20.06.2025
Die elfte Schulung im Rahmen des Projekts „Nachhaltig informiert – Interkulturelles Netzwerk“ (NIIN) der schleswig-holsteinischen Gruppe fand am 12. Mai 2025 in den Räumlichkeiten der Türkischen Gemeinde in Schleswig-Holstein e.V. statt. Sie wurde von einer Referentin der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein e.V. angeboten und ist Teil des Projektes IN FORM (www.in-form.de).
In der Schulung wurden folgende Fragen behandelt:
Welche Strategien nutzen Supermärkte, um den Konsum zu steigern?
Was sind die goldenen Regeln einer gesunden Ernährung?
Wie erkennt man Zucker in der Zutatenliste?
Wie liest man die Nährwerttabelle?
Woran erkennt man Produkte, die überraschenderweise nicht halal sind?
Zu Beginn wurden die Teilnehmenden gefragt, wo sie einkaufen und worauf sie beim Kauf von Lebensmitteln achten. Die Referentin gab dann Beispiele dafür, wie Supermärkte die Verbraucherinnen beeinflussen, mehr zu kaufen. Gleich beim Betreten befindet man sich in der Bremszone: Farbenfrohe Produkte wie Blumen und Früchte zu einem reduzierten Preis, ein glänzender Boden und eine beruhigende Atmosphäre. Diese Faktoren tragen dazu bei, Verbraucherinnen zu bremsen und sie dazu zu bringen, mehr Zeit im Supermarkt zu verbringen. Der Geruch von frisch gebackenem Brot regt den Appetit an. Kleine Süßigkeiten oder vergleichbare Produkte nehmen den Wartebereich an der Kasse ein. Aus diesen und weiteren Gründen finden in Deutschland etwa 70% der Einkäufe spontan statt.
Im nächsten Teil der Schulung stand die Ernährungspyramide im Mittelpunkt. Sie enthält tägliche Empfehlungen für eine gesunde Ernährung:
Sechs ungesüßte Getränke (reichlich)
Fünf Portionen Obst und Gemüse (reichlich)
Vier Portionen Getreideprodukte und Kartoffeln (reichlich)
Drei Portionen proteinreiche Lebensmittel (mäßig, regelmäßig und bewusst):
– Zwei Portionen Milchprodukte
– Eine Portion Ei, Fleisch, Fisch oder Hülsenfrüchte
Drei kleine Portionen fettige Lebensmittel (mäßig, regelmäßig und bewusst):
– Zwei Esslöffel pflanzliche Öle oder Fette
– Eine kleine Portion Nüsse oder Saaten
Eine Portion Süßigkeiten oder salzige Snacks (sparsam genießen, mit Bedacht)
Unter einer Portion versteht man die Menge, die in die eigene Hand passt. Eine gesunde Ernährung ist vor allem vielfältig und überwiegend pflanzlich.
Im Durchschnitt soll ein Erwachsener nicht mehr als 51 Gramm Zucker pro Tag verzehren, das sind 17 Würfelzucker. Für ein Kind sind es 24 Gramm oder acht Würfelzucker. Zucker versteckt sich in vielen Produkten unter verschiedenen Namen: Glukose, Fruktose, Sirup, Dextrose, Obstsaftkonzentrat, Gerstenmalzextrakt usw. In der Nährwerttabelle findet man den Zuckergehalt pro 100 Gramm oder Milliliter neben „davon Zucker“. In diesem Teil des Workshops wurden die Teilnehmenden gebeten, aus der Vielzahl an Produkten, die die Referentin mitgebracht hatte, einige Getränke auszuwählen, den Zuckergehalt zu berechnen und die entsprechende Anzahl an Würfelzuckern auf einem Teller zu platzieren, um die enthaltene Zuckermenge anschaulich zu machen. Ein 500 Milliliter- Fruchtsaftgetränk hatte zum Beispiel 12 Gramm Zucker pro 100 Milliliter. Multipliziert man das mit Fünf, erhält man 60 Gramm Zucker in der Packung, also 20 Würfelzucker!
Schließlich stellte die Referentin noch einige Produkte vor, die zur Überraschung vieler nicht halal sind. Weichkäsesorten wie Brie oder Camembert werden manchmal ihre wertvollen Fette für andere Produkte entzogen. Um die gewünschte Textur zu erhalten, wird dann Gelatine auf Schweinefleischbasis zugesetzt. Eine Packung Schoko-Croissant enthielt einen Emulgator (Mono- und Diglyceride von Speisefettsäuren). Die Quelle dieser Fettsäuren könnte tierischer oder pflanzlicher Herkunft sein, es gibt keine Hinweise darauf.
Die Schulung „Gesund und nachhaltig essen“ bot praktische und leicht umsetzbare Tipps für eine informierte und gesunde Auswahl im Supermarkt. Das schleswig-holsteinische Netzwerk genoss diesen sehr interaktiven Workshop, bei dem viele Fragen gestellt, Erfahrungen beim Einkaufen ausgetauscht und über Chancen und Herausforderungen einer gesunden Ernährung diskutiert wurden. Der allerletzte Workshop des NIIN-Projekts in Schleswig-Holstein findet kommende Woche statt und beschäftigt sich mit Lebensmittelkennzeinungen.
Weiteres Bildungsmaterial der VZSH für Lehrerinnen und Multiplikatorinnen finden Sie hier.
Wie gewohnt schloss sich an die Schulung ein Netzwerktreffen an, bei dem die Multiplikator*innen gemeinsam mit der Referentin über Zusatzstoffe, die Ernährungspyramide, den Nutri-Score und Zucker diskutierten. Hier finden Sie Ausschnitte der Aufzeichnung unseres Gesprächs zum Thema.
23.04.2025
Mit dem Tod von Papst Franziskus verliert die Welt eine beeindruckende Persönlich-keit, die über religiöse und kulturelle Grenzen hinweg für Menschlichkeit, sozialen Zusammenhalt und den Dialog der Kulturen stand.
Papst Franziskus, der am Montag im Alter von 88 Jahren verstarb, prägte die rö-misch-katholische Kirche durch sein unermüdliches Eintreten für Bescheidenheit, so-ziale Gerechtigkeit und Frieden. Sein Wirken und seine Haltung, die stets auf Res-pekt, Empathie und Verständigung basierten, haben auch außerhalb der Kirche viele Menschen bewegt.
Die Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein als säkulare und vielfältige Organisati-on würdigt sein Vermächtnis der Mitmenschlichkeit und des Dialogs. In einer Zeit globaler Herausforderungen setzte Papst Franziskus ein wichtiges Zeichen für Zu-sammenhalt, für eine gerechtere Welt und für den respektvollen Umgang zwischen Menschen unterschiedlichster Herkunft und Weltanschauungen.
Unser Mitgefühl gilt all jenen, die um ihn trauern. Seine Botschaft der Menschlichkeit wird bleiben.
Die Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein e.V.
05.04.2025
Die zehnte „Nachhaltig informiert – Interkulturelles Netzwerk“ (NIIN)-Schulung der Schleswig-Holsteinischen Gruppe fand am 03. April 2025 in den Räumlichkeiten der Türkischen Gemeinde in Schleswig-Holstein e.V. statt. An die Schulung, die von einer Referentin der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein e.V. durchgeführt wurde, schloss sich ein Netzwerktreffen an.
In der Schulung wurden folgende Fragen behandelt:
• Wie ist die Schuldensituation in Deutschland?
• Was sind unbare Zahlungsarten und wie funktionieren sie?
• Wie erkennt man Betrugsversuche?
• Was sind Best Practices für Passwörter?
Die Referentin zeigte zunächst Zahlen zur Überschuldung in Deutschland und in Schleswig-Holstein. Überschuldung liegt vor, wenn man über längere Zeit seine Schulden nicht begleichen kann und weder Vermögen noch Kredit zur Verfügung hat, um den Lebensunterhalt zu decken. Die zwei häufigsten Ursachen für Überschuldung sind gesundheitliche Probleme sowie Arbeitslosigkeit. Etwa 15 % der Überschuldungen entstehen durch einen unwirtschaftlichen Umgang mit Geld.
Anschließend informierte die Referentin das Netzwerk über zwei unbare Zahlungsarten: die Überweisung und das SEPA-Lastschriftmandat. Bei Überweisungen ist es besonders wichtig, die IBAN mehrfach zu überprüfen. Der Name der empfangenden Person ist dabei nicht entscheidend – und wenn das Geld einmal überwiesen wurde, kann es in der Regel nicht zurückgeholt werden. Das SEPA-Lastschriftmandat ist eine schriftliche Erlaubnis, mit der eine Organisation Geld zu einem bestimmten Zeitpunkt vom eigenen Konto abbuchen darf. Diese Abbuchung kann man über das eigene Online-Banking rückgängig machen, indem man auf „Rücklastschrift“ klickt.
Den Multiplikator*innen wurden außerdem verschiedene Beispiele von Betrügereien gezeigt – und wie man sie erkennen kann:
• Betrüger*innen tauchen oft im E-Mail-Posteingang auf. Achten Sie auf die Absenderadresse: Sie kann ein Hinweis sein, ob es sich um eine seriöse Nachricht handelt – aber manchmal sieht sie trotzdem vertrauenswürdig aus.
• Wenn Sie ein Paket erwarten und eine Mitteilung erhalten, könnte es sich um eine perfekt getimte Betrugsmasche handeln.
• Ihre Bank wird Sie niemals per E-Mail oder SMS nach Ihren Zugangsdaten fragen.
• Achten Sie beim Besuch von Websites immer auf die Webadresse (URL). Ein weiterer Hinweis, um festzustellen, ob Sie sich auf der richtigen Website befinden, ist die Anschrift, die im Impressum angegeben ist.
• Beim Kaufen oder Mieten über Online-Plattformen gilt: Wenn jemand die Kommunikation auf eine andere Plattform fortsetzen möchte, sollte man misstrauisch werden.
• Achten Sie vor allem immer auf Links!
Auch die Online-Sicherheit wird durch kluge Passwortpraktiken verbessert:
1. Verwenden Sie keine einfachen oder häufig genutzten Passwörter wie „1234“, „Passwort2025“, „ichliebedich“ oder „qwertz“.
2. Nutzen Sie keine persönlichen Informationen wie Namen oder Geburtsdaten.
3. Verwenden Sie für jede Anwendung ein anderes Passwort, genauso wie man für jedes Schloss einen eigenen Schlüssel hat.
Natürlich kann sich niemand alle Passwörter merken. Deshalb hat die Referentin den Multiplikator*innen einen tollen Trick vorgestellt: den Kryptonizer. Mit diesem Tool können Wörter wie „Internet“, „Bank“ oder „E-Mail“ in sichere und einzigartige Passwörter umgewandelt werden.
Die Schulung „Nachhaltiger Umgang mit Geld“ hat dem Netzwerk viele nützliche Informationen vermittelt – besonders zum sicheren Verhalten im Internet. Die Multiplikator*innen aus Schleswig-Holstein wissen nun besser, wie sie Betrugsversuche erkennen und ihre Finanzen schützen können. Im Mai trifft sich das Netzwerk erneut, um mehr darüber zu erfahren, wie man sich auch mit kleinem Budget gesund und nachhaltig ernähren kann.
Weiteres Bildungsmaterial der VZSH für Lehrer*innen und Multiplikator*innen finden Sie hier.
Wie immer fand nach der Schulung ein Netzwerktreffen statt, um das Thema zu vertiefen. Gemeinsam mit der Referentin diskutierten die Multiplikator*innen über das islamische Bankensystem, Methoden zur Ausgabenkontrolle sowie über Kaufsucht und Impulskäufe. Hier finden Sie Ausschnitte der Aufzeichnung unseres Gesprächs zum Thema.
19.03.2025
Am gestrigen Abend fand das traditionelle Fastenbrechen der Türkischen Gemeinde in Schleswig-Holstein (TGS-H) statt. Zahlreiche Gäste aus Politik, Gesellschaft und Zivilgesellschaft kamen zusammen, um diesen besonderen Anlass gemeinsam zu begehen. Darunter die stellvertretende Vorsitzende des schleswig-holsteinisches Landtags Eka von Kalben, der stellvertretende Ministerpräsident Tobias Goldschmidt, die Konsulin der Republik Türkiye Hamburg Yıldız Albostan und Renate Treutel, die Bürgermeisterin der Landeshauptstadt Kiel. Die Veranstaltung bot nicht nur Raum für den interkulturellen Austausch, sondern auch für inspirierende Reden, die den Geist des Ramadans und seine Bedeutung für die Gesellschaft hervorhoben.
Der Landesvorsitzende der TGS-H eröffnete die Veranstaltung mit einer eindrucksvollen Rede, in der er die anwesenden Ehrengäste begrüßte und die Bedeutung des Ramadans als Zeit des Verzichts, der Solidarität und der Besinnung betonte. Er hob hervor, wie wichtig gesellschaftlicher Zusammenhalt sei und dass Nichtregierungsorganisationen eine tragende Rolle in der Stärkung der Demokratie spielen. Zudem mahnte er eine sachliche und besonnene Debatte über Migration an, die nicht für politische Zwecke instrumentalisiert werden dürfe. Abschließend sprach er seine Dankbarkeit für die gute Zusammenarbeit mit der Landesregierung und den kommunalen Vertreter*innen aus.
Eka von Kalben, Vizepräsidentin des Schleswig-Holsteinischen Landtags, bedankte sich herzlich für die Einladung und hob die Bedeutung des Verzichts hervor, um sich auf innere Werte zu besinnen. Sie berichtete von ihrem persönlichen „digital detox“ in der vergangenen Woche und zog eine Parallele zwischen der Informationsflut moderner Medien und ungesundem Fast Food, „wir nehmen es ständig zu uns und abends haben wir Bauchschmerzen“. Sie ermutigte dazu, die während des Verzichts gewonnene Kraft zu bewahren und nicht wieder in alte Muster zu verfallen. Zudem würdigte sie die Arbeit der TGS-H als wertvolle Moderatorin zwischen den Kulturen und sprach ihren Dank im Namen aller Abgeordneten aus.
Der stellvertretende Ministerpräsident Tobias Goldschmidt überbrachte herzliche Grüße des Ministerpräsidenten und teilte persönliche Erfahrungen aus seiner Studienzeit im Nahen Osten, wo er große Gastfreundschaft erleben durfte. Er stellte eine Analogie zwischen dem Verzicht im Ramadan und dem Verzicht für den Klimaschutz her: Beide seien Akte der Barmherzigkeit und Solidarität gegenüber jenen, die sich selbst nicht vor den Folgen des Klimawandels schützen können. Er betonte die Verantwortung im Umgang mit Ressourcen und dankte der TGS-H für ihr Engagement, Menschen in Not zu helfen und ihre Türen für alle zu öffnen.
Konuslin Yildiz Albostan sprach den Anwesenden ihre besten Wünsche für einen glücklichen Ramadan aus und betonte die Kraft der Freundschaft und Solidarität, die an diesem Abend geteilt werde.
Bürgermeisterin Renate Treutel richtete ihr Grußwort im Namen der Landeshauptstadt Kiel an die Anwesenden und sprach von der besonderen Ehre, an dieser Veranstaltung teilzunehmen. Sie hob hervor, dass Kiel eine weltoffene Stadt sei, die von der Vielfalt ihrer Bewohnerinnen und Bewohner lebe. Besonders beeindruckend war ihr Grußwort auf Türkisch – eine Sprache, die sie während ihres Aufenthalts in der Türkei erlernte, wo sie stets mit Respekt behandelt wurde. Sie sprach über die Dankbarkeit, die der Ramadan in uns wecke, und darüber, dass daraus eine tiefe soziale Verantwortung erwachse.
Dr. Mohammed Shehata, der bei der TGS-H für die muslimische Gefängnisseelsorge in Schleswig-Holstein zuständig ist, vermittelte den Anwesenden spannende Einblicke in die Bedeutung des Ramadans. Er berichtete darüber, wie dieser heilige Monat in seiner Heimat Ägypten gefeiert wird, und zeigte sich dankbar dafür, dass er auch in Deutschland die Möglichkeit habe, den Ramadan zu begehen und das Fastenbrechen mit so vielen Menschen zu feiern.
Die TGS-H bedankt sich herzlich bei allen Gästen und Rednerinnen und Rednern für ihre bewegenden Worte und ihr Engagement. Ein besonderer Dank gilt dem Mega Saray Eventcenter für die hervorragende Organisation und Gastfreundschaft sowie für die musikalische Untermalung, die den Abend stimmungsvoll abrundete.
09.03.2025
Theater Aufführung zum Weltfrauentag
Datum: 09.03.2025, Sonntag
Uhrzeit: 15.00 Uhr
Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein e.V.
Adresse: Kielerstr. 38
24143 Kiel