29.03.2022
„Mein Name ist Ausländer“ – Mit Gedichten gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus
Die in der Türkei in Mersin geborene Semra Ertan kam 1972 nach Deutschland lebte bis zu ihrem frühen Tod in der Wik, ihre Eltern in Friedrichsort. 38 Jahre nach ihrem Tod haben ihre Schwester und ihre Nichte einen zweisprachigen Gedichtband mit dem Titel „Mein Name ist Ausländer“ herausgebracht.
Das Referat für Migration der Landeshauptstadt Kiel, das Forum für Miggant*innen der Landeshauptstadt Kiel und die Türkische Gemeinde Schleswig-Holstein laden gemeinsam im Rahmen der Internationalen Wochen ge-gen Rassismus zu zwei Lesungen in Gaarden und Friedrichsort ein. Zühal Bilir-Meier, die Schwester der Autorin und Mitherausgeberin des Gedichtbandes wird anwesend sein und gemeinsam mit anderen Vorleserinnen eine Auswahl der Gedichte auf Deutsch und auf Türkisch vortragen.
Zur ersten Veranstaltung am 29. März lädt die Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein (Eingang Kieler Str. 38) in Kiel-Gaarden ein, die zweite Veranstaltung findet am 30. März im Kulturladen Leuchtturm in Kiel-Friedrichsort (An der Schanze 44) statt. Nadiye Ercan vom Vorstand des Forums für Migrant*innen moderiert beide Veranstaltungen, bei denen auch damalige Bekannte Semra Ertans zu Wort kommen werden.
Semra Ertan war Schriftstellerin, Dolmetscherin und technische Bauzeichnerin (geb. 26.05.1957 in Mersin, Türkei – gest. 26.05.1982 in Hamburg) und lebte bis zu ihrem Tod in Kiel. Sie war Mitglied im Verband Deutscher Schriftsteller (VS) der Industriegewerkschaft Druck und Papier; 2021 wurde ihr postum eine außerordentliche Alfred-Döblin-Medaille zuerkannt. Semra Ertan verfasste über 350 Gedichte. Aus Protest gegen den zunehmenden Rassismus in Deutschland hat sich Semra Ertan im Mai 1982 in Hamburg öffentlich verbrannt. 2020 erschien ihr Gedichtband „Mein Name ist Ausländer“.
Beginn der Veranstaltungen ist jeweils um 18:30 Uhr (Einlass ab 18:00 Uhr); der Eintritt ist frei. Es gilt die Einhaltung der Maskenpflicht.
Um Anmeldung wird gebeten bis zum 25.03. für die Veranstaltung am 29.03. in Gaarden per Mail bitte an veranstaltungen@tgsh.de sowie für die Veranstaltung am 30.03. in Friedrichsort bitte an kulturladen.leuchtturm@gmx.de oder telefonisch unter 0431/396861.
Falls es zu strengeren Corona-Regelungen kommt, findet die Veranstaltung digital über Zoom nur am 29. März statt und den Gästen wird am 28.03. der Zugangslink zugesandt.
18.01.2022
Noch immer starten Jugendliche mit Migrationshintergrund deutlich seltener eine Ausbildung als Jugendliche deutscher Herkunft. Seit ?ber 20 Jahren hilft die T?rkische Gemeinde in Schleswig-Holstein (TGS-H) gemeinsam mit dem Land jungen Menschen bei Fragen rund um die Ausbildung. Die Projekte gehen jetzt in die Verl?ngerung. J?rn Kr?ger, Direktor des Schleswig-Holsteinischen Instituts f?r Berufliche Bildung (SHIBB) ?berreichte heute ((14. Januar) die F?rderbescheide f?r die Projekte Ausbildung und Integration f?r junge Migrantinnen und Migranten ?AIM? und ?AIM-?ffentlicher Dienst? an den TGS-H-Vorsitzenden Dr. Cebel K???kkaraca.
?Es ist sehr wichtig, dass das Land f?r die F?rderung der beiden Projekte in den n?chsten zwei Jahren fast 600.000 ? in die Hand nimmt. Die Projekte leisten einen gro?en Beitrag zur Arbeitsmarktintegration f?r Menschen mit Migrationshintergrund.?, so J?rn Kr?ger bei der ?bergabe. Noch immer liegt die Quote der Ausbildungsanf?nger bei Jugendlichen ausl?ndischer Herkunft bei 38,7%, bei Jugendlichen deutscher Herkunft jedoch bei 56,5%. Die Ausbildungsabsolventenquote liegt bei jungen Menschen deutscher Herkunft bei 45%, bei jungen Menschen nichtdeutscher Herkunft bei 14%.
?Ich freue mich au?erordentlich, dass wir seit 23 Jahren zusammen mit dem Land Schleswig-Holstein die richtigen Weichen f?r die Planung der beruflichen und schulischen Laufbahn von jungen Menschen mit Migrationsgeschichte legen und unsere beiden sehr erfolgreichen und wichtigen Projekte weiterhin fortf?hren k?nnen. Das ist wohl in dieser Form einzigartig und k?nnte Vorbild f?r weitere Initiativen sein?, sagte der Landesvorsitzende Dr. K???kkaraca. In den vier Beratungsstellen in L?beck, Elmshorn, Kiel und Neum?nster finden junge Menschen jederzeit Rat und Unterst?tzung in allen Fragen rund um die Ausbildung. Durch die zentrale Ansprechstelle ?Berufsorientierung ?ffentlicher Dienst? werden zudem die Karrierechancen und Perspektiven im ?ffentlichen Dienst st?rker fokussiert, um junge Menschen mit Zuwanderungsgeschichte f?r eine Besch?ftigung im ?ffentlichen Dienstes zu motivieren.
Auch Arbeitsminister Dr. Bernd Buchholz freute sich ?ber die F?rderung: ?Die Projekte sind ein wichtiger Baustein bei der Bek?mpfung des Fachkr?ftemangels in unserem Land. In vielen Bereichen werden h?nderingend junge Menschen gesucht. Das unterst?tzen wir gerne f?r weitere zwei Jahre!?
Seit fast zwei Jahren pr?gen Ma?nahmen zur Eind?mmung der Corona-Pandemie das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben in Deutschland und haben auch tiefe Spuren auf dem Ausbildungsmarkt hinterlassen. Das sorgt vor allem bei jungen Menschen mit Migrationsgeschichte, aber auch bei Betrieben f?r viel Verunsicherung. ?Unser gemeinsames Ziel ist es daher, das Vertrauen in die Ausbildung zu st?rken und eine chancengleiche Teilhabe zu erm?glichen. Die F?rderung dieser Projekte setzt somit genau das richtige Signal?, betonte Dr. K???kkaraca.