19.08.2016
Laut einem SHZ-Artikel vom 18.08.2016 hat die FDP-Landtagsfraktion haltlose Vorwürfe mit erweislich falschen Tatsachenbehauptungen gegen die Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein und einen ihrer Mitarbeiter erhoben.
Angesichts von über 20 Jahren erfolgreicher Integrationsarbeit, für die die TGS-H landes-, deutschland- und europaweit ausgezeichnet wurde, ist es uns unverständlich, wie Zweifel entstehen können, dass die TGS-H als säkulare und demokratische Organisation mit ihren Mitarbeiter_innen nicht für die freiheitlich-demokratische Grundordnung einstehe. Darüber hinaus hat keine von türkischstämmigen Bürger_innen begründete NGO seit jeher sich so deutlich gegen die versuchte Einflussnahme der türkischen Regierung in innerdeutschen Angelegenheiten verwehrt wie die TGS-H. Dies wird nicht nur in der sorgfältigen Auswahl ihrer Mitarbeiter_innen deutlich, sondern kommt auch in öffentlichen Stellungnahmen regelmäßig zum Ausdruck.
Überdies weisen wir darauf hin, dass der im Artikel erwähnte Mitarbeiter des Landesprogramms gegen religiös begründeten Extremismus durch die zuständigen Behörden einer Sicherheitsüberprüfung unterzogen und als zuverlässig i.S.d freiheitlich-demokratischen Grundordnung bewertet worden ist.
Die Türkische Gemeinde steht weiterhin in einem regelmäßigen Austausch mit dem Ministerium für Inneres und Bundesangelegenheiten und unsere langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit war immer eng und vertrauensvoll.
Wir bedauern es sehr, dass die FDP anscheinend keine Zugänge zu den sehr transparenten Informationen über die TGS-H und das Landesprogramm gefunden hat. Deswegen laden wir gerne die Parteiverantwortlichen ein, sich davon selbst zu überzeugen, dass das Bild, was sie von der TGS-H, ihrer Arbeit und Ihrer Mitarbeiter_innen erzeugt haben, mehr als falsch ist.
08.08.2014
Der erneute Krieg in Nahost macht Menschen in der ganzen Welt betroffen. In den sozialen Medien werden leider immer öfter antisemitische oder islamfeindliche Äußerungen veröffentlicht.
Der Landesvorsitzende der Türkischen Gemeinde in Schleswig-Holstein (TGS-H), Herr Dr. Cebel Küçükkaraca, warnt vor hassschürenden Äußerungen. “Es ist völlig inakzeptabel, dass einige Menschen Hass gegen den Staat Israel und gegen jüdische Menschen schüren. Äußerungen, die Gewalt gegen Juden oder Muslime fordern, müssen unterbleiben und nach Möglichkeit strafrechtlich verfolgt werden. Die Tatsache, dass manche nun auch noch systematische Morde an Juden im Dritten Reich gutheißen, ist ein Gipfel der Ignoranz und Menschenverachtung“, so Dr. Küçükkaraca.
„Die Menschen müssen endlich aufeinander zugehen und Empathie für die Situation des anderen entwickeln, damit die gegenseitige Gewalt beendet werden kann.“ Gleichermaßen erhofft sich die TGS-H, dass gerade auch Menschen muslimischen Glaubens Abstand von generalisierenden und antisemitischen Äußerungen nehmen. „Wir möchten auch nicht über einen Kamm geschoren werden und sollten nicht einfach einseitig oder unbedacht Stellung beziehen “, sagt Dr. Küçükkaraca, um seine Aussage zu verdeutlichen.
28.05.2014
Obwohl nun schon 21 Jahre seit diesem traurigen Tag vergangen sind, muss man feststellen, dass der Brandanschlag von Solingen leider kein singuläres Ereignis war, sondern dass Rassismus und Gewalt gegen Einwander_innen noch alltäglich sind. Noch mehr Bestürzung haben wir in den letzten Jahren für die Aufdeckung der NSU-Morde erfahren. Erschreckend daran war, dass an der Vorbereitung und Durchführung der Morde und der Verzögerung der Ermittlungen auch Menschen und Institutionen beteiligt waren, die nicht der rechtsextremen Szene zugeordnet werden.
„Es ist ein latenter Alltagsrassismus, der den Nährboden für solche Gewalttaten bildet und dem viele Einwanderer ausgesetzt sind“, sagt Dr. Cebel Küçükkaraca, Landesvorsitzender der Türkischen Gemeinde in Schleswig-Holstein (TGS-H). „Der Alltagsrassismus ist nicht so offensichtlich, wie Gewalttaten. Für die Betroffenen aber trotzdem schmerzhaft“, so Küçükkaraca weiter.
Immer noch werden die Ressourcen von Migrant_innen nicht erkannt oder herabgesetzt. Obwohl sich das Bild langsam in den Medien ändert und immer mehr integrierte Menschen mit Migrationshintergrund gezeigt werden, sind sie nicht in der Mitte der Gesellschaft angekommen. „Die Regierungen der Länder haben bereits Schritte unternommen, um die Willkommens- und Annerkennungskultur in Deutschland voranzubringen. Aber dies sind erst die ersten Schritte und der Weg ist noch lang“, teilt Dr. Küçükkaraca mit.
Aus Sicht der TGS-H ist es erfreulich, dass die rechtsextremen und rechtspopulistischen Parteien in Deutschland bei den Europawahlen eine untergeordnete Rolle spielen. „Dennoch ist die schleichende Entwicklung in Europa mit Sorge zu betrachten. Die Bekämpfung von Rassismus ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, in ganz Europa. Wir sind ein Teil Deutschlands, wir sind ein Teil Europas und wir lassen Rassismus nicht zu“, erklärt Dr. Küçükkaraca.
Das Gedenken zum 21. Jahrestag in Solingen soll die Entschlossenheit aller Demokrat_innen gegen Rassismus, Ausländerfeindlichkeit und Ausgrenzung zum Ausdruck bringen. Dr. Küçükkaraca fordert: „Wir dürfen solche Gräueltaten nicht noch einmal zulassen. Wir dürfen die Opfer und das erfahrene Leid nicht vergessen, damit so etwas nicht noch einmal passiert.“
14.05.2014
In der türkischen Stadt Soma, im Landkreis Manisa sind nach einer Explosion in einer Kohlemine einige hundert Menschen ums Leben gekommen. Bisher ist die genaue Zahl der Getöteten unbekannt.
Die TGS-H bangt um das Leben der Verschütteten und hofft auf die Rettung der Überlebenden.
Vermutlich hat ein defekter Transformator die Explosion und das Feuer verursacht, was zum Tod vieler Bergleute führte. Die TGS-H fordert, dass die Sicherheitsstandards in den türkischen Bergwerken überprüft und verbessert werden, damit solche Unglücke in Zukunft nicht mehr passieren.
Die Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein spricht ihr Beileid und Mitgefühl aus und wünscht den Hinterbliebenen viel Kraft in den schweren Stunden.
23.03.2014
Am 23. März 2014 finden die Oberbürgermeisterwahlen in Kiel statt.
Die Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein fordert die Einwanderinnen und Einwanderer auf, sich an der Wahl zu beteiligen.
Die Politik betrifft auch uns, die Menschen mit Migrationshintergrund. Die Demokratie ermöglicht, dass auch unsere Stimmen gehört werden. Dafür müssen wir unsere Stimmen auch erheben.
Wer seine Rechte fordert, muss sie auch nutzen. Wir wollen das Wahlrecht, nicht nur für deutsche Staatsbürger. Dann müssen wir als deutsche Staatsbürger erst recht von unserem Wahlrecht Gebrauch machen. Wir haben die Chance zur Teilhabe. Nutzen wir sie.
Jede Stimme zählt. Aktivität ist gefordert.
Macht mit! Geht am Sonntag zur Wahl!
08.03.2014
Am 8. März wird der Weltfrauentag gefeiert. Dieser Tag, der in den Jahren vor dem 1. Weltkrieg durch Bemühungen politisch aktiver Frauen in Europa und Amerika entstand, hatte das Wahlrecht und die Gleichberechtigung der Frau zum Schwerpunkt. „Obwohl heutzutage das Wahlrecht für Frauen in Europa für selbstverständlich gehalten wird“, erklärt Vereinsvorsitzender Dr. Cebel Kücükkaraca, „ist es bedauerlicherweise mit einer umfassenden sozialen und ökonomischen Gleichberechtigung für viele Frauen noch weit her.“
In diesem Jahr untermauern beispielsweise die Ergebnisse des neuen Berichts der Agentur der EU für Grundrechte die Notwendigkeit eines solchen Tages. Ein Drittel der Frauen in der EU (in Deutschland 35%) ist bereits Opfer von Gewalt geworden. Diese Statistik bestätigt bereits bekannte Erhebungen auf eindeutige Weise und ruft nach angemessenem Handeln. Offensichtlich reichen wirtschaftliche Stabilität und eine entwickelte Infrastruktur in Europa leider nicht aus, um zwischenmenschlichen Frieden und Gleichberechtigung umfassend zu garantieren.
Dennoch ist in Ländern, in dem ein soziales und wirtschaftliches Gleichgewicht fehlt, die Situation der Frau wesentlich prekärer. Leider bestimmt der tägliche Kampf um sauberes Wasser und eine gesicherte Ernährung den Alltag in vielen Teilen der Erde, mit gravierenden Auswirkungen für die Gleichberechtigung der Frauen.
„Der Weltfrauentag ist ein geeignetes Forum, um auf die noch nicht erreichte Gleichberechtigung und gesellschaftliche Teilhabe der Frau aufmerksam zu machen und neue, geeignete Maßnahmen auf den Weg zu bringen“, sagt Dr. Kücükkaraca. Darüber hinaus ist der 8. März ein Tag, an dem Europäer sich mit Frauen in Krisen- und Entwicklungsländern solidarisch zeigen können. Am Weltfrauentag hat man die Gelegenheit, über den Tellerrand zu schauen.