21.11.2010
Vor achtzehn Jahren sind drei Türkinnen in Mölln durch einen Brandanschlag ums Leben gekommen. Drei unschuldige Menschen wurden frühzeitig aus dem Leben gerissen – sind Opfer rechtsradikaler Gewalt geworden. Wir gedenken der Opfer dieses Verbrechens und werden auch weiterhin an diesem Tag den Angehörigen unser tiefes Mitgefühl entgegen bringen. Ein Nein gegen das Vergessen ist für uns Pflicht!
Diese Gewalttat, motiviert durch Fremdenfeindlichkeit, hat damals viele Menschen in Deutschland tief schockiert. Man musste einsehen, dass die Politik nicht genug gegen Intoleranz und Diskriminierung vorgenommen hatte. Es wurde zudem klar, dass in Deutschland zu viel Zeit ohne ein modernes Integrationskonzept versäumt worden war.
Leider muss man auch heute noch feststellen, dass nicht konsequent genug gegen Rechtsradikalismus und Rassismus vorgegangen wird. Nicht nur gehen tausende Rechtsradikale regelmäßig ungestört auf die Straße, um ein friedliches Zusammenleben zu stören. Noch immer werden rechte Parteien, die menschenunwürdiges und verfassungswidriges Gedankengut verbreiten, in die Parlamente gewählt der Länder gewählt. Diese bitteren Fakten sind leider auch achtzehn Jahre nach Mölln noch Realität.
Die Gewalttat von Mölln bleibt eine Mahnung für heute und die Zukunft. Nur durch Solidarität und gegenseitige Akzeptanz können wir eine gemeinsame Basis für ein friedliches Miteinander finden. Die Worte des Altbundespräsidenten Rau aus dem Jahre 2000 sind immer noch aktuell. „Ich wünsche mir ein vielfältiges und lebendiges Deutschland – friedlich und weltoffen. Daran zu arbeiten, lohnt jede Mühe. Es kommt nicht auf die Herkunft des Einzelnen an, sondern darauf, dass wir gemeinsam die Zukunft gewinnen.“
Wir rufen dazu auf an der Gedenkveranstaltung am Dienstag, dem 23. November um 17:00 Uhr teilzunehmen. Die Veranstaltung beginnt um 17.00 Uhr in der Ditib-Moschee, Hauptstraße 101. Anschließend folgt ein Besuch bei Familie Arslan.
Dr. Cebel Kücükkaraca
Landesvorsitzender
03.10.2010
Bundespräsident Christian Wulff hielt in Bremen am Tag der deutschen Einheit in Anwesenheit von Bundeskanzlerin Angelika Merkel, sowie mehreren Bundes- und Landespolitikern eine Rede, die nicht nur die Wende zwischen dem Osten und Westen in Deutschland zum Ausdruck brachte, sondern auch gleichzeitig über ein Zusammenleben in Deutschland aller Beteiligten innehielt. Dieses Mosaik zwischen den Ostdeutschen, Westdeutschen und mit allen Einwanderern aus allen Nationen zeige, dass die Zukunft den Nationen gehöre, die offen für kulturelle Vielfalt und Ideen sind und das Ganze als eine Bereicherung sehen. Im Interesse aller Beteiligten sei es wichtig, dass die Integration und Akzeptanz nicht nur aus einer Seite zu betrachten ist, sondern das ein Zusammenhalt durch beidseitige Beteiligung und Aufgeschlossenheit zu erlangen ist.
Um diesen Zusammenhalt nicht zu gefährden sei auch wichtig, sich durch umstrittene Integrationsdebatten nicht in „falsche Konfrontation“ treiben zu lassen. Integration bestehe nicht nur aus Sicht der Nationalität, sondern auch aus religiöser Ebene: „Orient und Okzident ist nicht mehr zu trennen“.
Ebenso wurde an diesem Tag in Kiel, die Moschee „Ulu Cami“ von Herrn Norbert Scharbach, Leiter der Abteilung Gleichstellung von Frauen und Männern, Ausländer- und Migrationsangelegenheiten des Ministeriums für Justiz, Gleichstellung und Integration und Herrn Dr. Cebel Küçükkaraca, Landesvorsitzender der Türkischen Gemeinde in Schleswig Holstein e.V. , gemeinsam besucht. Der, zum „Tag der deutschen Einheit“ bewusst gewählte „Tag der offenen Moschee“ sollte in diesem Zusammenhang ein Beispiel für eine gelungene Einheit und Verbundenheit der Gesellschaft sein und damit zeigen, dass die Vielfalt und Aufgeschlossenheit in jeder Hinsicht für alle Beteiligten ein wichtiger Schritt für die Zukunft ist.
Durch die Moscheeführung hatten Hr. Scharbach sowie andere Gäste die Möglichkeit über den Islam verschiedene Fragen zu stellen und während des Gebets Informationen auszutauschen und zu beobachten. Im Anschluss an die Führung wurde, bei ausgiebigem Buffet, weiterhin vertiefende Gespräche geführt.
22.09.2009
Die Türkische Gemeinde Schleswig-Holstein ruft türkischstämmige deutsche Staatsangehörige auf, am kommenden Sonntag an die Wahlurnen zu gehen und damit ihrer Bürgerpflicht nachzukommen.
Der Landesvorsitzende Dr. Cebel Kücükkaraca zählt zu den Forderungen der Türkischen Gemeinde Schleswig-Holstein folgende Punkte:
• Ein Integrationsgesetz soll erlassen werden. Ein Bundesministerium für Integration und Migration ist einzurichten.
• Die Regelungen der Assoziationsratsbeschlüsse der EU 1/80 müssen gemäß den EuGH-Entscheidungen voll umgesetzt werden.
• Die Einbürgerung muss wieder erleichtert und die Mehrstaatlichkeit Regelfall werden – Die Optionspflicht ist abzuschaffen.
• Das Kommunalwahlrecht für Drittstaatler soll eingeführt werden.
• Im Ausland erworbene Abschlüsse sollen anerkannt werden.
• Die Förderung der Erst-/Muttersprachen soll sichergestellt werden.
• Die interkulturelle Öffnung der Verwaltungen muss verbindlich fortgeführt werden.
• Die EU-Mitgliedschaft der Türkei ist bei Erfüllung der Voraussetzungen zu vollziehen.
Dr. Kücükkaraca appelliert an die Wählerinnen und Wähler, mit der Erststimme die Kandidat/innen zu wählen, die auch persönlich diese Forderungen unterstüt-zen. Es ist wichtig, dass man in den letzten Tagen Veranstaltungen der Wahl-kreiskandidat/innen besucht und diese mit diesen Fragen und Forderungen kon-frontiert.
Die Türkische Gemeinde steht allen Wahlkreiskandi¬dat/innen der demokratischen Parteien unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit positiv gegenüber, wenn sie diese Forderungen ehrlich unterstützen, da sonst eine langfristige Integration in die deutsche Gesellschaft nicht zu erwarten ist.
Für die Zweitstimme wird empfohlen, die Wahlprogramme der Parteien genau zu studieren und diese mit den eigenen Vorstellungen und Wünschen zu vergleichen.
10.03.2009
Die Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein ruft zur starken Wahlbeteiligung auf
Die Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein ruft alle wahlberechtigten Migrantinnen und Migranten (mit deutscher Staatsangehörigkeit) zur Wahlbeteiligung an den Oberbürgermeisterwahlen am Sonntag, 15.März 2009, in Kiel auf.
Das Wahlrecht ist eine Form demokratischer Partizipation, die den Bürgern eine Mitwirkung und Mitbestimmung an politischen Entscheidungsprozessen ermöglicht, um damit verbunden die Lebensqualität der in Deutschland lebenden Migranten zu verbessern.
Um von seinem Wahlrecht Gebrauch zu machen und das Kreuz an richtiger Stelle zu setzen, ist es erforderlich, sich über die Parteiprogramme der Kandidaten zu informieren, sich mit politischen Inhalten der jeweiligen Parteien auseinderzusetzen und die unterschiedlichen Meinungen zu verschiedenen Themen einzuholen.
Durch aktive Beteiligung und Einbindung der Bürger in das politische Geschehen wird eine bürgernahe Politik angestrebt. Daher ist eine hohe Wahlbeteiligung insbesondere der Migranten im eigenen Sinne wichtig, aber auch zur Wahrung der Demokratie und zur Gewährleistung einer tranparenten Politik.
Für das Amt des Oberbürgermeisters/ der Oberbürgermeisterin in Kiel kandidieren Torsten Albig (SPD), Angelika Volquartz (CDU) und Raju Sharma (Die Linke).
Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein e.V., Diedrichstraße 2, 24143 Kiel,
Tel.: 0431/ 76 114/15 oder Tel.: 0431/ 364 1722/23
E-Mail: info@tgs-h.de
Dr. Cebel Küçükkaraca
Landesvorsitzender
23.08.2008
Einwanderer, die sich ab dem 1. September einbürgern lassen wollen, müssen einen Multiple-Choice Test ablegen und sich zu ihrer „Gesinnung“ äußern. Es werden Wissensfragen aus den Ge-bieten “Politik in der Demokratie”, “Geschichte und Verantwortung” und “Mensch und Gesell-schaft” gestellt. Aus einem Katalog von 310 Fragen bekommt man 33 ausgewählte Fragen zu be-antworten. Davon müssen mindestens die Hälfte richtig getippt werden, um zu bestehen. Der Test kann man mehrfach, bis man es bestanden hat, wiederholen.
Was sehr simpel, ja grundsätzlich machbar auf dem ersten Blick erscheint, wird zu einem unüber-windbarer Hindernis für Migranten, die nach vielen unbescholtenen Jahren in Deutschland sich die Einbürgerung wünschen, weil sich ihr Lebensmittelpunkt nach Deutschland für immer verlagert hat, erklärt Dr. Cebel Kücükkaraca, Landesvorsitzender der Türkischen Gemeinde in Schleswig-Holstein.
Aber es ist wohlbekannt, dass viele MigrantenInnen bisher die Chance nicht hatten, Deutsch ver-nünftig zu lernen. Es gibt viele MigrantInnen mit Familien, die es schwer haben, sich auf die zu-sätzliche Zeitinvestition für die Prüfungsvorbereitung einzustellen, wenn sie ohnehin in Schichtar-beit und mit anstrengenden Aufgaben es nur mit großer Mühe schaffen, sich und ihre Familien über die Runden zu bringen. Gerade für eine große Gruppe der „alteingesessenen“ Migranten, wird der Einbürgerungstest zusätzlich noch zu einem Ausschlusskriterium, obwohl doch gerade diese Menschen sehr viel für das wirtschaftliche Wachstum des Landes in über 40 Jahren Migration ge-leistet haben.
Der Einbürgerungstest ist in einer Wissensgesellschaft wie Deutschland, wie in anderen hoch ent-wickelten Ländern, sachlich betrachtet, eine Selbstverständlichkeit. Schließlich ist Grundwissen das Fundament jeder Bildungs- und Dienstleistungsgesellschaft. Aber es gibt sehr viele Migranten, und wohlgemerkt viele Einheimischen, die nicht in dem Genuss einer höheren Bildung kommen, geschweige denn die vermeintlich Ausgebildeten, die die Fragen dieses Tests auch nicht richtig beantworten können.
Es leben aber in Deutschland viele Einwanderer nach Recht und Gesetz. Sie arbeiten für ihr Aus-kommen, zahlen Steuern, erziehen ihre Kinder zu vernünftigen Menschen und bringen sich sozial auf positive Weise in die Gesellschaft ein, können aber nur mit Mühe und Not, wenn überhaupt so einen Test bestehen. Wo soll die Bemessungsgrundlage für das Dazugehören eigentlich angesetzt werden? Über diese Frage ist zu wenig nachgedacht worden.
Anstatt Multiple-Choice Tests á la „Wer wird (Millionär)Deutscher“ zu veranstalten, soll mehr Mühe und Geld für die Bildung, Ausbildung und Integration von Einwanderern investiert werden, damit solche Ausschlusstests sich erübrigen, betont Dr. Kücükkaraca.
Dr. Cebel Kücükkaraca
Landesvorsitzender
03.07.2008
Türkisches Ausbildungsprojekt verlängert
10-jähriger Einsatz für Integration zahlt sich aus
Kiel. Die Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein e. V. (TGS-H) engagiert sich seit zehn Jahren erfolgreich für die Ausbildung junger Menschen mit Migrationshintergrund und wird hierbei vom Land auch in Zukunft weiter unterstützt. Die Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium Karin Wiedemann überreichte heute (3. Juli) im türkischen ATA-Reisbüro in Kiel einen Förderbescheid über 81.000 Euro für das zweite Halbjahr 2008 an den Vorsitzenden der Türkischen Gemeinde, Dr. Cebel Küçükkaraça. Die Mittel stehen für das Projekt „Ausbildung und Integration für Migranten – AIM“ zur Verfügung. Karin Wiedemann sagte bei der Bescheidübergabe: „Rund 40 Prozent der Jugendlichen mit einem Zuwanderungshintergrund erreichen keinen Berufsabschluss. Dieser Entwicklung müssen wir entgegen treten, denn eine abgeschlossene Ausbildung ist entscheidend für einen erfolgreichen Lebensweg.“
Der unermüdliche Einsatz der türkischen Gemeinde auf dem Gebiet der Ausbildung sei von unschätzbarem Wert, so die Staatssekretärin. Über zehn Jahre setzt sich die Gemeinde für die Belange der jungen Migrantinnen und Migranten ein. Während der gesamten Laufzeit hat das Wirtschaftsministerium das Projekt „Ausbildung und Integration für Migranten – AIM“ mit mittlerweile 1,6 Millionen Euro unterstützt. Über die gesamte Laufzeit konnten insgesamt 356 neue Ausbildungsplätze akquiriert und besetzt werden. Im vergangenen Jahr suchten 131 Betriebe ausländischer Inhaber und 167 Jugendliche Rat und Unterstützung in den Beratungsbüros in Lübeck und Elmshorn.
Oftmals vermag das Elternhaus die Vorteile und das dringende Erfordernis einer Berufsausbildung in Deutschland nicht zu erkennen, da es z.B. in der Türkei lediglich ein System des Anlernens gibt. Vor diesem Hintergrund ist eine Beratung durch Menschen aus dem gleichen Kulturkreis der beste Weg zum Verstehen und damit zur Ausbildung und Integration. Dies gilt insbesondere für Mädchen und junge Frauen, für die durch die Eltern oftmals keine Ausbildung angestrebt wird. Doch der Anteil der jungen Migrantinnen, die in den Beratungsbüros Unterstützung und Hilfe finden, steigt seit Jahren kontinuierlich an und liegt bei mittlerweile 48 Prozent.
Beim Gastgeber der Bescheidübergabe, Avni Mehmet Tunc von ATA-Reisen in Kiel wurde im Rahmen des Projektes AIM ein Ausbildungsplatz akquiriert. Seit dem vergan-genen Jahr wird dort eine Hauptschulabsolventin ausgebildet. In diesem Jahr soll in dem Unternehmen ein weiterer Ausbildungsplatz hinzukommen.
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