Am Sonntag j?hrte sich der Jahrestag der M?llner Brandanschl?ge zum 22. Mal. Zwei Neonazis hatten am 23. November 1992 vors?tzlich mehrere Wohnh?user von T?rken, in der Altstadt angez?ndet. Dabei kamen drei Menschen t?rkischer Abstammung ums Leben, neun wurden verletzt.

Mit einem interreligi?sen Gottesdienst in der M?llner Moschee, einer Kranzniederlegung am Brandhaus in der M?hlenstra?e und einem Marsch zum Gedenkstein in der Ratzeburger Stra?e wurde der Opfer gedacht. Auch dieses Jahr waren vierhundert Menschen gekommen um zu trauern und zu erinnern. Anschlie?end sprachen der t?rkische Generalkonsul Fatih Ak, der Landesvorsitzende der T?rkischen Gemeinde in Schleswig-Holstein, Dr. Cebel K?c?kkaraca und M?llns B?rgermeister Jan Wiegels zu den anwesenden Mitgliedern der Familien Arslan und Yilmaz G?sten im Stadthauptmannshof.

“Wir treffen uns hier in M?lln zum 22. Mal zum Gedenken. Auch im kommenden Jahr und in zehn Jahren werden wir uns hier versammeln, damit dieser furchtbare Mordanschlag niemals vergessen wird?, sagte der Landesvorsitzende der T?rkischen Gemeinde Schleswig-Holstein, K?c?kkaraca. ?Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, Yeliz Arslan, Ayse Yilmaz und Bahide Arslan niemals zu vergessen. Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, die Opfer und die Morde nie vergessen zu lassen, wir haben es uns zum Ziel gesetzt, Rassismus und Hass zu bek?mpfen.?

M?llns B?rgermeister Jan Wiegels machte deutlich, dass es immer wieder schwer sei, dieser schrecklichen Ereignisse zu gedenken, die damals wie ein Albtraum ?ber die Stadt hereingebrochen seien. ?Diejenigen, die diese Nacht und die darauf folgenden Wochen hier miterlebt haben, werden das Erlebte niemals vergessen k?nnen. Das gilt nat?rlich vor allem f?r diejenigen, die damals Opfer dieser von Fremdenhass motivierten Tat geworden sind und deren Familien.?

Leider m?sse man immer wieder feststellen, dass Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz seit den M?llner Brandanschl?gen keinesfalls aus unserer Gesellschaft gewichen seien. Auch die Umst?nde, die 1992 den N?hrboden f?r die damaligen Verbrechen bereitet h?tten, die rasant steigenden Zahlen von Fl?chtlingen und Asylbewerbern, k?nnten Assoziationen an die heutigen Zeiten wecken. ?Ewig Gestrige versuchen auch heute, die steigende Zahl von Migranten, Fl?chtlingen und Asylsuchende f?r ihre rassistischen und menschenverachtenden Parolen zu missbrauchen?, so Wiegels.