ZukunftsBüro

Zukunftsbüro


Im September 2014 startete das Projekt „ZukunftsBüro". Für den Projektzeitraum von zwei Jahren wird das ZukunftsBüro vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

 

Zielgruppe:

Das Projekt richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene mit und ohne Migrationsgeschichte zwischen 14 und 27 Jahren, die daran interessiert sind

•        ihre Ideen und Vorstellungen von gesellschaftlicher Teilhabe einzubringen
 und ihre Umwelt mitzugestalten

•        an Exkursionen und Workshops teilzunehmen, um zu erfahren, wie und wo soziale und politische Arbeit stattfindet

•        ihrer Meinung bezüglich ihrer aktuellen und zukünftigen Lebenswelt mit Hinsicht u.a. auf den demografischen Wandel Gehör zu verschaffen

•        sich in einer Gruppe mit Gleichgesinnten auszutauschen und gemeinsam Aktionen
und Projekte zu planen und umzusetzen

•        ihren Horizont zu erweitern und sich über Vorträge, Workshops und Seminare die  
Themeninhalte zu erschließen, die ihre Gegenwart und Zukunft betreffen

 Projektziele:

•        Steigerung der Teilhabe von jungen Menschen an der Gestaltung und Mitwirkung sowohl am gesellschaftlichen als auch am politischen Leben in Deutschland unter dem Aspekt des demografischen Wandels

•        Informationsvermittlung über die vielfältigen Möglichkeiten der direkten gesellschaftlichen und politischen Einflußnahme

•        gemeinsame Entwicklung von Strategien, der Meinung junger Menschen Gehör zu verschaffen und so Einfluss auf die unmittelbare Lebenswelt zu nehmen

•        Austausch der Generationen

•        Initiierung der Zusammenarbeit der mit politischen Bildung befassten Einrichtungen/ Organisationen unter Einbringung der Erfahrungen der TGS-H als Migrantenselbstorganisation

 

Aufgrund der finanziellen Förderung durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ist die Teilnahme an dem Projekt kostenlos.

 

Gefördert durch:

PROvention


PROvention

Für Respekt. Für Vertrauen. Füreinander.


 

Nähere Informationen erhalten Sie auf der Homepage des Landesprogramms PROvention, indem Sie hier klicken:

provention.tgsh.de

 

Wer wir sind

PROvention ist die Präventions- und Beratungsstelle gegen religiös begründeten Extremismus in Schleswig-Holstein.

Es wurde im April 2015 finanziert vom Innenministerium des Landes unter der Trägerschaft der Türkischen Gemeinde in Schleswig-Holstein  (TGS-H) ins Leben gerufen.

Wir sind für Sie da

PROvention ist die erste Anlaufstelle für alle Einzelpersonen oder  Institutionen, die Fragen bzw. Anliegen zum Thema religiös motivierter Extremismus in Schleswig-Holstein haben.

Das Projekt basiert auf drei Säulen:

  1. Prävention
  2. Intervention
  3. Netzwerk

 

I. Prävention

Aufklärung ist ein zentrales Ziel der Präventions- und Beratungsstelle. Wir möchten Ängste vor der Religion Islam in der Öffentlichkeit abbauen und gleichzeitig für Erscheinungsformen des Extremismus sensibilisieren.

Weil wir davon überzeugt sind, dass Radikalisierungsprozesse jedweder Art als gesamtgesellschaftliche Phänomene zu betrachten sind, wollen wir mit unserem Wissen und unserer Erfahrung breite Gesellschaftsschichten erreichen. Dies gelingt am besten über den Bildungsbereich. Wir bieten:

  • Lehrer_innenfortbildungen
  • Jugendprojekte
  • Unterstützung regionaler Initiativen
  • Vorträge und Fachtagungen

Weiterführende Informationen finden Sie auf unserer Homepage http://provention.tgsh.de.

 

II. Intervention

Kostenlos, vertraulich, lösungsorientiert.

Befürchten Sie, dass sich jemand aus Ihrem Umfeld extremistischem Gedankengut zuwenden könnte?

Dann sind wir der verlässliche Partner an Ihrer Seite. Wir beraten Sie kostenlos, vertraulich, zeitlich unbegrenzt und auf Wunsch auch anonym. Dabei stellen wir uns ganz auf Ihre Bedürfnisse ein. Darum bieten wir unsere Beratung auch auf Englisch oder Türkisch an.

Unsere Beratung erfolgt in zwei Phasen

1.) Gemeinsame Einschätzung der Situation

2.) Entwicklung von Handlungsstrategien

Häufig lässt sich schon in der ersten Phase Entwarnung geben.

 

III. Netzwerk

Nur zusammen sind wir stark. Das gilt insbesondere, wenn es darum geht, gegen extremistische Positionen Stellung zu beziehen. Darum legt PROvention großen Wert auf landes- und bundesweite Vernetzung mit Gremien, Institutionen und sonstigen Akteur_innen.

Um unser Netzwerk auszubauen werden wir

  • einen Fachbeirat einrichten.

Hier tauschen sich bundesweit Akteur_innen aus der Projektarbeit und Vertreter_innen der Wissenschaft miteinander aus.

  • im BeraNet mitarbeiten.

Das landesweite Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus wird um Vertreter aus dem Themenspektrum des religiös motivierten Extremismus erweitert.

  • regionale Initiativen unterstützen.

Um in einem Flächenland wie Schleswig-Holstein nachhaltige Präventionsarbeit leisten zu können, ist die Unterstützung von regionalen Partner_innen mit finanziellen Mitteln und Know-How unerlässlich.

Das Landesprogramm wird gefördert von:

 

Jump Plus

Das Sonderprogramm zum Einstieg arbeitsloser Jugendlicher in Beschäftigung und Qualifizierung (Jump Plus)
Die Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein e. V. führte von März 2004 bis Mai 2005 das Sonderprogramm „Jump Plus“ der Bundesanstalt für Arbeit speziell für Jugendliche mit Migrationshintergrund durch. Ziel dieser Maßnahme war die langfristige Eingliederung jugendlicher Sozialhilfeempfänger und Arbeitslosengeldempfänger in den ersten Arbeitsmarkt und der Abbau von Hemmnissen durch pädagogische Interventionen, die diesem Ziel im Wege standen. Die pädagogischen Interventionen beinhalteten Sozial- und Motivationstraining, persönliche Beratung und ein Arbeitstraining in Form gemeinnütziger Arbeit.
Zielsetzungen:
Mit dem "Sonderprogramm zum Einstieg arbeitsloser Jugendlicher in Beschäftigung und Qualifizierung" (Jump Plus) sollten bundesweit für insgesamt 100.000 Jugendliche die Chancen zur Eingliederung in den allgemeinen Arbeitsmarkt verbessert sowie der Zugang zu kommunalen Beschäftigungs- und Qualifizierungsangeboten gefördert werden. Des Weiteren wurde in der Übergangssituation der Zusammenführung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe der Gefahr eines Abbaus der langjährig gewachsenen kommunalen Netzwerke und Beschäftigungsstrukturen entgegengewirkt, die für die berufliche Integration junger Erwachsener wichtige Hilfestellung leisteten.

Das Sonderprogramm stellte – im Rahmen des geltenden Rechts – einen Vorgriff auf das neue Leistungssystem dar, das im Zuge der Zusammenführung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe geschaffen werden sollte. Im neuen Leistungssystem soll jedem arbeitslosen Jugendlichen zwischen 15 bis unter 25 Jahren, der keinen Ausbildungsplatz und keine Beschäftigung findet, eine Beschäftigungs-, Qualifizierungs- oder Ausbildungsmaßnahme angeboten werden.

Zielgruppe:
Gefördert wurden insgesamt bis zu 20 junge Menschen zwischen 18 bis 24 Jahren, die im Sozialhilfebezug standen oder Arbeitslosenhilfe und ggf. ergänzende Sozialhilfe bezogen sowie langzeitarbeitslos oder von Langzeitarbeitslosigkeit bedroht waren. Langzeitarbeitslosigkeit im Sinne des Sonderprogramms lag bei einer Dauer der Arbeitslosigkeit von mehr als sechs Monaten vor. Ferner wurden auch jene Jugendliche gefördert, die erwerbsfähig und hilfebedürftig waren und solche Jugendliche, bei denen die Teilnahme an der Maßnahme tatsächlich erwarten ließ, dass sich ihre Vermittlungschancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern würden.
Inhalt:
Inhalt der über sechs Monate andauernden Maßnahme waren:

  • Sozialtraining in Gruppen
  • Motivationstraining
  • Arbeitstraining in Form gemeinnütziger Tätigkeiten
  • Beratung und Berufsorientierung
  • Vermittlung von Deutschkenntnissen
  • Berichterstattung

Mit dem Arbeitstraining wurde bei der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG), Zum Kesselort 73-75 in 24149 Kiel begonnen.

Dort begannen wir zunächst mit Gartenarbeiten und haben schließlich die Räumlichkeiten durch Malen, Lackieren, Ausbessern etc. renoviert. Insgesamt dauerte das Arbeitsprojekt dort 8 Wochen.

Gearbeitet wurde an 2 Tagen pro Woche.

Das Arbeitstraining fand in der ehemaligen Fröbelschule in der Diedrichstr. 2, in der die tgs-h auch ihre Büroräume hat, statt.

Konzeption einer Jump Plus Maßnahme
Problemlage
Jugendliche SchulabgängerInnen sind heute zu einem großen Teil nicht ausbildungsfähig, da es ihnen an der nötigen Ausbildungsreife und/oder Qualifikation fehlt. Dabei stellen Orientierungslosigkeit, Demotivation, zunehmende Hoffnungs- und Perspektivlosigkeit aufgrund der aktuellen Arbeitsmarktlage sowie mangelnde Unterstützung des familiären Systems eine entscheidende Rolle. Im Hinblick auf diese Situation sind Ausbildungsbetriebe überfordert, sie können diesen Jugendlichen keinen Ausbildungsplatz anbieten und verzichten deshalb z. T. sogar völlig darauf auszubilden mit dem Resultat, dass viele Jugendliche unversorgt (ohne schulische oder berufliche Ausbildung) sind. Dabei wird in den Empfehlungen des Forum Bildung festgestellt, dass „Begabungen von Kindern aus sozial benachteiligten Familien und von Kindern mit Migrationshintergrund (…) oft nicht erkannt und nicht genügend gefördert“1 werden. Diesen Jugendlichen gilt es eine geeignete Vorbereitung und Qualifizierung im Hinblick auf eine Ausbildung anzubieten, gemeinsam mit ihnen brach liegende Ressourcen zu erarbeiten und sie motivierend zu stärken. Gerade bei türkischen MigrantInnen haben wir durch unsere landesweite Projektarbeit dementsprechende Erfahrungen gemacht, so dass hier Handlungsbedarf besteht.
Ziel und Zielgruppe des Projektes
Dieses Projekt soll als berufsvorbereitende Qualifizierungs- und Bildungsmaßnahme über den Zeitraum von einem halben Jahr Jugendliche bei der Berufswahlentscheidung unterstützen und ihre berufliche und soziale Handlungskompetenz stärken. Weiteres Ziel ist die individuellen Chancen der Jugendlichen für eine (dauerhafte) Eingliederung in das Berufs- und Arbeitsleben – unter Berücksichtigung des individuellen Leistungsvermögens und Entwicklungspotentials – zu verbessern. Die wichtigsten Ziele lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Erweiterung des Berufswahlspektrums
  • Förderung der Motivation zur Aufnahme einer Ausbildung
  • Individuelle maßnahmebegleitende Beratung, insbesondere bei der Entscheidungsfindung und der Planung und Vorbereitung des Überganges in eine Ausbildung, andere Qualifizierungsmaßnahmen oder Beschäftigung
  • Erwerb betrieblicher Erfahrungen und die Reflexion dieser
  • Verbesserung der Bildungsvoraussetzungen zur Ausbildungsaufnahme
  • Stärkung der sozialen Kompetenz und Unterstützung bei der Bewältigung von Problemen
  • Förderung und Einübung von Einstellungen und Fähigkeiten, die im Hinblick auf das erfolgreiche Durchlaufen einer Ausbildung oder Arbeitnehmertätigkeit notwendig sind.

Zielgruppe sind insbesondere Jugendliche im Alter von 15 bis zu 24 Jahren, vor allem mit Migrationshintergrund, die aufgrund ihrer derzeitigen Ausgangslage die Voraussetzungen zu einer betrieblichen Ausbildung nicht erfüllen.
Die oben benannte Zielgruppe soll im Rahmen eines Projektes, dass zum einen die Ressourcen der Jugendlichen stärkt und ausbaut und zum anderen vorhandene Wissenslücken aufarbeitet und beseitigt, gestärkt und befähigt werden sich in den Arbeitsmarkt zu integrieren.
Die Begründung der Trägerschaft durch die Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein e. V. ergibt sich aufgrund des kulturellen Hintergrundwissens und der (mutter-) sprachlichen Kompetenz. Durch diese Bedingungen erwarten wir uns einen verbesserten Zugang besonders zu Jugendlichen mit Migrationshintergrund zu bekommen, um diese adäquat fördern zu können.

Projektinhalte
Bestandaufnahme
Die Ausgangsthese für dieses Projekt ist, dass benachteiligte, vor allem Jugendliche mit Migrationshintergrund im Rahmen einer beruflichen Orientierung durch die Stärkung ihrer Motivation und das Sichtbarmachen ihrer Ressourcen befähigt werden sollen eine Ausbildung oder Arbeit aufzunehmen. Dabei sollen ihre Ressourcen zur Qualifizierung und Integration in den Arbeitsmarkt nutzbar gemacht werden. Die Ressourcen werden durch Interviews, anhand bestimmter Leitfäden abgefragt.
Entwicklung von Qualifizierungs- und Trainingsmaßnahmen / Umsetzung
Aufgrund der Erkenntnis, dass die Zielgruppe einer besonderen Förderung bedarf, sollen speziell auf die Gruppe ausgerichtete Angebote erarbeitet und durchgeführt werden.

Neben dem Kontext der Gruppe wird auch das soziale Umfeld der TeilnehmerInnen berücksichtigt und einbezogen. Es werden bei Bedarf Elterninformationsabende und Elterngespräche durchgeführt. Dadurch sollen die Eltern stärker in die Verantwortung für ihre Tochter/ihren Sohn einbezogen werden, mit dem Ziel die/den einzelne/n Jugendliche/n bestmöglich zu unterstützen.

Maßnahmephasen
Die Maßnahme gliedert sich in drei unterschiedliche Maßnahmephase:

  1. Zunächst geht es in der Orientierungs- und Motivationsphase um die Erkundung unterschiedlicher Berufsfelder. Die Jugendlichen werden über Ausbildungsmöglichkeiten und deren Voraussetzungen, aus ihrem Interessensektor informiert und beraten. Die TeilnehmerInnen werden in Kleingruppen aufgeteilt, die zur präferierten Berufssparte Informationen erarbeiten und vorstellen sollen. Hier erhalten die Jugendlichen die Möglichkeit ihre beruflichen Vorstellungen einzubringen, zu überprüfen und ggf. zu korrigieren. Dazu bietet sich der Besuch des Arbeitsamtes (BIZ) an, um gemeinsam Informationswege aufzuzeigen und auszuprobieren. Die Jugendlichen werden mit den vielfältigen Angeboten (ASIS, SIS, KURS etc.) vertraut gemacht, so dass Schwellenängste abgebaut werden können, um Informationswege optimal nutzen zu können.

    Während dieser Phase wird gemeinsam mit den Jugendlichen der individuelle Förderplan entwickelt. Als Grundlage dafür werden Einzelgespräche mit den TeilnehmerInnen geführt, die den Stand zu Beginn der Maßnahme festhalten. Der Förderplan soll auch besondere Fähigkeiten und den Förderungsbedarf ermitteln und festhalten. Im Verlauf der Maßnahme wird dieser Förderplan durch Verhaltensbeobachtungen der Gruppenprozesse kontinuierlich fortgeschrieben und ergänzt.

    Das Ziel des Förderplans ist die systematische und evaluierbare Förderung jeder/s einzelnen TeilnehmerIn, ohne dass dabei starr an einmal gefassten Zielsetzungen und Vorgehensweisen festgehalten wird. In dem Förderplan werden auch die Anwesenheit, Pünktlichkeit und Motivation erfasst und beurteilt.

    Am Ende dieser Phase wird das Arbeitstraining vorbereitet. Dabei spielen vor allem die Vorstellungen, Erwartungen, Hoffnungen und Ängste, aber auch das Durchhaltevermögen in Bezug auf das Praktikum eine Rolle und sollen mit den TeilnehmerInnen thematisiert werden. Am Ende sollen die Jugendlichen sich in vorgenannten Punkten selbst einschätzen, um auftauchende Probleme möglichst im Vorwege anzusprechen und die Eigenwahrnehmung festzustellen, die dann am Ende des Arbeitstrainings mit den gemachten Erfahrungen verglichen werden soll.

  2. In der Vertiefungsphase steht das Arbeitstraining im Vordergrund. Hier werden die TeilnehmerInnen an unterschiedliche Arbeitsfelder, nach dem Grundsatz der gemeinnützigen und zusätzlichen Arbeit herangeführt und können sich praktisch ausprobieren.
    Nach Abschluss eines Arbeitstrainings soll ein Erfahrungsaustausch in der Gruppe stattfinden und die zu Beginn vorgenommene Eigeneinschätzung verglichen, ggf. ergänzt und besprochen werden, so dass falsche Erwartungen und Vorstellungen festgestellt und korrigiert werden können. Der Gesamtteil von Arbeitstrainings während der Maßnahme wird sowohl von den Jugendlichen als auch von den Maßnahmedurchführenden bewertet. So erhalten die Jugendlichen die Möglichkeit ihre Eigenwahrnehmung zu überprüfen und erfahren auch wie sie selbst wahrgenommen wurden (Fremdwahrnehmung).
  3. In der Stabilisierungs- und Ablösephase geht es darum, die bestehenden Ressourcen weiterhin zu stärken und den Übergang in Ausbildung und Arbeit oder andere (Qualifizierungs-) Maßnahmen zu gestalten.
Theoretischer Teil der Maßnahme
Unterricht
Die Unterrichtung der folgenden allgemeinbildenden Fächer soll die Bildungsvoraussetzungen der TeilnehmerInnen verbessern und damit zur Aufnahme einer Ausbildung oder Beschäftigung beitragen.

Die TeilnehmerInnen erhalten während der Maßnahme je nach Bedarf theoretischen Unterricht in den Fächern:

Deutsch, Englisch, Mathematik sowie Wirtschaft und Politik.

Im Fach Deutsch wird aufgrund des Migrationshintergrundes ein Schwerpunkt auf der Sprachförderung liegen.

Das Lehrangebot wird dem jeweiligen Leistungsstand der Gruppe angepasst. Aus diesem Grunde ist es wichtig eine möglichst homogene Gruppe in Bezug auf den Bildungsstand (Schulabschluss) zu fördern.

Ein wesentliches Ziel der Maßnahme ist die Stärkung der sozialen Kompetenz sowie der Sekundärtugenden wie Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit etc.

Neben den Unterrichtsstunden sollen die Jugendlichen durch pädagogische Angebote in ihrer Sozialkompetenz gestärkt werden. Unter pädagogischer Anleitung werden mit der Gruppe Wahrnehmungsübungen durchgeführt.

Bewerbungstraining
Als wichtiges Modul der Maßnahme sollen die TeilnehmerInnen ein Bewerbungstraining durchlaufen. Das Training zielt insgesamt ab auf:

  • die Gestaltung schriftlicher Bewerbungen und das Verfahren bei Vorstellungsgesprächen
  • die Befähigung zu eigeninitiativem Handeln für die Nutzung des Stellen- und Bildungsangebotes.
Sozialpädagogische Arbeit
Diese erfolgt auf zwei Ebenen: einmal als in die theoretische und praktische Lernen integrierte Maßnahme im Team und zum anderen als kooperative Maßnahme durch spezielle Aktivitäten (soziales Training), Beratung und Elternarbeit.

Das Hauptziel der sozialpädagogischen Arbeit ist es, die TeilnehmerInnen in ihrer psychosozialen Entwicklung zu fördern und zu unterstützen. Im Bereich des sozialen Lernens soll die Gruppenfähigkeit der TeilnehmerInnen entwickelt werden. Besonders im Hinblick auf den Wegfall der Unterstützung durch das familiäre Bezugssystem steht der/die Sozialpädagoge/in als Ansprechpartner bei persönlichen Problemen zur Verfügung.

Insbesondere wenn Jugendliche aus schwierigen sozialen Verhältnissen kommen, werden die damit verbundenen Probleme und Konflikte so behandelt, dass der/die TeilnehmerIn frei wird, seine Fähigkeiten und Fertigkeiten zur Geltung zu bringen. Dies geschieht insbesondere durch die Kontaktaufnahme zu den Erziehungsberechtigten, die bei Bedarf bspw. in Form von Einzelberatungen, Elternsprechtagen und Elternabenden stattfinden sollen.

  • Informationen über die Aufgaben und Ziele der Maßnahme
  • Verständnis für die Situation der Jugendlichen
  • Informationen über weitere Hilfemöglichkeiten (Berufsausbildungsbeihilfe, Inanspruchnahme anderer Leistungen)
  • Realistische Einschätzung der Berufschancen ihrer Kinder
  • Möglichkeit eines Erfahrungsaustausches untereinander sowie mit den Fachkräften der Maßnahme.
Praktischer Teil der Maßnahme
Arbeitstraining
Die TeilnehmerInnen durchlaufen während der Maßnahme mehrere Arbeitstrainingeinheiten. Ziel dieser Arbeitstrainings ist, den Weg zur beruflichen Orientierung und damit zur beruflichen Eingliederung durch Praxiserfahrungen zu ebnen. Das Training bietet eine gezielte Vorbereitung auf den Berufsalltag und z. T. auch auf spezifische Bedingungen (Tempo, Leistungsdruck und Kontakt mit Kunden) vorbereitet.

Das Arbeitstraining bietet den TeilnehmerInnen die Gelegenheit vorhandene Kenntnisse zu erfahren und einzusetzen.

Dokumentation
Über den Zeitraum der Durchführung werden die Förderpläne der einzelnen TeilnehmerInnen fortgeführt.
Evaluation
Zu Beginn des Projektes erhält jeder/jede TeilnehmerIn einen Selbsteinschätzungsbogen, der den momentanen Stand abfragt und erfassen soll. Dabei sollen die TeilnehmerInnen Ziele und Hoffnungen im Hinblick auf ihre persönliche und berufliche Zukunft formulieren. Weiterhin sollen sie aufführen, welche Stärken und Schwächen sie sich zuschreiben. Diese Selbsteinschätzung soll ebenfalls am Ende des Projektes erneut durchgeführt werden, um zu erfassen, welche Ziele erreicht wurden, inwieweit die Selbst- und Fremdwahrnehmung auseinander driften und inwieweit sich Veränderungen im Vergleich zum Maßnahmebeginn vollzogen haben.

Mit jedem/r einzelnen TeilnehmerIn wird ein Abschlussgespräch geführt, das auf persönliche Stärken und Schwächen eingeht, Empfehlungen und Ratschläge zur weiteren beruflichen Integration abgibt sowie den weiteren Verbleib der TeilnehmerInnen in Kooperation mit dem Arbeitsamt und anderen Vernetzungspartnern abklärt und organisiert.

AIM

AUSBILDUNG UND INTEGRATION FÜR MIGRANTEN (AIM)

Thema

Ausbildung, Weiterbildung, Schaffung von neuen Ausbildungsstellen für junge Menschen mit Migrationshintergrund

Inhaltlicher Schwerpunkt

Intensive Beratung, Unterstützung und Begleitung junger Menschen mit Migrationshintergrund beim Übergang von der Schule in die Berufsausbildung unter Einbeziehung der Eltern sowie Motivierung von Migrantenbetrieben zur Ausbildungsbereitschaft bzw. Schaffung von neuen Lehrstellen

Handlungsfelder
  • Beratung zu Bildung, Ausbildung, Arbeit

  • Berufsorientierung

  • Erwerb von Schulabschlüssen

  • Ausbildungsplatzakquise

  • Betriebspraktikum

  • Arbeitsvermittlung

  • Elternarbeit

  • ausbildungs- oder arbeitsbegleitende Hilfen

Pädagogischer Ansatz

  • Berufspädagogik

  • Betriebspädagogik

  • Interkulturelle Bildung

  • Aufsuchende Jugendsozialarbeit

  • Mädchenarbeit

Abschluss/Nachweis

Schulabschluss
Ausbildungsabschluss

Kapazität

ca. 240 Jugendliche pro Jahr

Herkunftsländer

Keine Einschränkungen

Schulische/Berufliche Merkmale

Erster allgemeinbildender Schulabschluss
Mittlerer Schulabschluss
Förder-/Sonderschulabschluss
ohne Schulabschluss
Ausbildungsabbruch
Teilnehmer_innen an Fördermaßnahmen

Schulabschlüsse aus den Herkunftsländern (nicht anerkannt)

Schulische/Berufliche Merkmale

Soziale Merkmale
Migrationshintergrund
Arbeitslosigkeit
unzureichende Deutschkenntnisse
Sozial-/Bildungsbenachteiligung

Beschreibung

Das AIM-Projekt und seine 3 Säulen

In Lübeck, Elmshorn, Kiel, Neumünster und Umgebung verfolgt das AIM-Projekt das Ziel, die hier ansässigen Jugendlichen mit Migrationshintergrund über Ausbildungsmöglichkeiten und Bewerbungsverfahren zu informieren und sie bei der Umsetzung motivierend zu unterstützen. Das AIM-Projekt ist eine Anlaufstelle für alle Migrant_innen, um ihre Bildungs- und Berufschancen, trotz aller unüberbrückbaren Hindernisse (wie z.B. sprachliche, religiöse und andere kulturelle Differenzen) zu steigern. Die Jugendlichen werden bei ihrer beruflichen Orientierung und Qualifizierung individuell beraten, damit sie ihre soziale, fachliche und methodische Kompetenz ausbauen und gezielt einsetzen können. Das AIM-Projekt leistet jungen Menschen mit Migrationshintergrund bei der Bewältigung ihrer beruflichen Probleme Unterstützung mit ganzheitlichen Konzepten.

Hier verfolgen wir das Ziel, die regional ansässigen Jugendlichen mit Migrationshintergrund über bestehende Ausbildungsmöglichkeiten und Bewerbungsverfahren zu informieren und sie bei der Herangehensweise sowie Umsetzung motivierend zu stärken und intensiv zu unterstützen. Aufgrund verschiedener Umstände nehmen diese Jugendliche die vorhandenen Angebote zur beruflichen Eingliederung nicht in Anspruch. Diese lassen sich z.T. nicht einmal bei den Arbeitsagenturen registrieren, um damit ihre Vermittlungschancen zu erhöhen.

Die Jugendlichen werden meist über die Schulen, Moscheen, Sportvereine und Jugendzentren rekrutiert. Drei hauptamtliche Mitarbeiter in unseren Projektbüros in Elmshorn, Lübeck, Kiel und Neumünster werben bei jeder Gelegenheit für Informationen bezüglich der Aus-und Fortbildung. Dabei ist es wichtig das Vertrauen der Jugendlichen und ihrer Eltern zu gewinnen. Insofern geht die Arbeit von unseren Projektmitarbeitern auch nach Dienstschluss weiter: Sie nehmen an verschiedenen Veranstaltungen und Aktivitäten teil, um Jugendliche und ihre Eltern zu erreichen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Diese Vernetzungsarbeit ist ein wichtiger und sensibler Bereich von unserer Projektarbeit. Ein ganzheitlicher Ansatz mit Einbeziehung der soziokulturellen Umgebung kann nur auf dieser Weise geleistet werden.

Das AIM-Projekt steht für eine koordinierte Verbesserung und Sicherung der Zukunftschancen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Dabei bilden 3 Säulen das Grundgerüst von AIM:

Die Jugendarbeit im Hinblick auf Information über schulische und berufliche Ausbildungsmöglichkeiten, Qualifizierungsmaßnahmen, sowie Bewerbungs- und Vorstellungstrainings

Für die richtige Berufswahl ist es wichtig, sich über die eigenen Werte, Stärken und Ideale im Klaren zu sein. Das gelingt nicht auf Anhieb jedem Jugendlichen. Viele Jugendliche sind noch sehr unsicher und haben sich nicht rechtzeitig Gedanken über ihre Berufswahl gemacht. Für sie ist es umso schwieriger die richtige Entscheidung zu fällen und sich passgenau zu bewerben. Durch intensive Betreuung versuchen wir gemeinsam die Fähigkeiten und Interessen des Jugendlichen zu erkunden und mögliche Lösungswege bei der Berufsorientierung aufzuzeigen. Endziel ist eine vorrangige Vermittlung mit Übergang in eine duale Ausbildung oder alternativ in ein Praktikum, Studium, weiterführende Schule oder berufliche Bildungsmaßnahme.

Die Jugendlichen erstellen unter professioneller Anleitung in unseren Räumlichkeiten ihre Bewerbungsmappen für einen Ausbildungsplatz. Bewerbungsschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse und das Deckblatt mit Foto bleiben bei uns erfasst und können für weitere Bewerbungen aktualisiert und genutzt werden. Die Bewerbungsdaten können die Jugendlichen auf einem USB-Stick auch mit nach Hause nehmen. Die Anmeldungsformulare für weiterführende Schulen werden an Ort und Stelle bei uns ausgefüllt und abgeschickt. Bei etwaigen Fragen nehmen wir Kontakt mit den entsprechenden Schulen auf, klären die Aufnahmebedingungen und koordinieren die Wartelisten.

Schwächere Schüler müssen oft zu ihren Terminen bei der Arbeitsagentur begleitet werden. Die Mitarbeiter vom AIM-Projekt richten diese Termine ein und betreuen die Schüler bis zu einem befriedenden Abschluss. Dies ist notwendig, da viele dieser Schüler mit den Beratern der Agentur für Arbeit nicht zurechtkommen. Bei einigen Schülern kommen nicht einmal selbstständige Terminabsprachen mit der Agentur für Arbeit zustande.  Das Vorstellungsgespräch ist bei uns als ein wichtiges Modul in die Prozedur einer Bewerbung integriert. In unseren Beratungsbüros üben die Jugendlichen anhand von Rollenspielen mögliche Abläufe von Bewerbungsgesprächen und rüsten sich gezielt für das anstehende Bewerbungsgespräch.

Die Akquisition neuer Ausbildungsplätze in Migrantenbetrieben

Die Zusammenarbeit mit Migrantenbetrieben ist weiterhin eine tragende Säule der AIM-Projektarbeit. Durch unsere langjährige erfolgreiche Arbeit und flächendeckende Vernetzung konnten wir zahlreichen Migrantenbetrieben die Vorteile einer dualen Ausbildung darlegen und Ihnen die gewünschte Hilfestellung für eine betriebliche Ausbildung leisten. Das AIM-Projekt ist nach wie vor eine unverzichtbare Schnittstelle zwischen den deutsch-ausländischen Unternehmen und den schwer vermittelbaren Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Durch die Akquisition und Motivierung der Migrantenbetriebe wird das ruhende Potential für den Ausbildungsmarkt, insbesondere für die schwer vermittelbaren Jugendlichen in Schleswig-Holstein, aktiviert. Nachdem die Eignung für einen Betrieb als Ausbildungsplatz erworben wurde, helfen wir dem Unternehmen die passenden Bewerberinnen und Bewerber zu finden und die formale Abwicklung für die Ausbildung zu bewerkstelligen.

Die intensive Betreuung der Betriebe und der vermittelten Auszubildenden führt zu weniger Abbrüchen und zu erfolgreicheren Abschlüssen der Ausbildung. Durch die Akquisition neuer Ausbildungsplätze trägt das AIM-Projekt maßgeblich zur Steigerung des Fachkräftepotentials bei.

Die Nachhaltigkeit der AIM-Projekt-Arbeit

Die Erfahrung mit Migrantenbetrieben hat uns gelehrt, dass die neu geschaffenen Lehrstellen dann besetzt werden, wenn wir den Betrieben bei der Auswahl der Auszubildenden und beim Ausfüllen der Ausbildungsverträge helfen. Das gilt auch für die Anmeldung der Auszubildenden bei der zuständigen Berufsschule. Häufig übernehmen wir eine Vermittlerrolle, wenn zwischen dem Unternehmer und den Auszubildenden Probleme entstanden sind.

Jugendliche mit Migrationshintergrund haben oftmals starke Motivierungsdefizite. Diese begünstigen dann oftmals den Abbruch von begonnen Ausbildungs-, Arbeits-, oder Qualifizierungsmaßnahmen. Die Mitarbeiter vom AIM-Projekt betreuen daher die Jugendlichen auch nach der Aufnahme einer Ausbildung, Qualifizierungsmaßnahme oder der Aufnahme an einer weiterführenden Schule. Dadurch lassen sich Motivation und Durchhaltevermögen der Teilnehmer_innen stärken.

Die bereits erfolgreich vermittelten Jugendlichen werden nach Möglichkeit in regelmäßigen Abständen weiterhin telefonisch aufgesucht. So erfahren wir wie es diesen Jugendlichen ergeht und ob sie zusätzliche Hilfe benötigen. Auch die Jugendlichen selbst besuchen weiterhin unsere Büros, um von unseren verschiedenen Aktivitäten zu erfahren. Somit erfahren auch wir nebenbei die Neuigkeiten von der Ausbildung, der Schule oder dem Praktikum unserer Jugendlichen. Auch nach Abschluss der Ausbildung oder der weiterführenden Schule greifen die Jugendlichen auf die Unterstützung des AIM-Projekts zurück oder empfehlen uns weiter. Wir stehen weiterhin für unsere bereits betreuten oder vermittelten Jugendlichen und ihren Familien zur Verfügung. Der Kontakt mit den Ausbildungsbetrieben und den Betreuern wird selbstverständlich auch weiterhin durch Besuche oder telefonische Kontakte aufrechterhalten. So können nachfolgende Jugendliche von den Erfahrungen profitieren.

Förderung der Mädchen und jungen Frauen mit Migrationshintergrund

Viel junge Frauen mit Migrationshintergrund, die nicht in Deutschland geboren und aufgewachsen sind, weisen ein großes sprachliches Defizit auf. Gründe hierfür sind u. a., dass sie jung geheiratet, früh Kinder bekommen und sich außerhalb des Familienkreises kaum aufgehalten haben. Dementsprechend besitzen viele dieser jungen Frauen auch keinen deutschen Schulabschluss und haben keine abgeschlossene Berufsausbildung. Die Anzahl der Mädchen und jungen Frauen mit Migrationshintergrund im AIM-Projekt hat sich über die Jahre erfreulicherweise regelmäßig erhöht.

Neben der Vermittlung besteht unsere Aufgabe auch in der Prävention. So konnten wir durch intensive Motivationsarbeit, z. T. in Kooperation mit den jeweiligen Familien, Jugendliche vor Ausbildungs- und Schulabbrüchen bewahren. Das AIM-Projekt eröffnet den jungen Frauen und Müttern neue Perspektiven für ihre Zukunft. Es hat sich gezeigt, dass gerade dieser Personenkreis hoch motiviert ist, wissensdurstig Sprachkurse belegt, Schulabschlüsse nachholt und Ausbildungen absolviert. Die Triebfeder ihres Handelns ist mitunter auch die Erkenntnis, dass sie durch schulische Bildung und Beherrschung der deutschen Sprache ihre Kinder bei der Integration in die deutsche Gesellschaft besser unterstützen können.

Unsere Mitarbeiter*innen in Lübeck, Elmshorn und Kiel/Neumünster leisten gerade bei diesem Thema große Überzeugungsarbeit bei den Eltern, falls hier Bedenken gegen die Ausbildungswünsche ihrer Töchter vorliegen. Somit werden bestehende Vorurteile bei den Eltern abgebaut. Die jungen Frauen hingegen werden ermutigt ihre beruflichen Ziele weiterhin zu verfolgen. Somit fördert das AIM- Projekt auch ansatzweise die Emanzipationsbemühungen junger Frauen mit Migrationshintergrund. Obwohl Frauen- und Mädchenarbeit nicht explizit Gegenstand unserer Projektarbeit ist, wird sich das AIM-Team auch künftig mit besonderem Augenmerk für die berufliche und schulische Integration junger Migrantinnen engagieren.

Die Zusammenarbeit mit den Kammern und anderen Netzwerkpartnern
Das AIM-Projekt leistet Netzwerkarbeit vor Ort mit verschiedenen ausbildungsrelevanten Partnern, wie z.B. IQ-Netzwerk SH, Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein, Berufsausbildung- und Qualifizierungsagentur Lübeck – BQL, Jugendamt Lübeck, Schulamt in der Hansestadt Lübeck, IHK Lübeck, IHK Kiel, Handwerkskammer Lübeck, Gemeindediakonie Jugendmigrationsdienst, den Agenturen für Arbeit in Lübeck, Elmshorn, Kiel und Neumünster und den allgemeinbildenden und beruflichen Schulen in den jeweiligen Projektstandorten.
Die TGS-H führt in Lübeck, Elmshorn, Kiel, Neumünster und Umgebung im Rahmen des AIM-Projekts deutsch-türkische Elternabende durch. Hier knüpfen die AIM-Mitarbeiter Kontakte zu den Eltern, um ihnen die Notwendigkeit für gute und höhere Bildung zur Erfüllung des Berufswunsches der Jugendlichen zu vermitteln. In Zusammenarbeit mit der Berufsberatung werden Besuche des Berufsinformationszentrums (BIZ) und bei den Agenturen für Arbeit organisiert. Des Weiteren kooperierten wir wieder mit Sportvereinen, Moscheen, mit dem Stadtteilzentrum Burgtor, der Migrationssozialberatung der AWO, mit dem Haus der Kulturen, der Gemeindediakonie, dem Türkischer Elternbund, mit dem Alevitischen Kulturverein, der Volkshochschule (VHS) und dem Türkischer Arbeitgeberbund (TAB).In Elmshorn, Lübeck, Kiel und Neumünster arbeiten unsere AIM-Mitarbeiter*innen weiterhin gemeinsam mit der örtlichen Polizei und dem Jugendamt im kriminalpräventiven Rat. Neben der Gewaltprävention spielen besonders Fragen der Einbindung und Integration von auffällig gewordenen Jugendlichen mit Migrationshintergrund eine besondere Rolle Öffentlichkeitsarbeit im engeren und weiteren Sinne

   Neben der Öffentlichkeitsarbeit durch unsere kontinuierliche Präsenz bei Messen und Veranstaltungen werden die Aktivitäten oder Termine des AIM-Projektes darüber hinaus regelmäßig in verschiedenen regionalen und türkischsprachigen Tageszeitungen, sozialen Netzwerken, im Internet und sogar im Fernsehen veröffentlicht. Des Weiteren werden folgende Arbeiten von uns in der Öffentlichkeit vorgenommen:

  • Aufsuchende Sozialarbeit in Jugendzentren, Moscheen, türkischen Sportvereinen und Selbsthilfeorganisationen, um zur Berufsbildung zu motivieren.

  • Eltern und Familien aufsuchen um über Ausbildungsmöglichkeiten informieren und aufklären

  • Hinführung und Begleitung der Jugendlichen Migranten zum Arbeitsamt für die Vermittlung adäquater Qualifizierungsmaßnahmen

  • Begleitung der Betriebsinhaber von Migranten-Unternehmen zum Auswertungsgespräch bei den Kammern

  • Veranstaltungsprogramme entwerfen und koordinieren

  • Freizeit- und Motivierungsangebote in den Räumlichkeiten von unseren Projektbüros organisieren und planen.

Schlussbemerkungen und Ausblick

Ein friedliches und solidarisches Zusammenleben kann sich nur dann etablieren, wenn junge Menschen die gleichen Chancen auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt erhalten. Daher sind die Zielgruppen des AIM-Projekts sowohl Jugendliche mit Migrationshintergrund, die alleine nicht im Stande sind, den Anforderungen der Arbeits- und Ausbildungswelt gerecht zu werden und Migrantenbetriebe, die nicht aus eigener Kraft ihr wertvolles Potential dem Ausbildungsmarkt zur Verfügung stellen können.Das AIM-Projekt AIM hat sich als eine unverzichtbare Schnittstelle zwischen den Betrieben und den Jugendlichen mit Migrationshintergrund etabliert und genießt ein großes Vertrauen unter allen beteiligten Akteuren. Wir sind stolz, dass wir inzwischen in Belangen der Ausbildungsproblematik nicht nur eine Anlaufstelle für türkischstämmige Jugendliche sind. Unter unseren mittlerweile 2728 registrierten Jugendlichen befinden sich junge Menschen aus vielen verschiedenen Herkunftsländern. Unsere Türen stehen allen Nationalitäten offen, weil auch das offensichtliche „anders sein“ viele Jugendliche verbindet.

Neben dem Bewerbungscoaching hat sich die nachträgliche Betreuung von Migranten-Betrieben, um angefangene Ausbildungsverhältnisse zu sichern und zu betreuen als ein arbeitsintensiver, aber sehr wichtiger Teilbereich vom AIM-Projekt erwiesen. Dadurch wird ein soziales Netz geknüpft, der sich über alle Belange der Community erstreckt. Diese parteilose enge Verflechtung mit den Betrieben bringt ein besonderes Vertrauensverhältnis zutage. Die Migranten-Unternehmen sind somit in ständiger Tuchfühlung mit der TGS-H und können für etwaige Aktionen und Veranstaltungen stets gewonnen werden.

Die Handlungsfähigkeit von Migrantenselbstorganisationen zu stärken ist ja auch die Zielvorgabe des Nationalen Integrationsplans. Wir als Migrantenselbstorganisation konnten vielfach sowohl quantitativ als auch qualitativ mehr innerhalb der Zielgruppe der Migranten erreichen als die Regeldienste, selbst wenn diese migrationsspezifisch ausgerichtet waren. Die kulturelle Nähe spielt auch hier eine sehr übergeordnete Rolle, die es stets zu beachten gilt.

Die TGS-H ist hierfür ein gutes Beispiel: Durch ihren Charakter als Dachorganisation vieler türkischstämmiger Migrantenselbstorganisation hat sie den kürzesten Zugriff zu den entsprechenden Communities. Die TGS-H wird daher vielfach als erste Anlaufstelle zur Beratung in vielfältiger Problematik genutzt. Dies und die generationsübergreifenden Projekte wiederum ermöglichen der TGS-H, das Anliegen des AIM-Projektes auch in die Familien hineinzutragen, die von anderen Trägern nur schwerlich oder gar nicht erreicht werden. Gerade im Bereich der Ausbildung ist die Zusammenarbeit mit dem Elternhaus von elementarer Bedeutung. Besser als andere Träger vermag es die TGS-H diese Netzwerke zu initiieren, Verbindungen herzustellen um ganzheitliche Lösungen voranzutreiben.

Das Projekt wird gefördert durch:

Informationsstand 16.02.2016

„B.u.S. “ Bildung und Spaß“

„B.u.S. – Bildung und Spaß“

Das Projekt „B.u.S.“ strebt eine Förderung der gesamtgesellschaftlichen Integration von GrundschülerInnen mit Migrationshintergrund durch die Intensivierung der sozialräumlichen Vernetzung sowie einer individuellen Talentförderung an. Die  interkulturelle Kompetenz von LehrerInnen, SchülerInnen und Eltern wird durch eine nachhaltige Verbesserung der Kommunikation gestärkt.

"B.u.S." ist ein bundesweites Projekt an drei Standorten (Berlin, Stuttgart und Kiel).

 

Inhaltliche Schwerpunkte

  1. Unterstützung von GrundschülerInnen mit Migrationshintergrund
  • Begleitung / Coaching von SchülerInnen ausgewählter Grundschulen
  • Verbesserung der sozialräumlichen Vernetzung
  • Förderung und Stärkung der Sozialkompetenz von GrundschülerInnen durch junge Erwachsene mit Vorbildfunktion
  1. Sensibilisierung und Kommunikation
  • Sensibilisierung der LehrerInnen für das Lebensumfeld der SchülerInnen und Eltern
  • Sensibilisierung der Eltern für die Anforderungen des Bildungssystems
  • Sensibilisierung von Multiplikatoren und kommunalpolitisch Verantwortlichen
  • Sensibilisierung der Öffentlichkeit
  • konstruktives Lernumfeld schaffen / Förderung aktiver Bildungsbeteiligung
  • Abbau von Kommunikationsbarrieren durch bildungsnahe Lotsen / sprachlich-emotionale Übersetzungsleistung zwischen Zielgruppen
  1. Ehrenamtliches Engagement unter jungen MigrantInnen stärken
  • Gewinnung ehrenamtlicher Lotsen mit Migrationshintergrund
  • Qualifizierung von Lotsen
  • Etablierung der ehrenamtlichen Unterstützung von Kindern
  • Stärkung regionaler Migrantenorganisationen
  • Ausweitung des Modellprojektes auf weitere Standorte (Nachhaltigkeit)

Kooperationspartner

  • Grundschulen

 

Gefördert im Rahmen des Bundesprogramms 

„TOLERANZ FÖRDERN – KOMPETENZ STÄRKEN"