Übergabe des Zuwendungsbescheids für das „Ausbildung und Integration für Migranten“ (AIM)-Projekt

Anlässlich der Übergabe des Zuwendungsbescheids für das „Ausbildung und Integration für Migranten“ (AIM)-Projekt durch das schleswig-holsteinische Wirtschaftsministerium am 08.09.2006 bedankte sich der Landesvorsitzende der Türkischen Gemeinde in Schleswig-Holstein e.V., Herr Dr. Cebel Küçükkaraca, im Namen der Gemeinde und der Mitarbeiter für die großzügige Zusammenarbeit und die finanzielle Unterstützung seitens des Ministeriums, vertreten durch die Staatssekretärin Karin Wiedemann, und der Possehl-Stiftung Lübeck.

Als weitere Gäste durfte die TGS-H begrüßen:
Herr Yaldiz, Bildungsattaché – Türkisches Generalkonsulat Hamburg
Frau Bayram, Integrationsfachkraft – Jobcenter Kiel
Herr Kramer, Ratsherr – CDU-Ratsfraktion Kiel
Frau Schlahn / Herr Leopold – Wirtschaftsministerium Schleswig-Holstein
Frau Rodeck, Schulleiterin – Muhliusschule Kiel
Frau Witte, Lehrerin – Fridtjof Nansen-Schule Kiel
Herr Swane, Schulleiterin – Toni-Jensen-Schule Kiel
sowie
Schülerinnen und Schüler aus o.g. Schulen

Vor dem Hintergrund der OECD PISA-Studie und der Sonderauswertung zum Themengebiet Migration, in der festgestellt wurde, dass die Förderung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in Deutschland nicht gelingt, betonte Dr. Küçükkaraca erneut die Wichtigkeit und Notwendigkeit des AIM-Projekts: „Ohne die gerechte Teilhabe von Migrantenkinder an Ausbildungsprozessen und ihrer anschließenden Eingliederung in das Wirtschaftsleben kann Integration nur schwer stattfinden“. AIM leistet hierzu an den Standorten Lübeck und Elmshorn einen großen Beitrag. Durch das Projekt werden Migrantinnen und Migranten über Ausbildungschancen und Bewerbungsprozeduren informiert. Die Jugendlichen werden beraten, damit sie die richtige Berufswahl treffen, um die optimale Verwirklichung einer Ausbildung sicherzustellen und beim Übergang ins Berufsleben. Die Jugendlichen werden dahingehend unterstützt, ihre Potentiale einzuschätzen und vorhandene Ressourcen zu nutzen.

Die TGS-H agiert als Vermittler zwischen Ämtern, Behörden, Betrieben, Lehrlingen und Eltern. Das Projekt leistet Hilfe zur Selbsthilfe. Die Zahl der betreuten Jugendlichen beläuft sich momentan auf 812. Parallel zur Jugendberatung werden aber auch Migrantenbetriebe angesprochen. Durch die Projektarbeit konnten bis jetzt landesweit 315 zusätzliche Ausbildungsplätze geschaffen werden. Dies geschieht aktuelle u.a. in enger Zusammenarbeit mit der Ausbildungsakquisateurin der IHK in Kiel, der IHK Lübeck und der HWK Lübeck.

Die Übergabe fand mit freundlicher Unterstützung durch Herrn Metin Hidir in den Räumlichkeiten des Jazz-Cafe, Am Germaniahafen 1, in Kiel statt.

Integrationsgipfel 2006

Am Vorabend des von der Bundeskanzlerin Merkel initiierten Integrationsgipfels sind die Erwartungen der TGS-H sowohl an die einladenden Verantwortlichen als auch an die eingeladenen Gäste hoch. Dieser Gipfel wird als Chance und als positives Signal begriffen, wobei man nüchtern erkennen muss, dass die angestauten Probleme von über 40 Jahre Migration nach Deutschland schwer in einem eintägigen Gipfel zu bewältigen sind. Die Verantwortung der Mitwirkenden wiegt daher umso höher, eine konstruktive und gezielte Basis für die weitere Gestaltung der Integrationsarbeit zu schaffen.

Die Menschen um die es geht – Migrantinnen und Migranten in der ersten, zweiten und dritten Generation –, sind ein fester Bestandteil der deutschen Gesellschaft und hoffen auf eine Wendung zur Gleichstellungs- und Partizipationspolitik, in der die gemeinsame Verantwortung für das Gelingen des Projekts im Vordergrund stehen muss. Eine ausgewogene Balance zwischen Rechten und Pflichten sowie die volle Teilhabe an gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen muss geschaffen und transparent dargestellt werden. Es sind bereits sehr viele interessierte, kompetente und erfahrene Organisationen und Einzelpersonen, die in den letzen Jahren durch viel Zeit und Eigeninitiative am gemeinsamen Zusammenleben mitgewirkt haben. Auf die positiven Erfahrungen und erworbenen Kompetenzen dieser muss gehört und weiter aufgebaut werden, um die noch bestehenden Probleme effektiv lösen zu können.

Wir wünschen einerseits, dass im offenen Dialog unter den vielen Beteiligten die aktuellen politischen, sozialen und rechtlichen Probleme der Migrantinnen und Migranten in Deutschland, wie sie in der Kurzkonzeption der Türkischen Gemeinde in Deutschland vorgelegt worden sind, nicht nur angesprochen werden, sondern dass ein Rahmen für die konkrete Ausarbeitung und Umsetzung der erarbeiteten Vorschläge geschaffen wird. Es geht vor allem darum, die Probleme konstruktiv und wirksam durch Partnerschaft zu bewältigen ohne zusätzliche, unnötige Barrieren aufzubauen. Hierfür sind sowohl feste, neue Strukturen als auch ein Umdenken im Umgang mit Integrationsproblemen von Nöten.

Es ist an der Zeit, Rahmenbedingungen für eine langfristige Integrationsarbeit zu erarbeiten und zugleich entbehrliche rechtliche, soziale und politische Hürden abzubauen mit dem Ziel, die gemeinsame Zukunft gerechter zu gestalten. Dieses Ziel ist nicht nur aufgrund der derzeitigen Problemlage zweckmäßig, sondern auch zukunftsorientiert. Der morgige Gipfel ist ein Schritt in die richtige Richtung, der durch viele weitere Schritte in den kommenden Monaten und Jahren ergänzt werden muss.

Dr. Cebel Kücükkaraca
Landesvorsitzender

AusbildungsNetzwerke für Migrant/innen in Schleswig – Holstein (ANMSH) “Netzwerkaufbau und Kooperation” lautet die Devise des neuen Projektes

Mit Unterstützung durch das Ministerium für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr, sowie dem Ministerium für Justiz, Arbeit und Europa und dem Europäischem Sozialfond hat die TGS-H am 01.07.2006 das neue Projekt “AusbildungsNetzwerke für Migrant/innen in Schleswig-Holstein” (ANMSH) für Schüler/innen mit Migrationshintergrund in den Regionen Kiel, Neumünster, Lübeck und Bad Oldesloe begonnen. Dr. Cebel Kücükkaraca, Landesvorsitzender, erklärt: „Mit diesem Projekt soll durch Netzwerkaufbau eine Lücke in der Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Schulen geschlossen werden“.

Das ANMSH – Projekt der TGS-H verfolgt dabei eine doppelte Zielsetzung. Einerseits verfolgt es das Ziel einer effektive Kooperation zwischen Wirtschaft und Schule aufzubauen und andererseits eine bisher in dieser Form noch nicht vorhandene Netzwerkarbeit für und mit Migrantenbetrieben, für Jugendliche mit Migrationshintergrund und weiteren Ausbildungsakteuren durchzuführen.

Entstanden ist die Idee u.a. aus der Gegebenheit einer angespannten Ausbildungs- und Arbeitsmarktsituation in Schleswig-Holstein, sowie einer inzwischen fast in allen Orten multikulturell zusammengesetzten Schülerschaft. Nach einer Statistik des Statistischen Bundesamtes sind im Bildungssystem Schüler und Schülerinnen mit Migrationshintergrund weiterhin benachteiligt. Viele von Ihnen verlassen die Schule ohne oder nur mit Hauptschulabschluss, wonach sie anschließend vor einem eingeschränkten Arbeits- und Ausbildungsmarkt stehen. Davon sind besonders Mädchen und junge Frauen mit Migrationshintergrund betroffen. Laut Dr. Kücükkaraca trägt das ANMSH – Projekt „zur beruflichen und sozialen Integration junger Migrant/innen bei, deren Perspektiven ansonsten sehr begrenzt sind“.

Gleichzeitig gründen ansässig gewordene Migranten neue Unternehmen in BRD in denen hohe Beschäftigungspotentiale stecken, welche erschlossen werden sollen. Parallel entstehen auch neue Anforderungen, die von den Schülern und Schülerinnen spezifische Qualifizierungen verlangen. Genau an dieser Ausgangslage setzt das ANMSH- Projekt an. Sein Ziel, zusätzliche Ausbildungsplätze und geeignete sonstige berufliche Qualifizierungsmaßnahmen entstehen zu lassen, will die TGS-H mit dem AMNSH – Projekt durch spezielle Kooperationsbeziehungen zwischen den Migrantenbetrieben, sowie weiteren am Arbeits- und Ausbildungsprozess beteiligten Institutionen und Organisationen erreichen.

So werden Maßnahmen für Schulen, Lehrer, Lehrerverbände, Eltern und Schüler/innen mit Migrationshintergrund ab der achten Klasse und ihre Eltern, für Migrantenbetriebe und weitere am Arbeits- und Ausbildungsprozess beteiligte Akteure angeboten. Die Zusammenarbeit mit Eltern und Lehrern stellt einen Schwerpunkt des ANMS-Projektes dar, durch die die Eltern mit dem deutschen Schul- und Ausbildungssystem vertraut gemacht werden sollen. Diverse Institutionen und Organisationen sollen ebenso in den Kooperationsprozess eingebunden werden.

Schüler und Schülerinnen können an den angebotenen Berufsorientierungsseminaren, Bewerbungs- und Computertrainings teilnehmen. Sie werden in Praktikums- und Ausbildungsplätze in Migrantenbetrieben vermittelt. Selbstverständlich stehen die Mitarbeiter der jeweiligen Region als Begleiter und Betreuer für die persönliche Anliegen, Wünsche und Bedürfnisse der Schüler und Schülerinnen zur Seite.

Für Migrantenbetriebe werden Arbeits- und Gesprächskreise eingerichtet. Auch werden Informationsveranstaltungen über aktuelle Rahmenbedingungen auf dem Ausbildungsmarkt, rechtliche Voraussetzungen für berufliche Ausbildung, sowie über das duale Ausbildungssystem angeboten. Vermittlung und Begleitung von Auszubildenden und Praktikant/innen in den Betrieben bilden einen weiteren Schwerpunkt des neuen Projekts.

Vortragsveranstaltung: Sprachvermittlung: KiTas / Grundschule / Familie

Vortragsveranstaltung: Sprachvermittlung: KiTas / Grundschule / Familie

Die Sicherung der Zukunft unserer Kinder kann nur durch gute Bildung gewährleistet werden. Mehrsprachigkeit spielt beim Spracherwerb im frühkindlichen Alter eine bedeutende Rolle.
Referent: Prof. Dr. Henning Wode, Universität Kiel

17.06.2006
14.00 Uhr
Diedrichstr. 2, 24143 Kiel