prozess ihrer schulischen und beruflichen Entwicklung aktiv mitwirken können und müssen und für diesen auch Verantwortung tragen.

Um beiden Gruppen gerecht werden zu können, haben wir uns bemüht, besonders erstere Jugendliche motivierend zu stärken und ihnen immer wieder Hilfeangebote unterbreitet. Manche Jugendliche konnten auf diesem Wege zur Beratung motiviert werden und gemeinsam wurden Bewerbungsunterlagen erstellt, sie nahmen an Bewerbungstrainings teil und/oder wurden in Praktika vermittelt. Die Motivation kippte jedoch immer dann schnell um, wenn positive Rückmeldungen für sie ausblieben wie bspw. die Einladung zu einem Bewerbungsgespräch. Diese Jugendlichen kontinuierlich bei der Stange zu halten, hätte den Rahmen des Projektes gesprengt und die andere Gruppe von Jugendlichen wäre zu kurz gekommen. Hier war es mitunter schwierig diese Gradwanderung hinzubekommen.
 

Resümee
Das IBB-Projekt war schwerpunktmäßig ein Betreuungsprojekt, das das Erkennen eines Hilfebedarfs und die aktive Nutzung der angebotenen Hilfe voraussetzt. In den oberen Ausführungen wurde bereits deutlich, dass viele Jugendliche damit überfordert waren. Aus diesem Grund konnten diese Jugendlichen das Projekt nicht optimal für sich (aus-) nutzen. Trotzdem konnten im Rahmen der Laufzeit des Projektes viele Jugendliche erreicht und motiviert werden sich durch höhere Schulabschlüsse zu qualifizieren, eine Ausbildung zu beginnen, sich um Arbeit zu bemühen, einen Sprachkurs zu besuchen oder in andere Maßnahmen zu gehen. Einige TeilnehmerInnen fanden trotz Betreuung keinen Anschluss an weiterfördernde Maßnahmen. Hierfür gibt es vielfältige Ursachen. In der Regel haben aber alle TeilnehmerInnen wenig Motivation mitgebracht und damit auch Angebote der Beratung und Hilfestellung nur sporadisch und auf Druck von Außen in Anspruch genommen. Einem Großteil konnte jedoch ein Überblick über das deutsche Schul- und Bildungssystem vermittelt, so dass entsprechende Orientierungen eingeschlagen werden konnten. Eine Gesprächsrunde mit TeilnehmerInnen des Projektes ergab folgende Rückmeldungen: Es gab keine/n TeilnehmerIn, die nicht mit dem Projekt oder Mitarbeitern zufrieden war, eher das Gegenteil. Die Rückmeldung war für die Projektmitarbeiter erstaunlich positiv als auch überraschend. Auch das Drängen auf Termineinhaltung sowie das Hinterhertelefonieren empfand keiner der Jugendlichen als unangenehm, eher als gerechtfertigt. Daraus wird deutlich, dass die Jugendlichen die Verantwortung für ihre berufliche Zukunft zum Teil abgeben haben und die Projektmitarbeiter z. T. als „moralische Instanz" ansahen und damit vielleicht auch jemanden brauchen, der ihnen die Notwendigkeit der Auseinandersetzung in beruflichen Fragen vor Augen führt.

Jump Plus

Das Sonderprogramm zum Einstieg arbeitsloser Jugendlicher in Beschäftigung und Qualifizierung (Jump Plus)
Die Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein e. V. führte von März 2004 bis Mai 2005 das Sonderprogramm „Jump Plus“ der Bundesanstalt für Arbeit speziell für Jugendliche mit Migrationshintergrund durch. Ziel dieser Maßnahme war die langfristige Eingliederung jugendlicher Sozialhilfeempfänger und Arbeitslosengeldempfänger in den ersten Arbeitsmarkt und der Abbau von Hemmnissen durch pädagogische Interventionen, die diesem Ziel im Wege standen. Die pädagogischen Interventionen beinhalteten Sozial- und Motivationstraining, persönliche Beratung und ein Arbeitstraining in Form gemeinnütziger Arbeit.
Zielsetzungen:
Mit dem "Sonderprogramm zum Einstieg arbeitsloser Jugendlicher in Beschäftigung und Qualifizierung" (Jump Plus) sollten bundesweit für insgesamt 100.000 Jugendliche die Chancen zur Eingliederung in den allgemeinen Arbeitsmarkt verbessert sowie der Zugang zu kommunalen Beschäftigungs- und Qualifizierungsangeboten gefördert werden. Des Weiteren wurde in der Übergangssituation der Zusammenführung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe der Gefahr eines Abbaus der langjährig gewachsenen kommunalen Netzwerke und Beschäftigungsstrukturen entgegengewirkt, die für die berufliche Integration junger Erwachsener wichtige Hilfestellung leisteten.

Das Sonderprogramm stellte – im Rahmen des geltenden Rechts – einen Vorgriff auf das neue Leistungssystem dar, das im Zuge der Zusammenführung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe geschaffen werden sollte. Im neuen Leistungssystem soll jedem arbeitslosen Jugendlichen zwischen 15 bis unter 25 Jahren, der keinen Ausbildungsplatz und keine Beschäftigung findet, eine Beschäftigungs-, Qualifizierungs- oder Ausbildungsmaßnahme angeboten werden.

Zielgruppe:
Gefördert wurden insgesamt bis zu 20 junge Menschen zwischen 18 bis 24 Jahren, die im Sozialhilfebezug standen oder Arbeitslosenhilfe und ggf. ergänzende Sozialhilfe bezogen sowie langzeitarbeitslos oder von Langzeitarbeitslosigkeit bedroht waren. Langzeitarbeitslosigkeit im Sinne des Sonderprogramms lag bei einer Dauer der Arbeitslosigkeit von mehr als sechs Monaten vor. Ferner wurden auch jene Jugendliche gefördert, die erwerbsfähig und hilfebedürftig waren und solche Jugendliche, bei denen die Teilnahme an der Maßnahme tatsächlich erwarten ließ, dass sich ihre Vermittlungschancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern würden.
Inhalt:
Inhalt der über sechs Monate andauernden Maßnahme waren:

  • Sozialtraining in Gruppen
  • Motivationstraining
  • Arbeitstraining in Form gemeinnütziger Tätigkeiten
  • Beratung und Berufsorientierung
  • Vermittlung von Deutschkenntnissen
  • Berichterstattung

Mit dem Arbeitstraining wurde bei der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG), Zum Kesselort 73-75 in 24149 Kiel begonnen.

Dort begannen wir zunächst mit Gartenarbeiten und haben schließlich die Räumlichkeiten durch Malen, Lackieren, Ausbessern etc. renoviert. Insgesamt dauerte das Arbeitsprojekt dort 8 Wochen.

Gearbeitet wurde an 2 Tagen pro Woche.

Das Arbeitstraining fand in der ehemaligen Fröbelschule in der Diedrichstr. 2, in der die tgs-h auch ihre Büroräume hat, statt.

Konzeption einer Jump Plus Maßnahme
Problemlage
Jugendliche SchulabgängerInnen sind heute zu einem großen Teil nicht ausbildungsfähig, da es ihnen an der nötigen Ausbildungsreife und/oder Qualifikation fehlt. Dabei stellen Orientierungslosigkeit, Demotivation, zunehmende Hoffnungs- und Perspektivlosigkeit aufgrund der aktuellen Arbeitsmarktlage sowie mangelnde Unterstützung des familiären Systems eine entscheidende Rolle. Im Hinblick auf diese Situation sind Ausbildungsbetriebe überfordert, sie können diesen Jugendlichen keinen Ausbildungsplatz anbieten und verzichten deshalb z. T. sogar völlig darauf auszubilden mit dem Resultat, dass viele Jugendliche unversorgt (ohne schulische oder berufliche Ausbildung) sind. Dabei wird in den Empfehlungen des Forum Bildung festgestellt, dass „Begabungen von Kindern aus sozial benachteiligten Familien und von Kindern mit Migrationshintergrund (…) oft nicht erkannt und nicht genügend gefördert“1 werden. Diesen Jugendlichen gilt es eine geeignete Vorbereitung und Qualifizierung im Hinblick auf eine Ausbildung anzubieten, gemeinsam mit ihnen brach liegende Ressourcen zu erarbeiten und sie motivierend zu stärken. Gerade bei türkischen MigrantInnen haben wir durch unsere landesweite Projektarbeit dementsprechende Erfahrungen gemacht, so dass hier Handlungsbedarf besteht.
Ziel und Zielgruppe des Projektes
Dieses Projekt soll als berufsvorbereitende Qualifizierungs- und Bildungsmaßnahme über den Zeitraum von einem halben Jahr Jugendliche bei der Berufswahlentscheidung unterstützen und ihre berufliche und soziale Handlungskompetenz stärken. Weiteres Ziel ist die individuellen Chancen der Jugendlichen für eine (dauerhafte) Eingliederung in das Berufs- und Arbeitsleben – unter Berücksichtigung des individuellen Leistungsvermögens und Entwicklungspotentials – zu verbessern. Die wichtigsten Ziele lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Erweiterung des Berufswahlspektrums
  • Förderung der Motivation zur Aufnahme einer Ausbildung
  • Individuelle maßnahmebegleitende Beratung, insbesondere bei der Entscheidungsfindung und der Planung und Vorbereitung des Überganges in eine Ausbildung, andere Qualifizierungsmaßnahmen oder Beschäftigung
  • Erwerb betrieblicher Erfahrungen und die Reflexion dieser
  • Verbesserung der Bildungsvoraussetzungen zur Ausbildungsaufnahme
  • Stärkung der sozialen Kompetenz und Unterstützung bei der Bewältigung von Problemen
  • Förderung und Einübung von Einstellungen und Fähigkeiten, die im Hinblick auf das erfolgreiche Durchlaufen einer Ausbildung oder Arbeitnehmertätigkeit notwendig sind.

Zielgruppe sind insbesondere Jugendliche im Alter von 15 bis zu 24 Jahren, vor allem mit Migrationshintergrund, die aufgrund ihrer derzeitigen Ausgangslage die Voraussetzungen zu einer betrieblichen Ausbildung nicht erfüllen.
Die oben benannte Zielgruppe soll im Rahmen eines Projektes, dass zum einen die Ressourcen der Jugendlichen stärkt und ausbaut und zum anderen vorhandene Wissenslücken aufarbeitet und beseitigt, gestärkt und befähigt werden sich in den Arbeitsmarkt zu integrieren.
Die Begründung der Trägerschaft durch die Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein e. V. ergibt sich aufgrund des kulturellen Hintergrundwissens und der (mutter-) sprachlichen Kompetenz. Durch diese Bedingungen erwarten wir uns einen verbesserten Zugang besonders zu Jugendlichen mit Migrationshintergrund zu bekommen, um diese adäquat fördern zu können.

Projektinhalte
Bestandaufnahme
Die Ausgangsthese für dieses Projekt ist, dass benachteiligte, vor allem Jugendliche mit Migrationshintergrund im Rahmen einer beruflichen Orientierung durch die Stärkung ihrer Motivation und das Sichtbarmachen ihrer Ressourcen befähigt werden sollen eine Ausbildung oder Arbeit aufzunehmen. Dabei sollen ihre Ressourcen zur Qualifizierung und Integration in den Arbeitsmarkt nutzbar gemacht werden. Die Ressourcen werden durch Interviews, anhand bestimmter Leitfäden abgefragt.
Entwicklung von Qualifizierungs- und Trainingsmaßnahmen / Umsetzung
Aufgrund der Erkenntnis, dass die Zielgruppe einer besonderen Förderung bedarf, sollen speziell auf die Gruppe ausgerichtete Angebote erarbeitet und durchgeführt werden.

Neben dem Kontext der Gruppe wird auch das soziale Umfeld der TeilnehmerInnen berücksichtigt und einbezogen. Es werden bei Bedarf Elterninformationsabende und Elterngespräche durchgeführt. Dadurch sollen die Eltern stärker in die Verantwortung für ihre Tochter/ihren Sohn einbezogen werden, mit dem Ziel die/den einzelne/n Jugendliche/n bestmöglich zu unterstützen.

Maßnahmephasen
Die Maßnahme gliedert sich in drei unterschiedliche Maßnahmephase:

  1. Zunächst geht es in der Orientierungs- und Motivationsphase um die Erkundung unterschiedlicher Berufsfelder. Die Jugendlichen werden über Ausbildungsmöglichkeiten und deren Voraussetzungen, aus ihrem Interessensektor informiert und beraten. Die TeilnehmerInnen werden in Kleingruppen aufgeteilt, die zur präferierten Berufssparte Informationen erarbeiten und vorstellen sollen. Hier erhalten die Jugendlichen die Möglichkeit ihre beruflichen Vorstellungen einzubringen, zu überprüfen und ggf. zu korrigieren. Dazu bietet sich der Besuch des Arbeitsamtes (BIZ) an, um gemeinsam Informationswege aufzuzeigen und auszuprobieren. Die Jugendlichen werden mit den vielfältigen Angeboten (ASIS, SIS, KURS etc.) vertraut gemacht, so dass Schwellenängste abgebaut werden können, um Informationswege optimal nutzen zu können.

    Während dieser Phase wird gemeinsam mit den Jugendlichen der individuelle Förderplan entwickelt. Als Grundlage dafür werden Einzelgespräche mit den TeilnehmerInnen geführt, die den Stand zu Beginn der Maßnahme festhalten. Der Förderplan soll auch besondere Fähigkeiten und den Förderungsbedarf ermitteln und festhalten. Im Verlauf der Maßnahme wird dieser Förderplan durch Verhaltensbeobachtungen der Gruppenprozesse kontinuierlich fortgeschrieben und ergänzt.

    Das Ziel des Förderplans ist die systematische und evaluierbare Förderung jeder/s einzelnen TeilnehmerIn, ohne dass dabei starr an einmal gefassten Zielsetzungen und Vorgehensweisen festgehalten wird. In dem Förderplan werden auch die Anwesenheit, Pünktlichkeit und Motivation erfasst und beurteilt.

    Am Ende dieser Phase wird das Arbeitstraining vorbereitet. Dabei spielen vor allem die Vorstellungen, Erwartungen, Hoffnungen und Ängste, aber auch das Durchhaltevermögen in Bezug auf das Praktikum eine Rolle und sollen mit den TeilnehmerInnen thematisiert werden. Am Ende sollen die Jugendlichen sich in vorgenannten Punkten selbst einschätzen, um auftauchende Probleme möglichst im Vorwege anzusprechen und die Eigenwahrnehmung festzustellen, die dann am Ende des Arbeitstrainings mit den gemachten Erfahrungen verglichen werden soll.

  2. In der Vertiefungsphase steht das Arbeitstraining im Vordergrund. Hier werden die TeilnehmerInnen an unterschiedliche Arbeitsfelder, nach dem Grundsatz der gemeinnützigen und zusätzlichen Arbeit herangeführt und können sich praktisch ausprobieren.
    Nach Abschluss eines Arbeitstrainings soll ein Erfahrungsaustausch in der Gruppe stattfinden und die zu Beginn vorgenommene Eigeneinschätzung verglichen, ggf. ergänzt und besprochen werden, so dass falsche Erwartungen und Vorstellungen festgestellt und korrigiert werden können. Der Gesamtteil von Arbeitstrainings während der Maßnahme wird sowohl von den Jugendlichen als auch von den Maßnahmedurchführenden bewertet. So erhalten die Jugendlichen die Möglichkeit ihre Eigenwahrnehmung zu überprüfen und erfahren auch wie sie selbst wahrgenommen wurden (Fremdwahrnehmung).
  3. In der Stabilisierungs- und Ablösephase geht es darum, die bestehenden Ressourcen weiterhin zu stärken und den Übergang in Ausbildung und Arbeit oder andere (Qualifizierungs-) Maßnahmen zu gestalten.
Theoretischer Teil der Maßnahme
Unterricht
Die Unterrichtung der folgenden allgemeinbildenden Fächer soll die Bildungsvoraussetzungen der TeilnehmerInnen verbessern und damit zur Aufnahme einer Ausbildung oder Beschäftigung beitragen.

Die TeilnehmerInnen erhalten während der Maßnahme je nach Bedarf theoretischen Unterricht in den Fächern:

Deutsch, Englisch, Mathematik sowie Wirtschaft und Politik.

Im Fach Deutsch wird aufgrund des Migrationshintergrundes ein Schwerpunkt auf der Sprachförderung liegen.

Das Lehrangebot wird dem jeweiligen Leistungsstand der Gruppe angepasst. Aus diesem Grunde ist es wichtig eine möglichst homogene Gruppe in Bezug auf den Bildungsstand (Schulabschluss) zu fördern.

Ein wesentliches Ziel der Maßnahme ist die Stärkung der sozialen Kompetenz sowie der Sekundärtugenden wie Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit etc.

Neben den Unterrichtsstunden sollen die Jugendlichen durch pädagogische Angebote in ihrer Sozialkompetenz gestärkt werden. Unter pädagogischer Anleitung werden mit der Gruppe Wahrnehmungsübungen durchgeführt.

Bewerbungstraining
Als wichtiges Modul der Maßnahme sollen die TeilnehmerInnen ein Bewerbungstraining durchlaufen. Das Training zielt insgesamt ab auf:

  • die Gestaltung schriftlicher Bewerbungen und das Verfahren bei Vorstellungsgesprächen
  • die Befähigung zu eigeninitiativem Handeln für die Nutzung des Stellen- und Bildungsangebotes.
Sozialpädagogische Arbeit
Diese erfolgt auf zwei Ebenen: einmal als in die theoretische und praktische Lernen integrierte Maßnahme im Team und zum anderen als kooperative Maßnahme durch spezielle Aktivitäten (soziales Training), Beratung und Elternarbeit.

Das Hauptziel der sozialpädagogischen Arbeit ist es, die TeilnehmerInnen in ihrer psychosozialen Entwicklung zu fördern und zu unterstützen. Im Bereich des sozialen Lernens soll die Gruppenfähigkeit der TeilnehmerInnen entwickelt werden. Besonders im Hinblick auf den Wegfall der Unterstützung durch das familiäre Bezugssystem steht der/die Sozialpädagoge/in als Ansprechpartner bei persönlichen Problemen zur Verfügung.

Insbesondere wenn Jugendliche aus schwierigen sozialen Verhältnissen kommen, werden die damit verbundenen Probleme und Konflikte so behandelt, dass der/die TeilnehmerIn frei wird, seine Fähigkeiten und Fertigkeiten zur Geltung zu bringen. Dies geschieht insbesondere durch die Kontaktaufnahme zu den Erziehungsberechtigten, die bei Bedarf bspw. in Form von Einzelberatungen, Elternsprechtagen und Elternabenden stattfinden sollen.

  • Informationen über die Aufgaben und Ziele der Maßnahme
  • Verständnis für die Situation der Jugendlichen
  • Informationen über weitere Hilfemöglichkeiten (Berufsausbildungsbeihilfe, Inanspruchnahme anderer Leistungen)
  • Realistische Einschätzung der Berufschancen ihrer Kinder
  • Möglichkeit eines Erfahrungsaustausches untereinander sowie mit den Fachkräften der Maßnahme.
Praktischer Teil der Maßnahme
Arbeitstraining
Die TeilnehmerInnen durchlaufen während der Maßnahme mehrere Arbeitstrainingeinheiten. Ziel dieser Arbeitstrainings ist, den Weg zur beruflichen Orientierung und damit zur beruflichen Eingliederung durch Praxiserfahrungen zu ebnen. Das Training bietet eine gezielte Vorbereitung auf den Berufsalltag und z. T. auch auf spezifische Bedingungen (Tempo, Leistungsdruck und Kontakt mit Kunden) vorbereitet.

Das Arbeitstraining bietet den TeilnehmerInnen die Gelegenheit vorhandene Kenntnisse zu erfahren und einzusetzen.

Dokumentation
Über den Zeitraum der Durchführung werden die Förderpläne der einzelnen TeilnehmerInnen fortgeführt.
Evaluation
Zu Beginn des Projektes erhält jeder/jede TeilnehmerIn einen Selbsteinschätzungsbogen, der den momentanen Stand abfragt und erfassen soll. Dabei sollen die TeilnehmerInnen Ziele und Hoffnungen im Hinblick auf ihre persönliche und berufliche Zukunft formulieren. Weiterhin sollen sie aufführen, welche Stärken und Schwächen sie sich zuschreiben. Diese Selbsteinschätzung soll ebenfalls am Ende des Projektes erneut durchgeführt werden, um zu erfassen, welche Ziele erreicht wurden, inwieweit die Selbst- und Fremdwahrnehmung auseinander driften und inwieweit sich Veränderungen im Vergleich zum Maßnahmebeginn vollzogen haben.

Mit jedem/r einzelnen TeilnehmerIn wird ein Abschlussgespräch geführt, das auf persönliche Stärken und Schwächen eingeht, Empfehlungen und Ratschläge zur weiteren beruflichen Integration abgibt sowie den weiteren Verbleib der TeilnehmerInnen in Kooperation mit dem Arbeitsamt und anderen Vernetzungspartnern abklärt und organisiert.

AZAM

Akquisition von zusätzlichen Ausbildungsplätzen in Migranten-betrieben (AZAM)
Thema
Schaffung von zusätzlichen Lehrstellen in Migrantenbetrieben
Kooperationspartner
  • Migrantenbetriebe
  • Industrie- und Handelskammer
  • Handwerkskammer
  • Arbeitsagenturen (Ausbildungsbonus)
  • Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein (AEVO-Lehrgänge)
  • Türkischer Arbeitgeberbund Lübeck (TAB)
Inhaltlicher Schwerpunkt
Akquise, intensive Beratung, Motivation und Begleitung von Migrantenbetrieben bei der Begründung von zusätzlichen Ausbildungsplätzen.
Handlungsfelder
  • Beratung und Information von Migrantenbetrieben über das duale Ausbildungssystem
  • Aufklärung über die Ausbildungsmöglichkeiten
  • Schaffung von Ausbildungsplätzen in Migrantenbetrieben
  • Prüfung der Ausbildungsvoraussetzungen in Kooperation mit den zuständigen Kammern
  • Unterstützung der Migrantenbetriebe beim Erwerb der Ausbildereignung (Koordination von AEVO-Lehrgängen)
  • Öffentlichkeitsarbeit rund um die Ausbildung
Motivation
Migrantenbetriebe werden durch das AZAM-Projekt auch über den Ausbildungsbonus informiert. Entstehende Ausbildungsplätze für Schüler ohne Hauptschulabschluss oder Schüler mit Hauptschulabschluss, die sich nachweisbar vergeblich um Lehrstellen bemüht haben, werden von Agentur für Arbeit honoriert.
Qualifikation
Migrantenbetriebe werden durch AEVO-Lehrgänge als Ausbilder qualifiziert. Das AZAM-Projekt koordiniert und vermittelt die entsprechenden Lehrgänge an Migrantenbetriebe.
Netzwerk
Das AZAM-Projekt erstellt das entsprechende Netzwerk zwischen den Unternehmen, den Kammern, den Arbeitsagenturen und den Lehrgangsträgern.
Kurzbeschreibung
Mit dem Hintergrund der demografischen Entwicklung, die eine Steigerung des Anteils von Menschen mit Migrationshintergrund an der erwerbsfähigen Bevölkerung zur Folge hat, sind intensive Anstrengungen für einen qualifizierten Zugang zum Arbeitsmarkt für diese jungen Menschen zu gewährleisten. Im Hinblick auf die schlechteren Voraussetzungen (Schulabschlüsse) der Jugendlichen mit Migrationshintergrund ist das Projekt „Akquisition von zusätzlichen Ausbildungsplätzen in Migrantenbetrieben“ (AZAM) von der Türkischen Gemeinde in S-H Anfang 2010 begründet worden.

Die Ausgangslage sieht im Land Schleswig-Holstein folgend aus: Die Zahl der Unternehmer mit Migrationshintergrund hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Man geht jedoch davon aus, dass nur ca. 10 % dieser Betriebe tatsächlich ausbilden, obwohl mehr als die Hälfte aller Migrantenunternehmen hierzu in der Lage wären. Jedes 5. Kind mit Migrationshintergrund verfügt heute bereits über keinen Schulabschluss. 40 % der Kinder aus den Migrantenfamilien haben keine Berufsausbildung.

Wir haben zum Ziel die Migrantenbetriebe zu akquirieren, über das duale Ausbildungssystem in Deutschland zu informieren und aufzuklären. Danach motivieren wir diese Betriebe zusätzliche Ausbildungsplätze zur Verfügung zu stellen. Wir qualifizieren die Ausbilder durch die Vermittlung von AEVO-Lehrgängen und sensibilisieren die Unternehmen bezüglich der Ausbildungsproblematik. Weiterhin werden die Unternehmen auch motiviert den schwachen Bewerbern eine Chance zu geben. Dieses Engagement wird durch die Arbeitsagentur mit einem Ausbildungsbonus honoriert. Wir koordinieren, überwachen und stellen das Beziehungsgeflecht her, indem wir das entsprechende Netzwerk errichten. Darüberhinaus ermutigen wir die Unternehmen sich an den entsprechenden Ausbildungsmessen zu beteiligen und leisten die Öffentlichkeitsarbeit rund um die Ausbildung.

Das Projekt ist aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) im Rahmen des Projektes "Zukunftsprogramm Arbeit" (ZPA) und des Ministeriums für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr des Landes Schleswig-Holstein gefördert.

A1

MobiHL

MobiHL – SH

 

fördert die Integration der Teilnehmenden in den ersten Arbeitsmarkt.

 

Mit dem Projekt werden Langzeitarbeitslose mit Migrationshintergrund unter Berücksichtigung des nachhaltigen Wandels der regionalen Arbeitsmärkte und der damit verbundenen strukturellen Veränderungen angesprochen.

 

Das Projekt richtet seinen Fokus im Rahmen eines ausführlichen Betreuungsangebots auf die Erhöhung der Mobilität und Flexibilität der Teilnehmenden, aber auch auf die Ausschöpfung ihrer Potenziale.

Den Teilnehmenden sollen Möglichkeiten gegeben werden, durch Erhöhung der Bereitschaft, Ver-änderungen zuzulassen und durch Verlassen der gewohnten Umgebungen und Lebensmuster, die Lang-zeitarbeitslosigkeit zu durchbrechen.

 

Ziel ist auch, kleine und mittelständische Unternehmer in Lübeck und Umgebung in das Vorhaben einzubinden und sie dabei zu unterstützen, ihre Arbeitgeberattraktivität und Zukunftssicherheit zu erhalten.

 

MobiHL – SH

 

spricht vorrangig Menschen an, die

 

  • Migrations- oder Fluchthintergrund aufweisen,
  • 25 Jahre oder älter sind,
  • erwerbsfähig und beim Jobcenter Lübeck als langzeitarbeitslos registriert sind,
  • sich freiwillig für die Teilnahme am Projekt entschieden haben,
  • bereit sind, einer Beschäftigung außerhalb der Region Lübeck nachzugehen sowie
  • bereit sind, sich auf unterschiedliche Arbeits-zeiten einzustellen.

 

 

Die Inhalte sind:

  • Kompetenzermittlung
  • Förderung der Veränderungsbereitschaft
  • Berufsbezogene Sprachförderung
  • Gruppenbezogene Bewerbungstrainingskurse
  • Vermittlung in Beschäftigung und Praktika
  • Integration in den 1. Arbeitsmarkt
  • Nachbetreuung

 

MobiHL – SH

 

setzt folgende Ziele:

 

  • Vermittlung der Teilnehmenden in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung,
  • Informationsvermittlung über den regionalen und überregionalen Arbeitsmarkt,
  • Sensibilisierung für eine Beschäftigung auch außerhalb der Stadt Lübeck,
  • Sensiblisierung für eine Beschäftigung in kleinen Betrieben,
  • Erhöhung des Bewerbungsradius’,
  • Öffnung zu Themen wie befristete Arbeitsverhältnisse, Schichtarbeit, Zeitarbeit, geringerer Verdienst,
  • Erarbeitung von Möglichkeiten einer individuellen Begleitung und Beratung bei der überregionalen Wohnungssuche,
  • Informationen zu Subventionierung von Führerscheinen usw.

 

MobiHL – SH

 

wird gefördert aus dem Landesprogramm Arbeit, Aktion B1 – „Neue Wege in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung“ zur aktiven Eingliederung von Langzeitarbeitslosen unter Berücksichtigung des demo-grafischen, strukturellen und/oder sektoralen Wandels am Arbeitsmarkt.

 

 

 

DISS-kriminierung

DISS-kriminierung

Projektziele

„DISSkriminierung“ ist ein Projekt mit dem Ziel Jugendliche zu empowern, die in ihrem Alltag immer wieder Diskriminierungserfahrungen erleben und eventuell selbst auch diskriminierend handeln.

Jugendliche of Color oder postmigrantische Jugendliche, die potenziell von Diskriminierung betroffen sind, treten als ExpertInnen für das Thema Diskriminierung auf. Sie setzen eigene Miniprojekte zum Thema um und verschaffen sich so Gehör in der Öffentlichkeit.

Die Jugendlichen sollen in ihren Erfahrungen und ihrer Subjektivität gestärkt werden –  Diversität, Inklusion, Selbstvertrauen, Selbstermächtigung – und miteinander anerkennend und wertschätzend umgehen. Ausgrenzungserfahrungen werden so anerkannt und wahrgenommen.

Mit dem Modellprojekt „DISSkriminierung“ wird Wissen in einem Peer-to-Peer-Ansatz in Miniprojekten in Schulen, Jugendgruppen etc. weitergegeben. Außerdem sollen die Jugendlichen eigene innovative und kreative Ideen zum Abbau von Diskriminierung entwickeln, um so die je eigene Persönlichkeit stärken und als Vorbilder für andere Jugendliche aufzutreten. Mögliche KooperationspartnerInnen dienen als Ort der Akquise Jugendlicher, gleichzeitig können miteinander Projekte umgesetzt werden, um somit ein Netzwerk zwischen postmigrantischen Jugendlichen bzw. Einrichtungen zu stärken.

Themenfeld

Empowerment zur demokratischen Teilhabe

Handlungskonzept

Im Vordergrund stehen die Erzählungen und Erfahrungen sowie die Bewusstseinsbildung postmigrantischer Jugendlicher. Ihre Erfahrungen sammeln sie in einer sogenannten weißen Mehrheitsgesellschaft. Das Projekt widmet sich Fragen, wie Jugendliche in dieser für sie ursprünglich fremden Politik-, Geschichts- und Alltagswelt klar kommen.

Dabei steht ein kritischer Umgang mit der Bezeichnung “Menschen mit Migrationshintergrund“ sowie anderen positionszuweisenden Bezeichnungen im Vordergrund, die oftmals mit einer binären Sprachpraxis verbunden sind, die das „Eigene“ und das „Andere“ bzw. „Fremde“ in den Vordergrund stellen. Das Projekt bietet den Rahmen, um diese Sprachpraxis aus den unterschiedlichen Perspektiven zu hinterfragen, zu entkräften, neu zu denken und zu beschreiben.

Damit sollen häufig einseitig erzählte Geschichten und Perspektiven durch vielfältige Perspektiven aufgeweicht und neu gedacht werden, die ebenfalls Teil der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von „Deutschland“ sind.

Power to Empowerment: Auf der individuellen Ebene geht es um die Macht, sein eigenes Leben in die Hände zu nehmen und seine Identität selbst zu bestimmen. Auf der Gruppenebene werden den Jugendlichen Gruppenprozesse verständlich nähergebracht. Hier geht es darum zu erkennen, dass „ich“ nicht alleine mit diesen Erfahrungen bin. Die gesellschaftliche Ebene lehrt, die Verantwortung für sich und andere zu übernehmen.

Landesweit finden Workshops statt, an denen Jugendliche teilnehmen, die in ihrer „selbstständigen Ausbildung“ als ExpertInnen für das Themenfeld „Umgang mit Diskriminierung“ unterstützt und angeleitet werden.

In einer ersten Phase wird eine Workshopreihe zu Themen wie Wissen über Diskriminierung und Rassismus, gesellschaftliche Machtstrukturen von Ausgrenzungsprozesse, Austausch über eigene Erfahrungen, rechtliche Rahmenbedingungen, Erarbeitung von Handlungsoptionen und Empowerment etc. installiert.

In einer zweiten Phase werden die ausgebildeten MultiplikatorInnen eigene Miniprojekte mit anderen Jugendlichen durchführen. Diese werden öffentlichkeitswirksam umgesetzt.

Medien und Methoden, über die die Workshops bzw. Miniprojekte durchgeführt werden können, sind: Hip-Hop, Theater, Sport, Medien, Empowerment-Ansatz und eigene Themen.