Die ?rtliche Moschee bot schon im Vorfeld der Gedenkfeier die M?glichkeit zum gemeinsamen Gebet. Der offizielle Teil der Gedenkfeier begann dann mit einer gemeinsamen Pressekonferenz der beteiligten Akteur_innen. B?rgermeister Wiegels, Staatssekret?r Geerdts, Staatsministerin ?zo?uz ? aber auch die anwesenden Repr?sentant_innen der t?rkischen Regierung bekr?ftigten einstimmig, der Kampf gegen Rassismus und Menschenfeindlichkeit m?sse unabh?ngig von politischen Differenzen als gemeinsame Aufgabe erachtet und angegangen werden.
Dr. Cebel K???kkaraca, Landesvorsitzender der T?rkischen Gemeinde in Schleswig-Holstein e.V., betonte, Mehrheiten und Minderheiten m?ssten zusammenkommen, um miteinander und nicht ?bereinander zu reden ? damit alle Mitglieder der Gesellschaft die gleichen Teilhabechancen haben k?nnten und nicht Einzelne au?en vor blieben.
Und auch Faruk Arslan, Angeh?riger der Opfer von M?lln, die Menschen in M?lln, und in ganz Deutschland, d?rften niemals vergessen, dass sie zueinander geh?rten ? und nicht auseinander.
Nach dem von Vertreter_innen der verschiedenen ?rtlichen Glaubensgemeinschaften interreligi?s gestalteten Gedenkgottesdienst in der St. Nicolai-Kirche hatten die G?ste und alle M?llner_innen die Gelegenheit, im gemeinsamen Gang die beiden Brandh?user aufzusuchen und dort mit Blumen und Schweigeminuten der Opfer und ihrer Angeh?rigen zu gedenken.
Im Quellenhof fand schlie?lich die Abschlussveranstaltung statt, bei der verschiedene Redner_innen ihre Gedanken und W?nsche bez?glich des besonderen Anlasses zum Ausdruck brachten.
B?rgermeister Wiegels berichtete von zahlreichen Aktivit?ten, die sich aus der M?llner Zivilgesellschaft heraus in Reaktion auf die Anschl?ge entwickelt hatten, um eine Wiederholung einer solchen Trag?die auf jeden Fall zu verhindern. Der 23. November 1992 sei ein unausl?schbarer Teil der Geschichte M?llns und die Stadt sei sich der besonderen Verantwortung und der Aufgabe, die daraus erwachsen sei, bewusst und nehme diese sehr ernst.
Staatssekret?r des Inneren Geerdts hob insbesondere die gro?e innere St?rke der Angeh?rigen vor, die sich darin zeige, dass sie in jedem Jahr an diesem besonders schweren Tag trotzdem die Kraft f?nden, das Gedenken und Trauern gemeinsam mit einer gro?en ?ffentlichkeit zu begehen. Auf diese Weise w?rden alle, die f?r das Erinnern, den Kampf gegen Rassismus und den Sinn f?r Gemeinschaft eintreten, jedes Jahr erneut gest?rkt ? denn: ?Das Miteinander beginnt in den K?pfen.?
Staatsministerin ?zo?uz betonte ihrerseits, so schrecklich die Ereignisse im November 1992 gewesen seien, h?tten sie doch einen ersten Wendepunkt dargestellt und so in die Gesamtgesellschaft ausgestrahlt. Sie forderte, dass diejenigen gest?rkt werden m?ssten, die sich zusammen und f?r ein gemeinsames Eintreten f?r Menschenrechte und f?r die unantastbare Menschenw?rde einsetzten.
Dr. K???kkaraca fasste in seinem Beitrag die Aussagen viele Redner zusammen. Nicht nur Gedenken und Solidarit?tsbekundung sei die Pflicht aller ? insbesondere m?ssten auch Ursachenforschung und Ursachenbek?mpfung als ganz eindeutige Aufgabe der Gesamtgesellschaft verstanden werden. Die wichtige Botschaft, die an diesem und jedem anderen Tag ausgesandt werden m?sse, sei folgende: Wir sind hier! Und wir vergessen nicht!
Insbesondere die Reden von ?brahim und Faruk Arslan gaben viele Denkanst??e. Es sei von gro?er Bedeutung, die Opfer und Angeh?rigen noch viel st?rker in den Mittelpunkt des Gedenkens zu stellen und sich nicht in Erkl?rungssuchen und Verstehensversuchen f?r die T?ter und ihr Verhalten zu verlieren. Und man d?rfe nie vergessen: Alle Menschen in M?lln und in Deutschland sollten wie eine Familie sein ? und eine solche Freundschaft d?rfe durch nichts und niemanden kaputt gemacht werden.
(c) Fotos: TGSH + Hasan Atmaca
